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Morgen kommt sie wieder nach Hause 


© 2004 by Michael Navarro (Jake)


Heute war ein guter Tag.
Ich mußte es nur zwei mal erleiden.
An manchen Tagen ist es schlimmer.
Gestern zum Beispiel waren es sieben mal.
Aber es könnte heute nochmals geschehen, auch, wenn es schon abends ist und ich schon im Bett liege.
Gerade dann macht er es gerne.
Ich höre schon wieder seine Schritte.
Gott sei Dank, er geht nur ins Bad.


Zum Glück macht er es nur, wenn sie nicht da ist.
Und morgen kommt sie wieder nach Hause.
Dann habe ich wieder meine Ruhe vor ihm und kann ein ganz normaler Junge sein.
Ein Junge, der draußen mit seinen Freunden Fußball spielt.
Ein Junge, der die siebte Klasse des Wolfgang-Goethe-Gymnasium besucht.
Ein Junge.
Wieso macht er so etwas mit einem Jungen?
Und nicht nur mit irgendeinem, ich bin sein Sohn.

Schon wieder seine Schritte.
Ich habe Angst.
Er geht nur in die Küche, wahrscheinlich um sich ein Bier zu holen.
Ja, ich höre eine Flasche klirren, die er sich wohl aus dem Kühlschrank holt.
Was macht er, wenn sie leer ist?
Kommt er dann?
Oder lässt er mich für heute in Ruhe?
Das wäre in diesen Tagen das erste mal, dass ich im Bett liege und er mich schlafen lässt.
Wo Mama doch auf Geschäftsreise ist.
Sie verdient das Geld.
Papa schmeißt dafür den Haushalt.
Das geht in der heutigen Zeit, sagt Mama immer.
Sie arbeitet, er spült, putzt, bügelt und versorgt mich...
....versorgt mich.


Es ist ruhig im Wohnzimmer.
Ist er vielleicht vorm Fernseher eingeschlafen?
Das passiert ihm ab und zu.
Ich hoffe auch heute, oh Gott, bitte lass ihn eingeschlafen sein, dann war’s das für dieses mal.


Er macht immer was anderes mit mir.
Papa nennt es die verschiedenen Varianten.
Am Schlimmsten ist die Variante, bei der ich mich mit den Händen an die Wand lehnen muss, Beine auseinander, wie ein Gangster, der gerade von einem Polizisten gestellt wurde, denn diese schmerzt auch körperlich.
Mehr will ich nicht beschreiben.
Auch nicht die anderen Varianten.

Ich habe mich zu früh gefreut, Papa ist wach.
Er lacht gerade über etwas, das im Fernsehen passiert.
Aber vielleicht schläft er ja später noch ein.
Dann bliebe es mir doch noch erspart.

Ich habe mal versucht mich zu wehren, mich ihm zu entziehen.
Aber er ist stärker als ich und je mehr ich mich wehre, desto schlimmer wird es.
Es scheint ihm dann noch mehr Spaß zu machen.
Ich habe ihm schon einmal gebeten es nicht zu tun, damit aufzuhören.
Er hat nur gelacht und gesagt, ich wolle es doch auch.
Er würde es ja auch für mich tun.
Mir würde es doch auch gefallen, richtige Freude hätte ich dabei.
Wenn ich ihm sage, das dem nicht so ist, ignoriert er es entweder, oder tut es mit einem verächtlichen schnaufen ab, als würde er sagen wollen: Oh doch, dir gefällt es auch.
Aber das tut es ganz und gar nicht.
Ich hasse es.
Ich fühle mich danach so schlecht.
Ich fühle mich dann schmutzig.
Papa sagt auch immer, es müsse unser Geheimnis bleiben, ich solle es niemandem erzählen.


Wie gerne würde ich das tun.
Wie gerne würde ich es Mama sagen.
Aber ich trau mich nicht.
Sie würde es mir sowieso nicht glauben.
Das sagt Papa auch immer.
Und ich denke, er hat damit Recht.
Was würde Mama bloß von mir denken, wenn ich es ihr erzähle, sie es mir dann aber tatsächlich nicht glaubt?
Schließlich ist Papa ja ansonsten ein lieber Kerl.
Ich bekomme von ihm alles, er ist mir ein guter Vater.
Außerdem macht er es ja auch mit Mama, die will das ja sogar.
Aber wenn er es auch mit Mama macht, wieso sollte er es denn dann auch mit mir machen wollen?
Einem Jungen.

Einem Kind.
Seinem Sohn.
Nein, Mama würde es nicht glauben, das steht fest.

Wieder seine Schritte.
Diesmal habe ich kein Glück, denn er öffnet gerade die Tür zu meinem Zimmer.
Gedämpftes Licht fällt ein.
Das Licht, das ich auch immer in meinen Alpträumen sehe.
Mein Herz klopft heftig und ich zittere.
Nein, bitte nicht.
Hoffentlich merkt er nicht, dass ich weine, denn das macht ihn irgendwie noch schlimmer.
Er legt gerade seine Sachen ab.
Danach wird er zu mir ins Bett kommen.
Er ist jetzt schon ganz nah, ich kann seine Bierfahne riechen.
Gut, dass Mama morgen wieder nach Hause kommt.


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