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Wer nicht hören kann,

muss fühlen!


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"Hey Dany, wie wär's mit einem Rendevouz?-Freitag, um Acht Uhr auf der Kirmes?"
Daniela schlägt verlegen die Augen nieder, grinst ein wenig verunsichert und läuft dann kichernd davon, allerdings nicht ohne sich noch mindestens dreimal umzudrehen. Tobias registriert es und nickt zufrieden.
"Also Tommy, am Freitag kann ich wohl nicht - da steht Dany an."
"Ja, die hast du sicher." Tommy stößt seinem besten Freund den Ellbogen in die Seite und zwinkert ihm zu, nicht ganz ohne Neid.
"Mensch Toby, wie machst du das nur immer? Letzte Woche Julia, davor die Katrin, am Schulball die Sandra... Alle Mädels reissen sich um dich!"
Toby lacht und zuckt gleichzeitig mit den Achseln.
"Ist vermutlich eines der großen Geheimnisse der Menschheit!"
"Wohl eher dein Geheimnis, hm?!"
"Ach komm." Tobys Gesicht verdüstert sich. "Was weiss denn ich, ich komm' halt gut an. Ist doch auch egal, warum." Und mit einem leichten Grinsen: "Es bleiben schon noch genug Girls für euch übrig!"
Tommy nickt, wenn auch ein wenig widerwillig und lässt sich von seinem Freund Richtung Klassenzimmer ziehen. Recht hat er ja, die Schule ist schliesslich groß und Mädchen gibt es genug. Toby entdeckt Melanie und winkt ihr zu. Melanie errötet und läuft schnell zu ihren Freundinnen, die sofort die Köpfe zusammenstecken. Toby schüttelt amüsiert den Kopf und setzt sich zufrieden auf seinen Platz. Frau Zimmermann betritt die Klasse und Tobys Gedanken verlassen die Mädchen und richten sich, wenn auch widerwillig, auf englische Grammatik.

"Hey Casanova, Lust auf eine heisse Wette?"
Der Zettel mit den riesigen roten Buchstaben flattert mitten während Frau Zimmermanns Vortrag über den Buckingham Palast auf Tobys Tisch. Hastig greift er danach und versteckt die verräterische Notiz unter seinen Heften. Eine Unterschrift ist nicht darauf zu finden, aber Toby weiss dennoch von wem sie war: Nur Micky hat die lästige Angewohnheit stets mit Rot zu schreiben, obwohl er sich deswegen ständig im Clinch mit den Lehrern befindet.
"Casanova."
Toby muss über diesen Spitznamen grinsen. Stimmte schon irgendwie, obwohl er nicht viel über den wahren Casanova weiss. Aber dass er über 100 Frauen hatte, meint er mal irgendwo gelesen zu haben. Soweit ist Toby noch lange nicht, aber zwei Dutzend Dates dürften es schon gewesen sein. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht, zumindest hofft Toby das.
Eine Wette? Toby runzelt die Stirn. Fragen kann er Micky nicht, zumindest nicht, solange Frau Zimmermann direkt vor den Schülern steht. Toby kann es kaum abwarten, ehe es endlich zum Stundenende klingelt.

"Mensch Micky, was soll dieser Wisch?"
Micky grinst vielsagend.
"Komm schon Toby, das wird ein Spass. Du wirst deinen Ruf als Casanova mal richtig unter Beweis stellen können!" Inzwischen haben sich noch vier andere Jungs um Toby und Micky versammelt und hören Mickys Vorschlag interessiert zu.
"Du kennst doch die Kleine aus der Neunten, Carmen oder so."
"Carmilla."
"Ja, genau. Die mit den langen schwarzen Haaren."
"Hmmm." Toby sieht plötzlich alles andere als fröhlich aus.
"Ungefähr fünf Jungs haben sie schon gefragt, ob sie mit ihnen weggeht, aber sie immer abgelehnt. Hat 'nen Freund, oder so. Na, jedenfalls wäre es echt einsame Spitze, wenn du am Wochenende mir der aufkeuzen würdest, hä?!" Mickys Augen blitzen und die Jungs um ihn herum beginnen begeistert zu jolen und in die Hände zu klatschen. Toby dagegen nagt an seiner Unterlippe.
