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und nun findet man auch unsere ersten Gehversuche auf Mastodon

Lagerfeuerromantik I

 

 Copyright 2006 by Marcus Wallner

„Nun, ich will euch nicht unnötig Angst machen, aber ich bin mir sicher, dass es sie gibt. Es war damals, vor , oh mein Gott ist das wirklich schon solange her?“, begann er seine Antwort. „Leg doch bitte noch etwas Holz nach und nun macht es euch mal gemütlich. Nun gut, es mag wohl der Wahrheit entsprechen, dass diese Geschichte vor genau 13 Jahren geschah. Damals ward ihr grade mal geboren und dennoch solltet ich gut zuhören, denn wenn ihr wirklich wissen wollt, ob es auch heute noch Geister oder andere Spukgestalten gibt, werden euch meine Worte Sicherheit schenken. Denn alles was ich von damals noch weiß ist die Wahrheit es ist wirklich geschehen und was noch viel schlimmer ist, es kann schon heute Nacht wieder geschehen. Wenn man nicht aufpasst trifft es einen, ja einen von euch selbst, wie der Finger eures Lehrers, der auf den schwätzenden Schüler zeigt. Unverhofft kommt oft, pflegte meine Mutter immer zusagen, und damals kam es sehr oft. Und wäre es nicht vertrieben worden, hätte es wohl das ganze Dorf ausgelöscht. In unserem Dorf lebten zu der Zeit neun Familien. Ihr seid noch jung und die jungen, wie auch ich es war, hatten mehr Glück, denn ihre Beine waren schneller. Dennoch war der erste Junge, der damals sein Leben lies nur ein Jahr älter als ich es war. Johnny. Johnny war nicht sein richtiger Name, doch fanden wir es cool uns amerikanische Spitznamen zu geben. Johnny steuerte sein aufgemotztes Mofa gerade in Richtung unseres Nachbardorfes. Es liegt von hier nur etwa 40 km südlich. Also nicht zu weit weg, als dass die Gestalten von damals mittlerweile hier ihr Unwesen treiben könnten. Auf den 4km bis zur großen Kreuzung, passierte noch nichts ungewöhnliches. Doch nur 2km weiter stotterte die Kiste und der Motor viel aus. An Sprit hatte Johnny immer gedacht, das konnte es nicht gewesen sein. Mitten auf freiem Feld stand er da, die Sonne stand hoch am Himmel und weit und breit war niemand zu sehen. Er war allein. Ganz allein.

Die Hitze des Sommertages hatte gerade sein Zenit erreicht, es war sogar noch wärmer als es heute Mittag war, als wir schwimmen waren. Nein wirklich, damals waren die Sommer noch ärger als heute.

