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Das Messer des Mörders


© 2004 by Beelzebub

Bisher hatte ich nicht an die Existenz von Geistern geglaubt, noch weniger, dass ich von einem besessen sein könnte. Doch ich will nicht noch mehr vorgreifen, sondern die Geschichte niederschreiben, wie sie sich ereignete.

Ich war gerade erst umgezogen und machte einen kleinen Spaziergang, um die Umgebung zu erkunden. Hier auf dem Land war es idyllisch und nicht so unordentlich und schmutzig wie in der Großstadt.

An einem alten Antiquitätenladen machte ich halt und betrachtete die Gegenstände im Schaufenster. Sofort fiel mir ein Messer auf. Es war recht groß und wohl ein Fleischermesser. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht warum, aber ich konnte meinen Blick nicht von dem Messer nehmen. Als kleiner Junge schnitt ich mich mit einem Messer beim Kartoffelschälen. Seit dem hatte ich Furcht vor einem solchen. Dennoch faszinierte mich dieses Exemplar im Schaufenster, obwohl nichts besonderes daran war.

Ich ging zur Tür des Ladens und sie war entgegen meiner Erwartung offen. Es war früh am Morgen und alle anderen Geschäfte waren noch geschlossen.

Der Laden war unordentlich. Die Verkaufsgegenstände standen ohne ein Ordnungssystem im Weg. Ich musste mich davor bewahren, dass ich nicht über eines fiel. Ein kleiner hagerer Mann kam auf mich zu und frage, was ich begehrte. Ich sagte ihm, dass ich das Messer im Schaufenster kaufen wollte. Er erzählte mir sofort begeistert die Geschichte dieses Messers. Ich hörte ihm kaum zu, als ich das Messer in den Händen hielt und verstand deshalb nur teilweise was er sagte. Ich hörte, dass sein Großvater um 19 Hundert dieses Messer auf der Straße fand und deshalb beschloss ein Antiquitätengeschäft zu eröffnen. Trotz dieser Geschichte, die kein Ende zu nehmen schien, verkaufte er mir das Messer, ohne das ich feststellen konnte, dass es ihm schwer fiel.

Ich ging nach Hause mit meinem neuen Messer und legte es, dort angekommen, auf den Küchentisch. Ich setzte mich auf einem Stuhl und sah es an.

Stunden vergingen, als wartete ich auf ein Zeichen von ihm. Ich wusste nicht einmal warum. Ich konnte einfach nicht meinen Blick von ihm nehmen. Schließlich stand ich auf, als es dunkel wurde, das Messer nahm ich mit und legte mich in mein Bett, dass sich eine Etage über der Küche befand. Das Messer legte ich auf meinen Nachttisch. Bald darauf schlief ich ein.

Mitten in der Nacht stand ich auf. Wie im Traum nahm das Messer vom Nachttisch. Ich hatte das Gefühl, als würde jemand anderes meinen Körper steuern und das schlimmste war, dass ich alles mit ansehen musste, was er in meiner geistigen Abwesenheit tat. Mein Körper verließ das Haus und lief zielstrebig die Straße entlang. Die fremde Seele in meinem Körper schien irgend etwas zu suchen. Oft schaute sie Gassen hinein, und da sie leer waren, gingen wir weiter. Nach einem längeren Fußmarsch sahen wir eine Frau am Straßenrand stehen. Wir gingen nah an sie heran. Dann holten wir das Messer aus der Tasche. Er schnitt ihr ohne mit der Wimper zu zucken die Kehle durch. Ich versuchte mich zu wehren, doch mein Körper gehorchte mir nicht mehr. Als die Frau zu Boden sackte, schleppte er sie in eine nahe liegende dunkle Gasse. Er verstümmelte die Leiche. Mir wäre nichts lieber gewesen, als meine Augen zu schließen, doch auch dies ging nicht. Selbst sie gehorchten mir nicht mehr.

Später schloss ich dann doch die Augen, jedoch war dies wohl nicht mein Befehl, sondern der der fremden Seele. Als ich wieder schauen durfte, hielt er eine halbe Niere in der Hand. Ich verspürte einen Brechreiz. Noch nie zuvor hatte ich eine menschliche Niere gesehen. Ich wurde bisher bereits ohnmächtig, wenn mir Blut abgenommen wurde. Er nahm eine Plastiktüte aus meiner Jacke und tat das Organ hinein.

