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Kennst du die schon?

© 2003 Birger Berbüsse

OK, kennst du die schon?

Nicht? Dann hör mal gut zu!

Der Mann hieß Karl. Alles klar?

Karl war Mitte Dreißig. So ungefähr jedenfalls. Keine besonders große Leuchte, arbeitete inner Fabrik am Fließband. Keiner, der großartig auffällt oder so. Tagsüber Normalschicht in der Halle, abends mit Bier vor der Glotze oder den Kumpels in der Kneipe um die Ecke. Und am Wochenende dann Disco-Fete. Hatte wohl einfach nicht mitgekriegt, dass die Zeiten für ihn eigentlich schon vorbei sind. Muss jedes Mal der Älteste gewesen sein. Dann stand er da mit seinem Bierbauch an der Theke, quatschte mit ein paar halbwegs Gleichaltrigen und soff Cola-Korn. Oder Wodka-Redbull. Vielleicht auch mal Feigling. Weiß ich nicht so genau. Ist aber auch eigentlich egal, denn wichtig ist nur, dass Karl ordentlich geschluckt hat. Ich würde nicht so weit gehen und ihn Alkoholiker nennen, aber auf solchen Feten hat er sich jedenfalls immer ordentlich einen gegeben. Bis zu diesem einen Samstag. "Tanz in den Mai" im Nachbardorf. Karl war da. Natürlich. Ist selber hingefahren. Das macht er übrigens immer, ist nichts besonderes, das musst du wissen. Karl ist immer zu den Feten selber gefahren, aber hat das Auto dann stehen gelassen. Zurück ist er immer mit irgendwelchen Bekannten oder auch mal mit dem Taxi. Meistens war er eh so voll, da kam es ihm auf die paar Mark auch nicht mehr an. An diesem einen Tag feiert Karl also ganz besonders ausgiebig. Hat unter der Woche Geburtstag gehabt, glaub ich. Er steht also wieder an der Theke und trinkt und trinkt und trinkt. Dabei schmeißt er seinen Saufkumpanen eine Runde nach der anderen. Die nehmen natürlich dankend an, und es ist auch ne verdammt lustige Runde. Es wird später und später, und nach und nach verschwindet einer nach dem anderen. Bis Karl am Ende ganz alleine an der Theke steht, so gegen drei Uhr nachts. Schließlich schmeißt die Security ihn raus. Da steht er also plötzlich. Keine Kumpels mehr da, mit denen er jetzt nach Hause fahren könnte. Kein Handy, um nen Taxi zu rufen und sowieso kein Geld mehr, um es danach noch zu bezahlen. Auf Laufen hat er auch keinen Bock. Was macht unser Karl also? Richtig, er setzt sich in sein Auto und fährt nach Hause.

Man muss dazu sagen, dass er das wirklich noch nie getan hat. Er ist noch nie mit mehr als einem Bier intus Auto gefahren. Doch in dieser Nacht macht er das halt. Karl guckt sich also noch einmal um, ob ihn auch keiner sieht und fährt los. Im Ort fährt er dann auch noch wirklich langsam, höchstens so 25km/h, schätz ich jetzt ma. Aber dann, als er auf der Landstraße ist, gibt er Gas. Es sind so rund 10 Kilometer bis zu sich nach Hause und ne ziemlich grade Strecke. Links und rechts nur Wiesen und Felder. Der Wagen schlingert jetzt doch gehörig, aber Karl scheint das gar nicht zu merken. Er gibt wohl sogar noch ein bisschen mehr Gas. Einmal kommt er sogar fast von der Straße ab. Man sollte jetzt meinen, dass ihm das zu denken gibt und er den Wagen abstellt, um vielleicht die letzten Kilometer doch zu Fuß zurückzulegen. Ne! Karl fährt weiter. Und das ist der Moment, wo diese Story richtig fies wird. Denn jetzt kommt die einzige wirklich richtig scharfe Kurve auf der Strecke. An der Stelle bildet die Straße quasi einen rechten Winkel nach links. Das Auto rast beinahe ungebremst in die Kurve und Karl verliert die Gewalt über den Wagen. Er tritt auf die Bremse und reißt das Steuer rum. Dabei kommt er jetzt aber dummerweise komplett auf die Gegenfahrbahn. Schon erraten, was jetzt passiert? Richtig: Genau in dem Moment kommt ihm ein Motorrad entgegen. Karl kann nichts mehr machen und der arme Kerl knallt ihm ungebremst vor die Karre. Das Motorrad wird hochgeschleudert, und der Fahrer kracht mit voller Wucht auf die Windschutzscheibe. Ein paar Meter liegt er auch noch drauf, dann rollt der Typ runter und bleibt am Straßenrand liegen. Karl bringt den Wagen zum Stehen. Er ist leichenblass, was sonst? Die Windschutzscheibe ist von dem Aufprall des Körpers zersplittert. Als Karl sich umschaut sieht er den Typ da am Straßenrand liegen. Aber Karl ist voll, absolut besoffen, n paar Dutzend Promille vielleicht. Er denkt sich, hat doch keiner gesehen, dass ich das war, und fährt weiter. Den Typen lässt er liegen, so knalle dicht wie er ist, denkt er gar nicht daran, dass dem Kerl geholfen werden muss, falls er denn überhaupt noch lebt. Jetzt fährt er natürlich ganz langsam und schlingert auch fast gar nicht mehr. Die letzten anderthalb Kilometer bis zu seiner Bude legt er problemlos ohne weiteren Zwischenfall zurück. Es muss so ungefähr halb vier sein, als Karl dann den Wagen in seine Garage fährt. Er stellt den Motor ab, zieht den Schlüssel raus und besieht sich seine Windschutzscheibe. Total im Arsch, kannste vergessen. Von dem Schaden vorne am Wagen gar nicht zu reden, das ist ne verdammt teure Angelegenheit. Und zu seiner Versicherung kann er wohl kaum gehen. Karl flucht so vor sich hin, da fällt sein Blick auf den Beifahrersitz. Tja, und dort liegt der Helm des Motorradfahrers. Muss ihm beim Aufprall wohl irgendwie vom Kopf geflogen sein, denkt Karl. Dann fällt ihm ein, dass das ja ein Beweisstück ist. Das muss verschwinden und zwar sofort. Karl weiß noch nicht wohin damit, aber jedenfalls erst mal raus aus dem Wagen und vorerst im Keller verstecken. Oder tief unten im Schrank, keine Ahnung. Er hebt das Ding jedenfalls hoch und wundert sich, warum der Helm so schwer ist. Deshalb dreht er ihn rum und erstarrt. Das Visier ist hochgeklappt. Und aus dem Helm heraus starren ihn die toten Augen des Motorradfahrers an. Karl fängt an zu schreien, richtig laut. Er lässt den Kopf fallen und kotzt in die Ecke. Danach schreit er weiter – er hört gar nicht mehr auf -, bis schließlich ein Nachbar die Polizei ruft. Die werfen nur einen kurzen Blick in die Garage und wissen sofort, was los ist. Nach allem, was ich gehört hab, sitzt Karl immer noch in der Klapse.

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