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Dachboden


© 2003 by Jake

poch... poch...

Jake Henderson wurde aus den Schlaf gerissen.

´Großer Gott, geht das schon wieder los!", dachte er

poch...poch... pochpoch....

Es war die dritte Nacht hintereinander, die dritte Nacht, in der er hier wohnte. Jake hatte sich in dieses Haus regelrecht verliebt, als er es sah. Es war außerhalb der Stadt und somit ruhig gelegen. Er hätte nie gedacht, das er mit seinen erst neunzehn Jahren so früh schon an ein eigenes Heim kam. Aber Jake war ein Glückspilz. Zum ersten Mal in seinem Leben spielte er Lotto und gewann auf anhieb knapp 600.000 $. Jake kaufte das Haus und den Rest legte er an. Und das war noch jede Menge, denn er traute seinen Ohren nicht, als der Makler ihm erzählte: "Für 400.000 $ gehört der Kasten ihnen."

Gut, das Haus brauchte hier und da einen neuen Anstrich, aber sonst war es intakt. Es war wesentlich mehr wert.

"Wieso ist es so günstig?", wollte Jake wissen.

"Nun, angeblich spukt es dort und der Vorbesitzer kam auf tragische Weise ums Leben."

"Wie ist er gestorben?"

"Ich glaube zu wissen, das er auf dem Dachboden gefunden wurde. Herzinfarkt. Mit vierundzwanzig!"

"Na ja, ungewöhnliches Alter. Aber was hat das mit dem Haus zu tun?"

"Die Leute hier glauben, es hätte was mit dem Spuk zu tun. Wie dem auch sei, es ist nicht gut an den Mann zu bringen wegen dieser Geschichte, das gebe ich offen zu."

Jake lächelte. "Also, ich bin nicht abergläubig, ich nehme es.", sagte er, obwohl er den Verdacht hatte, der Makler würde ihm was verschweigen. Er wusste nicht, wie recht er damit hatte.

poch... poch... poch...

Bestimmt hat dieses Klopfen eine logische Erklärung. In der Tat war Jake nicht abergläubig und an Spuk glaubte er erst recht nicht. Er erinnerte sich an die erste Nacht. Als das Klopfen begann lag er zitternd und ängstlich in seinem Bett. Es kam eindeutig vom Dachboden und hörte sich an, als schlüge jemand mit Metall auf Stein. Zuerst wollte er aufstehen und nachsehen, worum es sich handelte, aber dann hörte das Klopfen auf. Es dauerte ungefähr eine Stunde an. Am nächsten morgen ging er dann zum Dachboden. Dort standen ein paar alte Kisten rum mit sinnlosen Plunder. In der Ecke stand ein Stuhl. Mehr war dort nicht zu sehen. Aber er würde die Sache auf den Grund gehen. Wenn das Klopfen in der nächsten Nacht wiederkäme, würde Jake Nachschauen gehen. Und es kam wieder. Er schnappte sich die Taschenlampe, die er in einer Schublade auf dem Flur verstaut hatte und stieg die Stufen hoch zu Dachboden, die unter seinen Füssen knarrten. Aber als er vor der Dachbodentür stand verließ ihn der Mut. Er machte kehrt und rannte fast die Stufen runter. Noch nie hatte er eine solche Angst verspürt. Als Jake auf der untersten Stufe ankam lies die Angst etwas nach.

´Jake Patrick Henderson, was bist du bloß für ein elender Feigling.´, dachte er und wollte gerade wieder die Treppe hoch, um sich selbst zu beweisen, dass er das nicht war, als das Klopfen aufhörte. Jake dachte darüber nach, ob er doch nachsehen sollte, kam aber zu der Meinung, dass es zwecklos wäre.

Poch... poch poch... poch...

´Heute schaust du nach!´

Jake stand auf und ging in den Flur. Er schnappte sich die Taschenlampe und stieg die Stufen hinauf, die parallel zu dem Klopfen knarrten und einen unheimlichen Rhythmus ergaben.

´Die Musik des Teufels!´, dachte er und musste fast lachen.

Als er oben ankam hätte er beinahe wieder gekniffen. Dann atmete er einmal tief durch und lies seine Hand auf die Klinke wandern. Er erstarrte wieder kurz und atmete erneut einmal durch. Dann drückte Jake die Klinke runter und ging hinein. Er stand auf dem Dachboden, aber das Klopfen war nicht mehr zu hören. Dennoch, was er da im Mondlicht sah, das durch das Fenster des Daches schien, ließ ihn das Blut in den Adern gefrieren. Am Dachbalken wurde ein Seil zu einer Schlinge geknüpft. Unter der Schlinge stand der Stuhl, der sonst immer in der Ecke gestanden hatte. Jakes Hals wurde trocken und er bekam eine Gänsehaut. Dann fuhr er zusammen denn das Klopfen fing wieder an. Es kam aus einer Ecke links von ihm. Der Mondschein beleuchtete nur die Mitte des Dachbodens und so musste er seine Taschenlampe einschalten. Dies gelang ihm nicht auf anhieb, so zitterte er. Jake sah in die Richtung, aus der das Klopfen kam. Eindeutig da war etwas. Ungefähr auf Hüfthöhe starrten ihn ein paar grünleuchtende Augen an. Jake erschauderte erneut aber diesmal fand er den Schalter der Taschenlampe und leuchtete in die Ecke. Dort stand ein Kobold. Er war klein, grün und hässlich. Seine Glotzaugen starrten Jake verächtlich an. Er hatte eine breite Nase und dünne Lippen, die zu einem grässlichen Grinsen zurückgezogen waren, welches messerscharfe Zähne preisgaben. Seine Kleidung bestand aus alten, schmutzigen Fetzen. Auf dem Kopf trug er eine Mütze mit Glöckchen, die Jake an einen Joker aus einem Kartenspiel erinnerten. In seiner rechten Hand hatte der Kobold einen Hammer, in der linken einen Meißel. Der Kobold drehte sich von Jake weg und schlug damit auf etwas.