Johnny wollte das auch tun, doch wollte er es nicht alleine tun. Er war auf dem Weg zu seiner Freundin, Susanne. Susanne, und wir haben das immer „Suusään“ ausgesprochen, hieß auch anders, aber ihren echten Namen habe ich doch glatt vergessen. Tut mir leid Kids. Aber wie auch immer sie hieß, auf alle Fälle verfluchte Johnny sein Mofa, riss sich den Helm vom Kopf und stieg ab. Er sah noch mal um sich und entschloss sich zu Fuß weiter zu gehen. Er marschierte also los, und nur wenige hundert Meter weiter kam er endlich an den drei alten Kastanien vorbei. Sie spendeten ihm Schatten und er genoss es, nach der langen Zeit unter der unbarmherzigen Sonne seine mittlerweile nackten Füße in das Gras zu strecken. Er saß unter der mittleren und lehnte seinen Rücken an dessen Stamm. Einige Ameisen krabbelten daran hoch und eine kroch ihm über den Hals, was ein nervöses Zucken hervorrief. Kurz darauf zupfte er einen Grashalm und steckte ihn sich in den Mund. Er dachte sicherlich an Tom Sawyer und den Huckleberry Finn, oder wie der hieß. Fehlte nur noch der Strohhut und das Bild wäre perfekt gewesen. Doch die Idylle war nicht, was sie versprach, denn kurz bevor er in einen Traum versinken konnte, tauchten, hinter ihm zwei Gestalten auf, die ihn durch ihre ohrenbetäubenden Schreie beinahe zu Tode erschrocken hatten. Der eine war kaum größer als ein Kleinkind und der andere war immer noch um zwei Kopf kleiner als Johnny. Sie hatten überlange Nasen und ihre zerrupften Haare stanken, wie ein Rudel nasse Hunde. Sie trugen lediglich blaue Hosen mit Trägern und ihre Körper waren von den Haaren überwuchert, als hätten sie ein Fell. Sie kreischten und lachten, rannten um ihn und den Baum, sprangen über seine Beine hinweg und stachen mit Ästen auf ihn ein. Johnny traute seinen Augen nicht. Nicht nur, weil er solche Kreaturen noch nie zuvor zu Gesicht bekommen hatte, sondern vor allem, weil zwei Knirpse sich so etwas trauten. Er sprang auf und wollte sich einen der beiden schnappen. Mit hartem Griff packte er ihm am Kragen, doch die Haare waren so arg verfettet, dass er wieder abrutschte und dann gingen die Gnome zum Gegenangriff über. Wäre er nur fortgelaufen, könnte er noch am Leben sein. Wäre er nur. Doch er rannte nicht fort und so endete sein Junges Leben unter den drei Kastanien an denen wir die Jahre zuvor gemeinsam schwere Stöcke nach den Früchten warfen, um sie später den Tieren als Futter geben zu können. Es gab damals etwas Kleingeld für die Arbeit, die uns nur einen Heidenspaß brachte. Doch Johnny dachte wohl an vieles, nur nicht an die verspielte Vergangenheit, als er die weit aufgerissenen Mäuler mit den rasierklingenartigen Hauer der kleinen Gestalten vor sich sah. Sie bissen zu, wie Kampffische, immer und immer wieder, Hundert schnelle, harte Bisse und schon waren sie wieder weg. Er blutete bereits wie ein Schwein als sein Reflex im gebot zu rennen. Doch die Hitze und der Blutverlust machten ihn schwach und so kam er gerade mal 10 Meter weit. Die Gnome im Schlepptau sprangen auf ihn und zerbissen seine Halsschlagader. Er verblutete noch an Ort und Stelle. Und so lag er da, bis ihn etliche Stunden später sein Vater fand, der sich nach dem Abendessen und einigen Telefonaten auf die Suche gemacht hatte. Der Tod Johnnys löste eine Welle des Entsetzens aus. Polizei, Spezialeinheiten und weiß Gott was alles suchten nach den Tätern. Suchten nach Waffen, nach Motiven und vor allem nach Zeugen. Nichts. Die Nacht endete ohne Ergebnisse und mit der Morgensonne krochen auch wir aus unseren Betten direkt zu den Kastanien. Aus allen Nachbargemeinden kamen sie zusammen und fanden sich hinter den Absperrbändern der Polizei wieder, um sich mit den übelsten Gerüchten zu versorgen. Vom Kindermordenden Irren über einen Ritualmord und bis hin zu drogenabhängigen Neonazis war alles dabei. Doch, dass es zwei Gestalten aus der Unterwelt waren, die sich einen Spaß machen wollten, konnte und wollte damals noch keiner glauben. Warum auch? Lebten wir doch in einer aufgeklärten Zeit mit Radio, TV und Telefon. Inzucht und Homosexualität gab es natürlich nur in anderen Ländern und an Außerirdische durften nur Verrückte glauben.

Johnnys Mutter lag zu Hause, sie hatte sich die Nacht über die Seele aus dem Leib geheult und schlief nun endlich unter der Wirkung von viel zu viel Beruhigungsmitteln. Ihr Mann, Johnnys Vater, der eigentlich gar nicht Johnnys Vater war, aber das wusste außer der Mutter niemand, saß nebenan im Schaukelstuhl und der Aschenbecher neben der leeren Whiskeyflasche quoll bereits über. Er hatte seine Augen geschlossen, als sich die Verandatür öffnete und erneut die beiden Gestalten ihr Unwesen begannen. Er wehrte sich erst, als es zu spät war. Der schnelle Blutverlust löschte auch sein Leben aus. Die Tür knallte ins Schloss und schon waren die beiden Unholde wieder weg. Johnnys Mutter bekam davon nichts mit

Sekunde, ich zünd´ mir nur schnell eine Zigarette an. Gib mal das Feuerzeug rüber. Danke.

