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Täter

© 2003 by Salist

Ich schaute auf die Uhr.

Es war Nachmittag, drei.
In meinem Büro sitzend wartete ich auf einen Anruf. Ein Klient hatte mich bei einem Gespräch auf die vielen Morde in letzter Zeit aufmerksam gemacht.
Es waren tatsächlich schon vierzehn Tote aufgefunden worden. Keine schöne Anblicke.
 Die Opfer waren halb zerfetzt gewesen.
Keiner wusste, wer der Täter war. Ich auch nicht. Meine Kollegen hatten ebenfalls keinen Schimmer. Ich bin Polizist, bei der Kripo. Es gab keinen Hinweis auf rassistische Mörder. Die Opfer waren teils schwarz, teil weiss, Männer, Frauen, und ein Kind.
Ein Kind. Unglaublich. Wie konnte der Täter ein  Kind ermorden? Wenn es um Kinder geht, bin ich immer besonders empfindlich.
Sicher, jeder Mord ist schlimm. Aber Kinder... ich habe selbst Drei.
Und wenn ich sie beim Spielen im Sandkasten oder sonstwo sehe, kann ich mich einfach nicht in die Täter reinversetzen.
In meiner beruflichen Laufbahn habe ich schon vieles gesehen, das mich erschreckt hat.

 
Tatsache ist, der Klient hatte gesagt, dass er eine Vermutung hat, wer der Täter sein könnte. 'Ich brauche aber noch eine Bestätigung.' ,hatte er gesagt.
Der Klient wollte um 15 Uhr 15 anrufen. 'Blöde Zeit', dachte ich.
Wieso nicht drei Uhr?
'Wahrscheinlich ist der Typ Abergläubisch und denkt, eine andere Uhrzeit bringt Unglück', dachte ich zweifelnd.
 
Das Telefon schrillte.
Endlich!
Ich griff-nein, ich schnappte nach dem Hörer. "Ja?"
Die Sekretärin am Telefon sagte: "Ein Mann namens Horst möchte sie sprechen. Er sagt, es sei wichtig"
"Weiterleiten, weiterleiten!" Ich schrie fast vor Aufregung in den Hörer.
Verdutzt hielt die Sekretärin einen Moment inne. "Natürlich."
 
"Ja?", fragte ich erneut. Horst war der Klient, auf dessen Anruf ich schon drei Tage wartete.
"Hallo", meldete er sich. "Ich bin's. Ich weiss jetzt wer der Täter ist. Aber..."
"Was 'Aber'?", schrie ich. "Reden sie nicht um den heissen Brei herum!"
"Aber ich würde es ihnen lieber persönlich sagen." sagte Horst ruhig. "Ich glaube nicht, dass ihnen meine Nachricht gefallen wird"
Ich verdrehte die Augen. "Dann kommen sie in mein Büro. Aber beeilen sie sich!"
Als Horst reinkam, hatte ich mich schon etwas beruhigt.
Was meinte er mit: 'Meine Nachricht wird ihnen nicht gefallen'?
Wieso sollte mir nicht gefallen, zu wissen, wer für die ganzen Morde verantworlich ist?
Vielleicht war es jemand, den ich kenne. Ein Arbeitskollege vielleicht.
Und wenn schon. Ich hätte kein Mitleid mit ihm.
 
"Setzen sie sich!" Ich bot Horst einen der Sessel an, die vor meinem Schreibtisch standen.
"Schießen sie los! Wer ist der Täter?"
Horst schien zu spüren, wie vernarrt ich darauf war, den Namen des Mörders zu wissen und fing an: "Ich und meine Kollegen haben uns ein wenig erkundigt und Nachforschungen gemacht, mit dem Ergebnis, dass... sie der Mörder sind."
Verdattert sah ich Horst an. "B...bitte? Reden sie keinen Unsinn! Ich würde wohl nicht den Mörder suchen, wenn ich es selbst wäre! Ausserdem... wie sind sie nur auf diese absurde Idee gekommen?"
Mein Gegenüber blieb ganz gelassen, scheinbar hatte er damit gerechnet.
"Wir habe ihre Wohnung durchsucht", sagte er gelassen. "Alle Spuren weisen auf sie hin. Es tut mir Leid, aber ich werde sie wegen dringendem Verdachts auf Mordes vorläufig festnehmen müssen."
Nun war ich völlig verwirrt. "Ich dachte, es steht schon fest, dass ich es war?"
"Schon", erwiderte Horst trocken. "Aber sie kennen das ja. Beweise. Stichhaltige Beweise. Die fehlen noch."
Er legte mir die Handschellen an. Ich ließ alles über mich ergehen. Ich sagte nichts mehr. Verstand nichts mehr. Als ich durch die Büros geführt wurde, sahen mich Alle an. Manche waren entsetzt, andere schienen nicht zu glauben, was sie da sahen.
 
Tage vergingen, und ich hatte während der ganzen Zeit nachgedacht, wann ich die vierzehn Menschen getötet haben konnte. Ich erinnerte mich nicht. Nur ein Traum, den ich vor einem Monat gehabt hatte.
Ich konnte mich nicht mehr gut dran erinnern... Ich lief über eine Wiese... Ich sah Menschen, die, wenn sie mich sahen, schreiend davon liefen...ich kam an eine Bank mit einem kleinen Mädchen vorbei...ich sah es an...Sekunden später liegt es tot auf dem Boden...
An mehr erinnere ich mich nicht mehr.
Die Morde hatten zwar zu dieser Zeit begonnen, aber was hatte schon so ein dummer Traum damit zu tun?
Mittlerweile war es Nacht geworden.
Ich schaute aus dem Fenster und sah den Mond. Den Vollmond.
An mehr erinnerte ich mich nicht mehr.
 
Nur ein Überlebender hatte mir nach dieser Nacht geschildert: "Ein tollwütiger Hund... nein, ein Wolf kam durch die Büros geschossen und hatte alle Beamten getötet. Es war ein Gemetzel gewesen! Alle Versuche, das Ungeheuer zu stoppen, schlugen fehl; alles war verwüstet. Ich konnte mich noch verstecken und das Tier verschwand."
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