Poch... poch... pochpoch…

Jake leuchtete auf die Stelle und sah, das der Kobold etwas in einen Stein meißelte. Es war eine Inschrift, die er las:

Jake Henderson

*17. August 1984

+ 3. September 2003

R.I.P.

Ein Grabstein. Mit seinem Namen, Geburtstag und dem heutigen Datum als Todestag. Vor Schreck ließ Jake die Taschenlampe fallen die sofort erlosch. Der Kobold lachte, wobei Jake an einen Gremlin denken musste. Das Lachen ging ihm durch Mark und Bein. Er rannte zur Tür die mit einem lauten Knall sofort zuschlug. Als er sie erreichte und die Klinke fand bemerkte er, dass sie verschlossen war. Er rüttelte an der Klinke aber die Tür ließ sich nicht öffnen. Wieder das gremlingleiche Lachen. Jake ließ sich auf seine Knie fallen und krabbelte zu der Stelle zurück, an der die Taschenlampe liegen musste. Als er nach ihr tastete bemerkte er nicht, dass das Klopfen wieder aufgehört hatte. Er fand die Taschenlampe aber er brauchte sie nicht einzuschalten. Jake hörte jetzt das Trippeln von Schritten kleiner Füße. Glöckchen ertönten, die von der Mütze des Kobolds stammen mussten. Jake schaute in die Richtung und sah zwei leuchtende Augen auf ihn zukamen. Er schrie auf und schlug mit der Taschenlampe in Richtung Kobold, und traf. Mit einem protestierenden Schmerzensschrei flog der Kobold rückwärts. Jake hatte sich inzwischen etwas an die Dunkelheit gewöhnt. Er sah einen kleinen, sich bewegenden Schatten am Boden liegen. Dann fuhr die Kreatur hoch. Diesmal leuchtete nur noch ein Auge, das Andere schien er dem Kobold ausgeschlagen zu haben. Das Wesen knurrte und heulte zu gleich. Es griff erneut an. Wieder schlug Jake mit der Taschenlampe nach dem Kobold. Doch diesmal verfehlte er und das kleine Monster sprang ihn ins Gesicht. Ein Schmerzensschrei überkam ihn denn der Kobold schlug Jake mit dem Hammer auf den Kopf. Dann fiel er in das tiefe, schwarze Loch der Bewusstlosigkeit.

Jake wachte langsam auf. Etwas lag um seinem Hals. Er wollte danach greifen aber seine Arme gaben nach.

´Bin wohl noch nicht ganz bei Kräften.´

Was war geschehen? Jake hatte Kopfschmerzen. War er gestolpert und ist mit dem Kopf aufgeschlagen?

schlagen, Hammer....

Er hörte ein kichern...

Gremlin... Kobold...

Oh Gott, der Kobold!!! Jake fiel auf anhieb alles wieder ein. Dieses kleine Biest. Der Hammer, der Meißel, der Grabstein! Jake wollte aufstehen. Dann merkte er, das er bereits stand. Wie war das möglich? Er hatte keinen besonders festen Boden unter seinen Füssen, war noch ziemlich wackelig auf den Beinen, lag aber nicht mehr. Dann öffnete Jake die Augen. Im Mondschein konnte er unter sich den grinsenden Kobold sehen. Sein verbliebenes Auge starrte Jake voller Hass an.

´Aber wieso ist das Vieh so weit unten?´

Es kam Jake vor, als sei er gewachsen. Dann erst wurde es ihm bewusst und verstand alles. Er stand nicht auf den Boden, er stand auf dem Stuhl in der Mitte des Raums. Das, was um seinen Hals lag war die Schlinge, die am Dachbalken hing.

´Wie zum Teufel bin ich hierher gekommen?´, dachte er voller Panik.

Dann lachte der Kobold wieder. Er war ´s. Jake wusste nicht wie dieses kleine Männchen das vollbringen konnte, aber das spielte auch keine Rolle. Schließlich ist auch die Dachbodentür wie von Geisterhand abgesperrt worden. Entsetzen stand Jake ins Gesicht geschrieben. Voller Angst sah er zu dem Kobold runter. Erst jetzt bemerkte er den Grabstein, der links neben dem hässlichen Wesen stand. Lachend trat es gegen den Stuhl. Dieser wackelte kippte aber nicht.

"Nein!", schrie Jake, "Nicht!"

Voller Panik griff er nach dem Seil, bekam es aber nicht zu fassen.

Der Kobold trat erneut gegen den Stuhl. Diesmal bewegte er sich nach hinten und Jake stand jetzt nur noch auf dessen vorderster Kante. Schallendes Lachen begleitete einen ernuten Tritt des Kobolds, der Stuhl kippte nach hinten und Jake verlor den Halt. Langsam zog sich die Schlinge um Jakes Hals und schnitt ihm die Luftzufuhr ab. Seine Kehle brannte. Gackernd verschwand der Kobold in eine Ecke und war nicht mehr zu hören. Jakes letzter Blick fiel auf den Grabstein. Er wusste jetzt genau, was der Makler ihn verschwiegen hatte. Neben der Leiche des Vorbesitzers dieses Hauses, fand man genauso einen Grabstein mit dessen Namen. Dann wurde es dunkel. Für immer.

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