Also, Johnnys Mutter bekam davon nichts mit. Was ihr großes Glück war, denn der Schock hätte sie wohl auch umgebracht. Der Dorfpfarrer kippte um, als er die Eltern besuchen kam, denn er war der erste, der danach das Haus betrat. Draußen wartete seine Haushälterin, die ihn überall hinfuhr, weil der Pfarrer keinen Führerschein hatte. Sie wartete irgendwann zu lange und wollte nach dem Rechten sehen, was ihr auch nicht gut bekam. Ohne ihre Brille stolperte sie über den bewusstlosen Pfarrer und landete beinahe im blutverschmierten Schoß des Toten. Nachdem sie sich mehrfach übergeben hatte und die Polizei benachrichtigen konnte kümmerte sie sich um den Pfarrer. Die ersten Fliegen wuselten bereits auf Johnnys Vater, als die Kriminalbeamten eintrafen, um den Tatort zu sichern. Beinahe hätten sie sogar Johnnys Mutter vergessen. Doch eine Polizistin schaffte es, sie aus dem Haus zu bekommen, ohne dass sie einen Blick auf das Desaster hätte werfen können. Die Nachricht hatte sich schnell herumgesprochen und Panik brach aus. Soweit ich weiß hatten sich daraufhin alle in ihren Häusern verschanzt und stündlich von einem Haus zum anderen telefoniert, um nach dem Rechten zu fragen. Selbst mein sonst so friedvoller Vater, und ich bin mir sicher, dass er mein richtiger Vater ist, saß mit einer geladenen Schrotflinte unten im Foyer und biss sich seine Fingernägel kaputt. So, oder so ähnlich sah es in allen Haushalten aus. Nicht nur in unserem kleinen Dörfchen.

Der Tag war noch nicht zu Ende, als es mit dem düsteren Spiel weitergehen sollte. Johnnys Mutter war zwar schon längst in Sicherheit gebracht worden, da sich die Ermittler einig waren, dass die Morde etwas mit dieser Familie auf sich haben musste. Im Haus gegenüber, das Haus der Steins aber hatten sie keine Wachen aufgestellt. Die Steins waren Herr und Frau Stein. Ein uraltes Ehepaar, dass niemand in unserem Alter mochte. Sie waren irgendwie eigenwillig seltsam. Nicht annähernd so, wie man sich Großeltern vorstellen mochte. Meist bekam man sie nicht zu Gesicht, doch wenn, waren sie gereizt und nörgelten an allem rum, was ihnen gerade durch ihre wirren Köpfe wanderte. Nichts desto Trotz, hätte ihnen niemand von uns gewünscht, was ihnen einige Stunden später wiederfahren sollte. Der Abend war noch jung und vor den Türen taghell und freundlich warm. Dennoch waren alle Türen und Fenster im ganzen Dorf verschlossen und verriegelt. Die Steins hatten keine Schrotflinte, keine Waffen und wohl auch zu wenig Furcht. Durch den unverschlossenen Kellereingang huschten die Kreaturen ins Innere. Ein Biss da, ein scharfer Schnitt hier und schwupp waren auch die beiden tot. Kichernd tobten die beiden Figuren durchs Haus. Sie warfen Möbel um, ließen jeden Spiegel bersten und noch so manch unsinnige Zerstörung erfüllte ihre Herzen mit Freude. Erst, als sie in der Küche mit all dem feinem Geschirr zu arg wüteten und der Lärm bis über die Straße zu hören war mussten sie ihr Treiben beenden und sich aus dem Staub machen.