Ich wusste nichts von dieser Tüte. Überdies konnte ich mir nicht erklären, wann er sie genommen hatte. Ich schaute an meinen Sachen entlang, und erlitt den nächsten Schock. Ich hatte nicht den Schlafanzug an, mit dem ich mich am Abend begleitete. Ich trug eine schwarze Hose, ein schwarzes T-Shirt und einen schwarzen Mantel. Das Messer sowie die Ausbeute verstaute der Mörder in seiner Tasche. Wir gingen langsam zurück. Zuhause angekommen nahm er einen großen Umschlag aus meiner Schublade. Er packte die halbe Niere der Frau und einen Zettel hinein. Auf dem Zettel unterschrieb er mit Jack the Ripper. Das Päckchen schickte er an die Polizei. Er ging noch in der Nacht zum Postkasten.

Unmittelbar danach wachte ich in meinem Bett auf. Freilich dachte ich zunächst, dass alles nur ein Traum war. Doch dann sah ich das mit Blut überzogene Messer auf meinem Nachttischschrank liegen. Dann hatte ich keine Zweifel mehr. Ich hatte die Frau umgebracht, wenn auch nicht mit meinem Geist.

Sie berichteten von dem Paket, mit der halben Niere, am späten Nachmittag in den Nachrichten. Sie berichteten von einer großen Panik, die unter den Leuten umging. Sie sagten, dass der Mord die Handschrift Jack the Rippers trug, der Ende des 19 Jahrhundert mordete. Experten vermuteten, dass es ein verrückter Fan des Massenmörders wäre. Doch die befragte Bevölkerung meinte, dass Jack the Ripper wieder auferstanden sei.

Mich beschlich das Gefühl, dass Jack the Ripper durch das Messer weiter lebte. Ich hätte das Messer gern weg geworfen, doch ich konnte es nicht mehr von meinem Nachttisch nehmen.

In der folgenden Nacht geschah dasselbe wie 24 Stunden zuvor. Abermals brachte die Seele des Mörders eine Frau um, die wieder an der Straße auf Kundschaft wartete. Auch der Teil mit der halben Niere wiederholte sich und er schickte sie wieder an die Polizei.

Ich wachte nach der Tat im Bett auf.

An diesem Tag kam die Polizei in mein Dorf und befragte die Leute, was sie zum geschätzten Tatzeitpunkt gemacht hatten. Darüber hinaus schauten sie sich die Häuser an. Als es an meiner Tür klingelte rutschte mir das Herz in die Hose, als ich die Polizei sah. Ich konnte den Beamten schließlich schlecht sagen, dass das Messer mich anstiftete in der Nacht zu morden.

Sie fragten mich, was ich gegen 22 Uhr gemacht hatte und ich antwortete ihnen, dass ich geschlafen hätte. Mit dieser Antwort waren sie jedoch noch nicht zufrieden und schauten sich in meinem Häuschen um. Sie suchten nach der Tatwaffe. Zum Schluss wollten sie sich noch mein Schlafzimmer anschauen. Mir war es jedoch immer noch nicht möglich gewesen, das Messer zu entfernen. Als die zwei Beamten mein Schlafzimmer betraten, war das Messer verschwunden. Mir viel ein großer Stein vom Herzen.

Die Polizisten verabschiedeten sich freundlich, entschuldigten sich für die Störung und gingen.

Ich betrat abermals das Schlafzimmer, doch da war das Messer mit Blutflecken wieder da.

Die Mordserie nahm kein Ende. Nacht für Nacht brachte ich Frauen um. Alle auf die selbe Art. Ich konnte nichts dagegen tun. Jack the Ripper wütete und das durch mich.

Als ich keinen anderen Ausweg mehr sah ging ich zu dem Antiquitätenladen in dem ich das Messer gekauft hatte.