"Ich weiss nicht recht", murmelt er, "wenn die doch 'nen Freund hat...?"
"Angst?!" Mickys Gesicht ist auf einmal ganz nah vor seinem und er kann dessen Grinsen fast schon spüren. Toby gibt sich einen Ruck.
"Wie bitte? Da kennst du mich aber schlecht!"
"Hi. Ich bin Toby, gehe in die Klasse über dir. Warst du nicht auch auf Lauras Fete?"
Carmilla schüttelt lächelnd den Kopf.
"Nicht? Tja, schade, ich hätte dich gerne schon früher kennengelernt!" Wow, was für eine Lässigkeit. Toby ist von sich selbst beeindruckt und beginnt sich zu entspannen.
"Ich heisse Carmilla. Toby, sagtest du?" Toby nickt, fast ein wenig zu eifrig.
"Eigentlich Tobias, Toby für meine Freunde, also auch für dich." Carmilla lächelt nur. Toby beginnt zu schwitzen.
"W-Wie wär's, wenn wir uns am Wochenende mal treffen würden? Kino oder so, um uns kennenzulernen?"
Carmilla schüttelt den Kopf. "Ich habe einen festen Freund."
"Heyhey, ich will dich ja nicht heiraten, ich will nur mit dir ausgehen! Das ist doch nicht so schlimm, oder?!"
Carmilla zögert. "Mein Freund ist ziemlich eifersüchtig. Er mag es nicht, wenn ich mit anderen Jungs ausgehe."
"Hey, tust du immer, was dein Freund dir sagt?"
"Nein, aber er würde es wirklich nicht mögen und... ich weiss nicht wie er reagieren würde." Die letzten Worte kommen so leise, dass Tobys Gesicht einen besorgten Ausdruck annimmt "Aber... er würde dich doch nicht etwa schlagen, oder?"
Erneut lächelt Carmilla. "Mich nicht, nein."
Erleichtert atmet Toby auf. Eine Schlägerei wäre wohl das kleinste Problem. Mit Micky, Tommy und den anderen zusammen würden sie diesem Typen ganz schön schnell das Fürchten beibringen, da ist er sich sicher. Und sollte es dann doch dazu kommen - so eine leichte Auseinandersitzung mit einem Typen wäre gar nicht mal so schlecht für sein Image. Vom eifersüchtigen Freund angegriffen - das wäre nicht übel für seinen Ruf als unwiderstehlicher Casanova, gar nicht übel!
"Also, geht das dann klar? Wir können uns am Frei- nein, am Samstag wäre besser" - schliesslich darf er Dany nicht vergessen, die ist am Freitag dran! - "also, am Samstag können wir uns treffen. Ich hol' dich ab, okay?"
Carmilla zögert noch. "Wir sollten das lieber nicht tun. Ron wird das gar nicht gefallen. Es wird ihm überhaupt nicht gefallen."
"Ach, wir gehen nur einmal ins Kino, essen Popcorn und du kannst deinen Freundinnen immerhin erzählen, dass du mit mir aus warst." Toby beisst sich hastig auf die Zunge, aber Carmilla scheint nichts gemerkt zu haben, jedenfalls wirkt sie nicht sauer. Etwas vorsichtiger fährt er fort: " Ich hole dich um sieben Uhr ab und dein Ron erfährt garantiert nichts, hm?!"
Carmilla sieht ihm einen Augenblick in die Augen und nickt schliesslich. "Also gut. Wenn du darauf bestehst... aber sag' hinterher bitte nicht, ich hätte dich nicht gewarnt."
Toby nickt und malt sich bereits Mickys fassungsloses Gesicht aus.

