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Wandertag 

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Der Marsch verlangte dem Kinderchor vieles ab.

Erst nach Stunden erreichten sie einen kleinen Bach, aus welchem sie das Wasser schöpften um ihre Flaschen zu füllen.

Die hölzerne Brücke überquerten sie gegen Mittag.

Von der starken Sonne arg gepeinigt, suchten sie nach einem schattigen Ruheplatz.

Am Horizont erkannten sie einige Bäume.

Dort angekommen schliefen die Kinder ein.

Es verging eine ganze Weile bis einer ihrer Begleiter die Kinder durch seine Rufe aus ihren Träumen riss.

Die Kinder bemerkten sofort, um was es ging und unterstützten ihn bei seinem Tun. Sie riefen gemeinsam nach dem anderen Begleiter, nach dem Führer der Gruppe, der nun nicht mehr bei ihnen war.

Ungläubige Blicke beherrschten die Gesichter. Viele Kilometer weit um diesen Schattenplatz folgte feiner Sand weiterem Sand. Überall nur Sand.

Drei Jungen marschierten zum Bach zurück. Sie vermuteten dort ihren Führer.

Sie fanden seinen toten Körper im Lauf liegen. Getränkte Kleider, schwer und unansehnlich. Sein blutender Leib sog das gesamte Wasser in sich auf.

Oberhalb des Toten verfärbte sich das Wasser immer mehr und mehr durch dessen Blut. Gegen jede Logik, gegen jeden gesunden Menschenverstand und gegen alles, woran diese Kinder glaubten bahnte sich das Blut seinen Weg aufwärts.

Ihre schweren Köpfe drehten sich verwundert und sie machten sich erneut auf, zu den Bäumen zu gehen. Wortlose Schritte, schweigende Blicke und Verwunderung. Die Gruppe erreichten sie erst spät.

Schattenplatz und Nachtigal. Kein Vogelsang und trotzdem friedliche Lieder. Der Knabenchor zelebrierte und dennoch klang es befremdlich. Die Nacht schluckte ihren Hall.

Schlafenszeit und Träumereien. Schweiß und Juckreiz. Nach Wasser gierend aufgewacht, beratschlagten sie ihren weiteren Weg. Links, rechts oder gerade aus erschien unmenschlich und sie verwarfen diesen Plan. Warten befand man auch als falsch. Doch zurück?

Über die schweren und abschreckend roten Kleider zu marschieren widerstrebte vielen. Dem Schrecken, dem sie entronnen waren, entgegentreten und wieder ihr junges Leben riskieren. Nein.

Der gewaltsame Tod des Führers bestärkte die Macht ihres anderen Begleiters.

Gemeinsam sollten sie es wagen. Gemeinsam einsam. Ohne Lieder, ohne Worte. Mutig und mit starrem Blick.

Der Tote Begleiter sog weiterhin auf, was ihm die Natur gab. Die stärksten Kinder versuchten die Leiche anzuheben. Der Duft des Toten wirkte und sie würgten ihr Innerstes aus ihren Leibern.

Die große Stadt lag noch weit entfernt und ohne Wasser konnte der Rückweg unmöglich lebendig beendet werden. Weder vom Begleiter, noch von den wenigen überlebenden Kindern. Die Trinkflaschen füllten sich mit roter Flüssigkeit.

Sand, nur Sand. Die Brücke morsch und die Hemden stanken. Weiter! Keiner wollte mehr dabei sein. Keiner wollte mehr hier sein. Viele wünschten sich den Tod. Schnell und schmerzfrei. Hauptsache schnell.

Ein schneller Tod.

War er denn je wirklich langsam oder gar zu spät?

Dem schnellen Tod schritten sie entgegen, denn es schien, als lebe er von jener Zeit an in ihrer alten Stadt.

In dem einst so friedlichen Städtchen, standen nur noch wenige Grundmauern. Flammend zog sich die Verwüstung vor langer Zeit über die Dächer. Nur eine Hand voll Aasfresser hinterlassen noch heute dort ihre Schatten.

Und dorthin sollte nun wieder der Weg dieser Kinder führen. Wer vermochte dies anzuordnen? Wer vermochte deren sicheren Tod zu dirigieren?

Es war ihr Führer, der Dirigent.

Die jungen Kehlen waren vertrocknet und so summten die stärkeren, um nicht weinend Fuß vor Fuß zu setzen. Glühende Eisen fielen vom Himmel auf sie herab. Kein Wasser mehr.

 

Stündlich verringerte sich die Zahl derer, die noch weitergehen konnten. Die Nacht barg nicht nur die erwartete Abkühlung. Sie half dem Begleiter seinen Weg zu finden, denn die Flammen über der Stadt waren weithin sichtbar.

Verträumte Stunden im kühlen Dunkel und verschwitzte Leiber wälzten sich im Dreck. Der Morgen, nur von der inneren Uhr einiger Kinder erkannt, überraschte alle. Kein Licht, keine Sonne. Wie damals im Eismeer.

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