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Das Monster unter dem Bett

 

Copyright 2007 by Jan Jekal 

1

Da war etwas unter ihrem Bett. Sie war sich ganz sicher. 100 Pro, wie Tommy Williams in ihrer Klasse immer sagte. Sie mochte Tommy nicht, er war ein Blödmann und ein Angeber. Doch im Moment machte sich die kleine Melisa mehr Gedanken über das Monster unter ihrem Bett als über den angeberischen Tommy Williams. Sie spürte deutlich, wie das Monster sich ganz langsam und bedächtig mit seinen schleimigen grünen Tentakeln an ihrem kleinen Bett hochzog. Wenn sie die Augen geschlossen hatte, weil sie vergeblich versuchte einzuschlafen, um diesen gruseligen Gedanken zu entgehen, sah sie ganz genau, wie das widerwärtige große Monster ihr sauberes weißes Bett mit grünem Schleim beschmutzte. Sie sah genau, wie das Monster sich über sie beugte und sich immer weiter ihrem Gesicht näherte. Sie hörte den rasselnden Atem, der jetzt ganz nah an ihrem Gesicht war. Sie spürte, wie das Monster, wie dieses Etwas sich freute, wie dieses Etwas sich auf sie freute. Sie spürte das alles, während das grauenvolle, ekelhafte Getier ihrem Gesicht ganz nahe kam, ihr Gesicht jetzt sogar berührte. Sie spürte dieses zungenähnliche Ding auf ihrer Wange, das Rasseln wurde immer lauter, die Freude immer deutlicher, ihre Angst immer größer und -

 

2

"MAMAAAA!!"

Das Licht ging an, das Monster verschwand, Melisas Mutter war da.

"Was ist denn los?"

Cindy Trace lief sofort zu dem Bett ihrer Tochter. "Schatz, was ist passiert?"

"Mama." Melisa fing an zu weinen. "Das Monster ist wieder da!"

Cindy entspannte sich. Sie dachte, dass etwas wirklich Schlimmes passiert wäre. Das Monster war nun schon zum dritten Mal in diesem Monat da. Natürlich machte sie sich Sorgen um ihre Tochter, sie fragte sich, woher sie diese Horrorgedanken von einem Monster nur her hatte. Doch langsam nervte es sie doch, wenn das Kind ihr ständig den Schlaf raubte. Sie schlief sowieso schon schlecht genug, nach der furchtbaren und kräfteraubenden Scheidung, bei der sie am Ende noch das alleinige Sorgerecht für Melisa erreichen konnte, war eine durchgeschlafene Nacht mehr als eine Seltenheit. Umso mehr nervte es sie, wenn ihre Tochter wieder Alarm schlug.

"Keine Angst, Schatz. Ist doch nichts passiert." Dann bemerkte sie, dass das Bett feucht war. "Melly, hast du in die Hose gemacht?"

Melisa, die das noch gar nicht bemerkt hatte, fing wieder an zu weinen.

 

3

Der Schultag verlief normal. Melisa hatte ihre nächtliche Panik längst wieder vergessen. Sie hatten eine Mathearbeit geschrieben und die ist (für ihre Verhältnisse) sehr gut gelaufen. Sie hatten auch keine Hausaufgaben aufbekommen (in der zweiten Klasse gab es so etwas noch), was ihrer guten Stimmung verständlicherweise keinen Abbruch tat.

"Melly, ich habe einen Termin beim Therapeuten für dich ausgemacht. Du wirst morgen hingehen", sagte Cindy beim Mittagessen nach der Schule.

"Ist das ein Arzt?", fragte Melisa.

"Ja, der wird dir helfen, so dass du bald keine Angst mehr vor dem Monster unter dem Bett haben wirst."

"Welches Monster?", fragte Cindys Tochter.

Da war es wieder. Das große, grüne, ekelhafte, schleimige Monster. Melisas Augen wurden groß, als sie wieder den schweren, rasselnden Atem hörte, der unter ihrem Bett erklang. Sie spürte wie letzte Nacht wieder ganz exakt, wie das Getier sich an ihrem Bett hochzog und sich über sie beugte. Sie glaubte, das Monster lächeln hören zu können. Der große, schleimige Mund öffnete sich und entblößte schwarze, kleine Zähne. Die riesigen Glubschaugen verengten sich zu Schlitzen, die in der Dunkelheit des Zimmers gelb leuchteten. Melisa wollte schreien, doch diesmal konnte sie nicht.

 

4

Am nächsten Morgen öffnete Cindy die Tür von Melisas Kinderzimmer. Zeit zum Aufstehen, ein neuer Schultag stand bevor. Cindy konnte Melisa nirgendwo auf dem Kinderbett erkennen. Sie sah nur grünen Schleim.

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