Am Samstag wartet Toby mit schlechter Laune auf Carmilla an ihrem vereinbarten Treffpunkt, der Bushaltestelle. Das gestrige Date mit Dany hatte nicht gerade seinen Vorstellungen entsprochen. Wer konnte denn auch ahnen, dass dieses Mädchen sich so viel auf eine Verabredung einbilden würde! Ob er sie sich nächste Woche wieder treffen würden, hatte sie gefragt. Und heftig geschluckt, als er verneint hatte. Und sogar geweint, als er sie auch für die nächsten Wochen abserviert hatte. Er hasst es, wenn es so läuft. Meist wissen die Girls schon, worauf sie sich bei ihm einlassen, aber Dany gehört wohl zu denen, die nach einem Date schon nach dem Verlobungsring schielen. Toby fühlt sich danach zwar nicht gerade wie ein Held, aber sonderlich besorgt über ihre Gefühle ist er allerdings auch nicht.
Nein, wirklich nicht.
Missmutig sieht er sich nach Carmilla um. Das fehlt nur noch, zwei Pleiten hintereinander! Er erwartet sich als "Wiedergutmachung" einiges von der heutigen Verabredung. Carmilla mochte zwar einen Freund haben, aber Toby hatte schon zu viele angeblich fest vergebene Mädchen ausgeführt, als dass er dem eine besondere Bedeutung beimisst. Ausserdem kann er sich kaum vorstellen, dass dieser Freund der blassen, stillen Carmilla eine Gefahr für einen großen Macher wie ihn darstellt. Allerdings beginnt er sich dennoch zu fragen, ob Carmilla überhaupt noch aufkreuzen wird. Zu allem Überfluss fängt es auch noch zu regnen an und als er zehn Minuten später immer noch an der Bushaltestelle steht, denkt er ernsthaft daran, zu verschwinden. Gerade, als er sich in Bewegung setzen will, sieht er Carmillas rabenschwarzen Haarschopf zwischen den Bäumen, die nah bei der Straße standen, auftauchen und Sekunden darauf steht das Mädchen neben ihm. Unsicher starrt sie sich auf ihre Schuhe, ehe sie tief Luft holt und zu reden beginnt, noch ehe Toby dazu kommt, ihr Vorwürfe wegen ihrer Verspätung zu machen:
"Es tut mir wirklich leid, dass du so lange auf mich warten musstest. Ich... wahrscheinlich hätte ich besser gar nicht kommen sollen. Kurz bevor ich gehen wollte, rief mich plötzlich mein Freund an. Als hätte er es geahnt. Er hat einen aussergewöhnlichen Instinkt in diesen Sachen, so etwas wie einen sechsten Sinn. Und er wollte unbedingt ganz spontan mit mir ausgehen. Ich habe ihm gesagt, ich müsste schwer für eine Klassenarbeit lernen. Dafür hatte er dann Verständnis." Sie blickt Toby an. "Er geht nämlich nicht zur Schule, weisst du. Niemand in seiner Familie hat einen Schulabschluss. Deshalb möchte er auch unbedingt, dass ich gut lerne, damit ich später einmal mehr Berufschancen haben werde als er." Toby langweilt diese Familiengeschichte - was ging ihn ihr Versagerfreund an?- , aber er macht gute Miene zum bösen Spiel.
"Das ist ja ein Ding. Aber, jetzt können wir ja losziehen, oder?"
Carmilla zögert.
"Er war immer noch ein wenig misstrauisch. Ich sagte dir ja, er ist sehr eifersüchtig. Ich habe... ich habe wirklich ein bisschen Sorge, dass er mir nachspioniert und uns entdecken könnte!"
Toby schnaubt verächtlich.
"Du lässt dir doch von so 'nem Typen doch nichts sagen! Wenn er dich nervt, dann mach' doch einfach Schluss mit ihm! Wär' vielleicht sogar das beste."
Carmilla schüttelt energisch den Kopf dass die schwarzen Haare nur so rauschen. "Er hat doch vollkommen recht! Ich sollte mich nicht mit dir hier treffen, dass ist... es ist nicht gut. Ich gehöre schliesslich zu ihm."
