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Die feinen Herren

(c) 2005 Christian Benedikt

Sein Apartment war dunkel und stickig. Nur kleine Sonnenstrahlen zwangen sich durch die Schlitze der Rolladen, die ihren Weg über den peinlich sauberen Teppich bis zum Bücherregal fanden.

Phillip Pold saß tief eingesunken in seinem Sessel und starrte zu dem gegenüber sitzenden Mann im silbernen Anzug, die Unterlippe vorgezogen wie ein kleines Kind. Der Mann schwenkte sein Weinglas vor sich, lauschte in die Stille oder dachte nach oder beides. »Wir sollten nun endlich besprechen wie's weitergeht.«, sagte der Mann, beugte sich nach vorne und stellte das Glas auf den Tisch. Anschließend setze er sich zurück und trommelte seine Fingerspitzen gegeneinander. Pold bedachte ihn mit einem leichten Nicken. Von draussen ertönte ein lautes Moped, das sich rasch näherte und genauso schnell wieder verstummte.

»Vielleicht«, sagte Pold, »sollten wir ... nun ja ... einfach nichts machen?«

»PHIL!!!« Martin Winterline warf die Hände in die Luft, beugte sich wieder nach vorn und stützte sich mit seinen Handballen auf die Knien ab. »Das ist doch wohl nicht dein Ernst!«

»Beruhige dich, Martin.« sagte Pold, erhob sich aus dem Sessel, ging zum Fenster und drückte eine Lamelle hinunter, um auf die Strasse sehen zu können.

Obwohl es auf dem Abend zuging, war die Sonne immer noch so hell wie am Mittag. Das Licht der Strassenlaternen schien so überflüssig wie ein Fahrrad für Fische.

Von hinten hörte Pold wie Winterline seufzte und sich von der Couch erhob. Er stellte sich neben Pold und schaute hinunter auf die Strasse, während seine linke Hand nervös mit irgendetwas in der Hosentasche klimperte. »Bereust du es?«, sagte er.

Pold setze sich wieder zurück in seinen Sessel, lehnte sich zurück und verzog seine Lippen zu einem fleischigen Knoten der Überlegung. »Nein.« sagte er schließlich und zündete sich eine Zigarette an.

»Und du?«

Winterline zögerte. »Nein.«

Pause. Der Raum war erfüllt von einer drückenden Stille.

Pold drücke seine Zigarette aus und wechselte das Thema: »Kennst du Sylvia Knehaus?«

Winterline wandte sein Blick vom Fenster ab und schaute zu Pold. »Die aus der Personalabteilung?«

»Richtig.«

»Kenn ich, wieso?«

»Nun ja, als ich sie vor 3 Wochen eingestellt habe kam sie in einem fast unsichtbaren Minirock. Vielleicht kommt sie in Zukunft nackt, wenn ich sie befördere?«

Winterline lachte und machte eine unanständige Geste, was den Witz für die beiden noch köstlicher machte. Pold lachte lautstark los und sah aus wie ein Kobold der sich die Hände rieb nachdem er seine Opfer getriezt hatte.

Der restliche Abend machte den Eindruck eines gemütlichen Männerabends zwei reicher Geschäftsleute.

Hier und da eine Anekdote, auf dessen Pointe sich jeder ein Glas Rotwein genehmigte; Erfolgsgeschichten der Firma, begleitet vom schweren Zigarrenrauch; Diskussionen über die neue S-Klasse und alles, worüber feine Herren halt so reden.

Das einzige, was nicht ins Bild passte war das kleine Mädchen, dass nackt auf einer Plane mitten im Raum lag. Die Beine obszön auseinandergestreckt, übersät mit Blutergüssen. Sie lag da, weggeworfen wie ein Spielzeug, das niemand mehr brauchte.

Pold holte zwei kleine Sägen und einen schwarzen Sack aus der Abstellkammer.

»So, Martin, hilf mir mal.« sagte er mit einer Zigarette im Mundwinkel. »Du fängst oben an, ich unten. Und pass mir mit dem Teppich auf - es macht keinen guten Eindruck wenn morgen meine Geschäftspartner kommen und der Teppich mit Blut übersät ist.«

Beide fingen wieder an zu lachen und machten sich an die Arbeit.

 

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