Stunden später stoppte unser Schulbus vor unserem Haus und zwei Polizisten klopften wie wild gegen unsere Haustüre. Wir wurden gebeten, halt, nein, wir mussten mitkommen und sie brachten uns und all die anderen aus unserem Dorf in die nächstgelegene Turnhalle, in der wir eigentlich immer unseren Sportunterricht hatten. Die Fahrt dauerte etwa 20 Minuten und die Stille war grausamer, als der stürmische Diskussionslärm, der in der Halle folgte. Obwohl es schon sehr spät war konnte ich keine müden Gesichter erkennen.

Ich hörte jemanden ´Freiheitsberaubung` rufen und ich dachte zuerst an den alten Herrn Stein, doch der war es mit Sicherheit nicht.

´Was ist mit unseren Häusern?` das rief so unglaubwürdig mir das selbst vorkam, meine eigene Mutter. Sie war so aufgebracht, wie noch nie zuvor. Ich sag euch, da ist es zugegangen wie im Irrenhaus. Rufe nach Waffen wurden laut und Forderungen, die Täter endlich zur Strecke zu bringen und so schrieen und schimpften sie eine ganze Weile, bis ein Mann in einer dunklen Uniform es irgendwann schaffte für Ruhe zu Sorgen und mit einer Ansprache zur Lage die Aufmerksamkeit auf sich zog. Er versuchte händeringend die richtigen Worte für etwas zu finden, was nicht erklärbar schien. Trotz all der Härte, den Verwüstungen und alledem hinterließen die Täter keinerlei Spuren. Nichts. Die Wunden, die den Opfern zugeführt wurden stammten wohl von Zähnen. Doch selbst die erfahrensten Spezialisten konnten sie keinem bekannten Tier zuordnen.

´Wir suchen also nach etwas Fremden.` Eine stille Sekunde folgte.

´So etwas wie ´nem Troll aus England?` rief einer in die stillgewordene Runde.

´Norwegen.` Antwortete trocken der Beamte von seinem Pult herunter. Und weiter meinte er: ´Norwegen, oder meinetwegen auch Schottland, und ja, damit haben sie vielleicht sogar recht guter Mann.`

Darauf donnerten die Leute los. Das Durcheinander war noch wirrer als zu Beginn.

´Nennen sie es, wie sie wollen. Von mir aus nennen sie unseren Täter einen Vampir oder Zombie. Das ist mir ehrlich gesagt scheiß egal. Ich habe das Problem einen Killer zu jagen, der keinerlei aber absolut gar keine Spuren hinterlässt. Nichts. Als wäre er nicht real. Wie ein Geist. Das Haus der Steins war verrammelt und verriegelt, wie alle ihre Häuser auch und dennoch kam es da rein. Wiederum, ohne eine Spur zu hinterlassen, das ist, was wir wissen und somit wissen wir nichts.`