Das ist eine Herausforderung für Toby! Mit einem charmanten Lächeln streicht er Carmilla auf einmal über die Haare und spielt mit einer Strähne.
"Was hör' ich da? -Bereust du es etwa, dich mit mir getroffen zu haben? Also, ich kann deine Bedenken zwar gut verstehen, aber du denkst dabei anscheinend gar nicht an mich! Immerhin warte ich seit Wochen auf eine Gelegenheit, um dich anzusprechen! Und jetzt, wo ich endlich, endlich hier mit dir stehe, willst du zurück zu deiner Schnarchnase von Freund und mich allein zurücklassen?-Das kann einfach nicht dein Ernst sein!"
Carmilla lächelt verlegen und blickt wieder zu Boden. Doch Tobys Charme scheint seine Wirkung nicht zu verfehlen.
"Machst du dir wirklich etwas aus mir?" haucht sie atemlos. Tobys Lächeln bleibt unverändert.
"Ob ich mir etwas aus dir mache? Carmilla, Kleines, du gefielst' mir auf den ersten Blick als ich dich sah. Ehrlich gesagt, ich war mir sicher, dass ein so tolles Mädchen wie du einen Freund haben würde, deshalb habe ich mich wirklich nicht getraut dich anzuspechen. Aber neulich hast du so süß ausgesehen, dass ich einfach nicht anders konnte. Carmilla, ich bin so froh dass du überhaupt zu unserer Verabredung gekommen bist und es ist mir egal, wie spät es ist. Lass' uns einfach etwas spazieren gehen und alles andere vergessen..."
"Und - wenn mein Freund auftaucht?"
"Den vergisst du am besten ganz schnell. Was soll er uns denn schon groß tun?"

Der Abend verläuft nicht schlecht, aber Toby ist nicht zufrieden. Das Café ist zwar recht gemütlich und der Platz, den sie ergattert hatten, wirklich nicht übel - aber Carmilla blickt dauernd so unruhig um sich, als könne ihr eifersüchtiger Freund jeden Augenblick hinter der Theke hervorgeschossen kommen. Noch mehrmals hatte sie nervös Anstalten gemacht, sich doch noch vorzeitig zu verabschieden, aber Toby hatte mit Engelszungen auf sie eingeredet.
"Was ist denn nun schon wieder", raunzt er sie ungeduldig an, als sie wieder einmal besonders ängstlich um sich blickt. Jetzt schrickt sie ob seines rüden Tonfalls zusammen und greift hastig nach ihrem Milchshake.
"Entschuldige. Aber ich werde das Gefühl nicht los..."
"Was?! -Glaubst du etwas, dein anbetungswürdiger Ron kommt auf einmal hier hereingestürmt und schleppt dich eigenhändig hier heraus?!"
"Nein..." kommt es wenig überzeugend von Camilla. Toby verdreht genervt die Augen und beschließt angesichts der untragbaren Situation, dieses Date möglichst schnell zu beenden.
"Okay, du hast gewonnen. Ich bezahle die Shakes und du kannst nach Hause laufen und Ronnie-Herzchen anrufen, wenn du willst." Camilla nickt, sichtlich erleichtert, und macht schon Anstalten sich zu erheben. Toby hält sie noch zurück.
"Moment mal. Eigentlich hatten wir ja heute vor, ins Kino zu gehen, stimmt's? Tja, und ich fänd's ganz toll von dir, wenn du - falls mein Freund Micky dich zufällig danach fragen sollte - bei dieser Version bleiben würdest. Er muss ja nicht wissen, dass unser Date hier nicht ganz so wie geplant verlief, hm?"
Camilla fährt sich unsicher durch die Haare. "Ich weiss nicht recht... wieso soll ich ihn denn anschwindeln? Und warum sollte er mich überhaupt danach fragen?" Toby ahnt, dass er umlenken muss.
"Tja, weisst du, Kleines, ich habe deinetwegen ein tolles Fußballspiel abgesagt und er könnte ziemlich sauer werden, wenn er wüsste, dass ich nun doch nicht den ganzen Abend mit dir verbracht habe. Ich weiss, es ist albern, aber Fußball ist ihm einfach so wichtig." Toby zwinkert Camilla zu. Diese lächelt ein wenig und nickt endlich.