Der Mann schaute mich ernst an, als ich das Geschäft betrat. Er fragte mich gleich, ob ich die Morde an den 7 Frauen begangen hatte. Ich bejahte und erzählte ihm alles im Einzelnen. Er erzählte mir die Geschichte seines Großvaters darauf hin noch einmal und bat mich, diesmal genau zu zuhören.

Sein Großvater hatte als kleiner Junge beobachtet, wie Jack the Ripper sich mit dem Messer umbrachte, mit dem er zuvor noch eine Frau getötet hatte. Der Junge rannte weg. Eine Woche später ging er noch einmal zu der schrecklichen Stelle doch die zwei Leichen waren weg. Nur das Messer lag noch da. Es war kein Tropfen Blut mehr daran. Der Junge packte es ein, weil er befürchtete, dass das Messer nicht zum letzten Mal gemordet hatte.

Ich schaute den Verkäufer an und fragte, ob dies das Messer von Jack the Ripper sei. Er nickte wortlos. Nach einer Weile des Schweigens sagte er, dass es ihm leid tut, das er die Geschichte seines Großvaters nicht ernst genommen hatte und damit das Messer einfach verkauft hatte.

Ich fragte, ob er wüsste, wie man das Messer und damit verbunden, auch den Mörder, wieder los würde.

Er schaute mich zunächst wortlos an und schien dabei genau zu überlegen, bevor er antwortete. Er sagte, dass es möglich sein müsste, nur Jack the Ripper umzubringen, da er sich nur in der Nacht zeigt.

Er fügte noch hinzu, dass ich mir keine Sorgen machen soll. Er würde heute Nacht Jack the Ripper töten.

Ich wusste nicht was er vor hatte und ging an diesem Abend wie immer früh ins Bett. Jack the Ripper erwachte wieder und verließ mit dem Messer das Haus. Er schaute sich nach seinem Opfer um. Doch die Frauen waren auf Grund der Nachrichten vorsichtiger geworden, sodass es fast unmöglich war noch eine zu erwischen. Doch ich wusste, dass er nicht eher ruhen würde, bis er sein Opfer gefunden hatte. Ich fragte mich, wo der Ladenbesitzer ist und wie er den Mörder umbringen wollte, obwohl ich doch immer bei ihm war. Doch dann schaute ich in ein Fenster und sah, dass im Spiegelbild nicht mein Gesicht zu sehen war. Ich habe ein schmales Gesicht mit ganz kurzen Haaren. Der Mann im Spiegel hatte langes zotteliges Haar und ein breites Gesicht. Hinzu kam, dass er mich mit einem teuflischen Grinsen ansah.

Anscheinend hatten sich nicht nur meine Sachen geändert, sondern mein ganzer Körper. Oder mein Körper liegt noch im Bett und der Mörder brauchte nur meine Seele. Zweitgenantes erschien mir sinnvoller. Er durfte wahrscheinlich nicht ohne Seele hier herumlaufen.

Der Ladenbesitzer hatte dies wohl vor mir heraus bekommen und hoffte, dass wenn er Jack the Ripper umbringt, meine Seele sich von allein befreien würde. Ich erblickte den Ladenbesitzer im Spiegelbild des Schaufensters. Der Mörder drehte sich blitzschnell um und erstach ihn.

In diesem Augenblick wurde mir klar, dass Jack the Ripper wahrscheinlich nie eine Seele hatte.

Wie ich den Geist von Jack the Ripper wieder los werde, weiß ich noch immer nicht. Wenn ich wieder Jemanden bitte mir zu helfen, wird ihn der Mörder umbringen. Deshalb schreibe ich diesen Bericht am Tag und werde ihn an die Polizei senden. Es ist schließlich ihre Aufgabe den Mörder zu fangen. Ich kann mich nicht selbst umbringen. Ich kann kein Messer heben, wenn ich diese Absicht habe. Aufhängen gelingt mir auch nicht, da die Stricke nicht am Harken halten. Egal wie ich versuche mich umzubringen, es gelingt mir nicht. Jack the Ripper scheint auch auf meine Seele acht zu geben. Außerdem befürchte ich, dass wenn man mich tötet, meine Seele für immer ihm gehört.

Jack the Ripper kann von niemandem gefangen werden. Das wurde schließlich schon einmal festgestellt.

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