Die Stimme des Beamten hallte aus und erneute Stille drückte auf die Gemüter bis allen klar wurde, dass sie selbst hier in der Halle nicht sicher waren. Was, wenn man sie nicht sehen konnte, was, wenn man ins Leere schießen würde? Sich wehrlos abschlachten lassen wollte niemand und wie eine Herde Büffel, die von einem Blitz in der Ferne aufgeschreckt wurde, stürmten alle auf den Ausgang zu, um sich möglichst schnell möglichst weit von diesem Ort des Schreckens zu entfernen. Jeder wollte sich in Sicherheit bringen. Logik und gesunder Menschenverstand waren wie ausgeknipst. Aber schon auf dem Parkplatz vor der Halle war Schluss, weil diesmal niemand seinen Wagen dabei hatte. Ungewohnt und dennoch die blanke Realität. Was aber noch viel schlimmer war, der Busfahrer, einer der Polizisten klebte tot am Fenster der Bustür. Innen. Der Bus war verschlossen und die beiden Quälgeister waren längst nicht mehr da. Sie hatten die Türen verriegelt, um es dem alten Mann unmöglich zu machen, zu fliehen. Seine Augen hatte er noch weit aufgerissen und das viele angetrocknete Blut in seinem Gesicht konnte nicht verbergen, dass er schreiend und in voller Panik starb. Genauer konnte ich ihn mir nicht ansehen, meine Eltern hielten mich zurück. Einige wenige schrieen auf, als sie sahen, was sie nicht begreifen konnten. Der Redner, der andere Polizist kam den Schreien folgend aus der Halle gestürzt und schickte uns hektisch wieder hinein. Viele der Männer wollten nicht hören und so zog der Mann seinen Dienstrevolver und drohte damit. Doch er konnte niemanden damit einschüchtern. Ein paar Männer brachen die Fahrertür des Schulbusses auf und stiegen ein. Wir brauchten nicht lange überlegen, als der Motor startete und rannten ebenfalls zum Bus und stiegen ein. Ich saß ziemlich weit hinten, da, wo kein Blut mehr war und sah, dass der andere Polizist draußen mit seiner Waffe in der Hand stehen blieb und einen kurzen Augenblick überlegte, bevor er sich umdrehte und in Richtung Halle marschierte. Ich weiß nicht, ob er je darin angekommen ist, denn das war das letzte Mal, dass ihn jemand sah. Unser Plan war es alle Häuser anzufahren, um von jedem das Nötigste einzupacken und dann so weit uns der Bus bringen würde nach Süden zu fahren. Als das erledigt war steuerten wir die Autobahn an. Kein einziges Fahrzeug kreuzte unseren Weg, nichts. Und ich musste an Johnny denken, ich stellte mir vor, wie er mit seinem Mofa versuchte uns zu folgen und kläglich daran scheiterte. Ich hatte das Gefühl, dass wir ihn irgendwie zurückließen. Das war ein beschissenes Gefühl. Blöd, aber das war, was ich fühlte. Wir waren noch nicht weit gekommen, als nach einem Kreisverkehr im Licht der Scheinwerfer die zwei haarigen Biester auftauchten. Neben und hinter unserem Fahrer, sprangen sie von ihren Sitzen auf und ihnen war klar, wer oder was das dort vorne sein musste.

´Gas! Gas! Gas! Halt voll drauf!` schrie unser Nachbar.

Er gab Gas, Vollgas. Die Nacht rauschte an unseren Fenstern vorbei und als der Aufprall zu erwarten war, blitzte es grell auf, dass sogar ich mir die Hand vor Augen warf. Der Bus bremste und wir flogen durch die Reihen. Der alte Motor schnaufte wie ein halbtoter Hengst nach einem Rennen und Dampf quoll unter der Haube hervor. Wir rappelten uns auf und kletterten nach Hinten, um zu sehen, ob wir etwas erkennen konnten. Doch da war nichts. Zumindest nicht gleich.

Die Männer schrieen uns an, sitzen zu bleiben und stiegen geordnet, wie ein militärischer Trupp aus. Sie marschierten um den Bus herum und leuchteten mit einer starken Taschenlampe umher. Dort, wo die beiden eben noch standen schimmerte der Asphalt, er glitzerte und funkte wie das Zeug, dass aus einem Sylvestervulkan rausspritzt. Ihr wisst schon, was ich meine. Doch waren diese Funken direkt auf der Straße und sprangen nicht nach oben weg oder so was. Sie schauten sich um, suchten und irgendwie blieb ihnen ein ängstlicher Blick. Ich weiß nicht, vor allem meinem Vater erkannte ich an, dass er sich nicht Sicher war.

Die Fahrt ging langsam weiter. Doch schon am nächsten Tag machten wir kehrt und wollten unser Glück versuchen. Seither waren die zwei Gestalten nicht mehr gesehen. Doch angeblich sollen vorige Woche oben an der Küste wieder zwei Kinder von etwas Unbekanntem gejagt und dann aufgeschlitzt worden sein. Aber macht euch keine Sorgen, denn das sind etwas mehr als 40km bis dahin. Ihr könnt also euren Urlaub hier genießen. Doch nun ist es Zeit für euch schlafen zu gehen, ich habe für morgen so einiges mit euch vor. Zumindest mit denen, die morgen wieder aufwachen. Gute Nacht.

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