"Ist gut. Es ist nett von dir, dass du extra meinetwegen abgesagt hast. So etwas würden nicht viele Jungs machen."
Toby wirft sich heldenhaft in die Brust.
"Hey, was tut man eben nicht alles für so ein tolles Mädchen wie dich?" Oh Mann, denkt er, irgendwann kommt mir das ganze Gesülze noch zu den Ohren raus. Aber, was tut man nicht alles für seinen guten Ruf...
Mit vielen netten Worten und ein paar Schmeichelleien, die Camilla sanft erröten lassen, verabschiedet sich Toby und macht sich umgehend auf den Weg nach Hause. Das Wetter hat sich keineswechs gebessert, der Regen hat zugenommen und der Wind pfeift ihm unangenehm um die Ohren. Als es auch noch zu hageln beginnt, beschließt er, sich notdürftig unter einem Dach unterzustellen, um wenigstens ein paar Minuten lang vor dem ärgsten geschützt zu sein. Zitternd und frierend reibt er sich die eiskalten Hände und versucht sie durch ständiges Anhauchen ein wenig zu erwärmen, als er vor sich undeutlich eine Gestalt im Regen erkennt, die zielstrebig auf ihn zuzusteuern scheint. Im ersten Augenblick glaubt er Camilla zu erkennen, doch dann muss er feststellen, dass diese Gestalt zwar ebenfalls lange schwarze Haare trägt, jedoch viel grösser als das zierliche Mädchen ist. Verblüfft will er etwas sagen, als der Wind plötzlich dreht und der Regen ihm genau in sein Gesicht peitscht. Sofort dreht er den Kopf zur Seite, doch das Wasser fließt trotzdem in seine Augen und nimmt ihm kurzzeitig die Sicht. Während er mit dem Ärmel über sein Gesicht wischt, hält er instinktiv anwehrend seine andere Hand schützend vor sich. Die Gestalt tritt noch einen Schritt näher und fasst ihn an seinem Arm. Toby wird nach vorne gerissen und droht zu stürzen, hilflos rudert er mit den Armen und sucht nach Halt. Verzweifelt tritt er nach seinem unbekannten Angreifer, doch dieser lockert seinen eisernen Griff nicht für eine Sekunde, sondern fasst nur noch fester zu. Toby bricht in Panik aus und schlägt wahllos um sich, jedoch ohne einen Treffer zu landen. Der unbekannte Angreifer lässt ein grollendes Lachen ertönen und stößt Toby zu Boden. Toby landet unsanft auf dem Boden und verliert das Bewusstsein...

Camilla fasst die Hand ihres Freundes fester. Mit einem unterdrückten Seufzen sieht sie auf Toby, der reglos in einer Pfütze liegt, während der Regen auf ihn niederprasselt. Ronnie erwidert den Händedruck und schiebt sie sanft zur Seite.
"Komm schon, Kleines, das ist kein Anblick für dich." Camilla schüttelt den Kopf.
"Ist schon okay. Ich wollte es ja auch so. Er hat es nicht anders verdient."
"Ja, das scheint mir auch so. Mädchen hat er wirklich wie das letzte behandelt." Ron zuckt die Achseln.
"Trotzdem, er ist sicher nicht der einzige seiner Sorte. Ihm konnte ich es heimzahlen, weil du mein Mädchen bist. Aber alle anderen Typen seiner Art..."
"Wir können uns nun mal nicht um alle kümmern. Aber glaube mir, Toby hat es nicht anders verdient. Die Gefühle der Mädchen sind ihm völlig egal gewesen."
Ronnie nickt und wischt sich mit seinem Umhang den letzten Blutstropfen aus dem Mundwinkel.
"Trotzdem, manchmal habe ich das Gefühl, so etwas ist Gang und Gäbe bei euch Menschen. Eine schlimme Sache. Aber - vielleicht ändert er sich als Vampir."

 
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