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Schultag

© 2003 by Salist

Es war an einem Donnerstag, der Kalender schrieb den Monat Dezember, kurz vor den Weihnachtsferien.

 

Ich war zur Zeit in der Schule. Der Lehrer langweilte uns mit seinem Geschwätz, als eine Durchsage kam. 'Achtung, eine Durchsage. Alle Schüler und Lehrer werden gebeten, sich sofort auf dem Pausenhof zu versammeln.'

 

Wir guckten uns fragend an. Mein Lehrer zuckte mit den Schultern und sagte: "Na dann gehn wir mal. Aber leise und in Zweierreihen!"

 

Als wir unten ankamen, waren schon fast alle Klassen da. Ich lief zu meiner Schwester und fragte: "Weist du, was hier los ist?" Sie schüttelte den Kopf. "Ich bin schon gespannt!", sagte sie fröhlich.

 

Warum sollte sie es nicht sein? Schließlich hat sie heute Geburtstag. Zwölf ist sie geworden. Ich war drei Jahre älter, aber trotz der verschiedenen Alter haben wir nie Streit. Ich weiß, das klingt nicht sehr glaubenswürdig, aber es ist wahr. Meine Schwerster hat nämlich eine Krankheit. Von Geburt an. Ich weiß nicht mehr, wie die Krankheit heißt. Tatsache ist, sie stirbt in drei Monaten. Sie weiß es nicht. Ich wusste es auch nicht, doch ich belausche manchmal meine Eltern. Aus Langeweile.

 

Ich habe schon viel über diese Vorraussagen gelesen, es heisst, sie wären oft falsch. Aber der Arzt behandelt meine Schwester schon seit ihrer Geburt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er sich verrechnet hat. Dazu ist er zu erfahren.

 

Eine scharfe Stimme rief: "Stellt euch alle in einem Kreis auf. Sofort!" Ich wollte zurück zu meinen Klassenkameraden. Wahrscheinlich hatte jemand Mist gebaut und der Schulleiter überprüfte unsere 'Alibis'. Aber er scheint nicht zu merken, das dies bei einer Schule von achthundert Schülern unmöglich ist.

 

Als ich gerade loslaufen wollte, hielt mich ein Lehrer fest: "Bleib besser hier."

 

'Meine Güte', dachte ich, 'das klingt ja ernst.'

 

Es dauerte etwas, bis wir einen Halbwegs runden Kreis zustande gebracht hatten. Schließlich kam der Schulleiter. Aber nicht alleine. Ein Mann lief hinter ihm, eine Pistole auf unseren Direktor gerichtet.

 

Einige Schülerinnen schrien auf. "Schweigt!", rief der Mann. Dann schickte er den Direktor in den Kreis und stellte sich genau in die Mitte. Jetzt erkannte ich den Mann.

 

Es war Stefan. Meine Eltern waren zuzeit in Kur und Stefan passte auf mich und meine Schwester auf.

 

Ich mochte ihn nicht. Er schlug mich ständig. Wenn ich ein Glas fallen ließ, rastete er sofort aus. Gestern habe ich Girlanden ausgeschnitten. Doch ich bin einmal abgerutscht und im Kopf eines Clowns war ein Riss drin. Als Stefan das gesehen hatte, hat er die Gardienenstange gepackt und solange auf mich eingeschlagen, bis ich fast ohnmächtig war.

 

Was machte denn hier?

 

"Ich habe genau eine Patrone hier drin!", schrie Stefan auf die Pistole deutend. "Wenn auch nur ein einziger Anstalten macht, wegzulaufen oder mir die Waffe abzunehmen, dann leg' ich ihn um!"

 

Stille. Keiner regte sich. Keiner sagte was. Keiner.

 

Stefan deutete auf meine Schwester. "Komm her!", rief er. Meine Schwester wollte loslaufen, doch ich hielt sie fest und zog sie hinter mich. Alle sahen mich an. Auch Stefan. Er schien es nicht zu fassen, dass ich, ausgerechnet ICH, den Stefan täglich zusammenschlug, sich ihm widersetzte. Er richtete die Pistole auf mich. "Wenn du deine Schwester zu mir lässt, tu' ich dir nichts. Andernfalls..." Er hob die andere Hand und fuhr mit seinem Finger über seine Kehle.

 

"Ich lasse meine Schwester nicht vorbei!", schrie ich. Ich war wütend. Wütend, weil Stefan mich immer schlug, wütend, weil er meiner Schwester was antun wollte.(Das war ja wohl offensichtlich) Er wollte meiner Schwester was antun. Ich konnte es nicht glauben. Sie würde in drei Monaten sterben! Und ausgerechnet an ihrem Geburtstag kam er in die Schule, mit einer Pistole und drohte, jemanden zu erschießen!

 

"Willst du sterben?", schrie Stefan. "Lieber das, als wenn du meiner Schwester was antust!" Langsam schritt Stefan auf mich zu. Aus irgendeinem Grund hatte ich keine Angst. Ich war viel zu wütend, um über irgendwas nachzudenken. Schließlich stand Stefan vor mir. "Geh zur Seite!" Ich schüttelte den Kopf.

 

Stefan wollte etwas sagen, doch ich schlug ihm mitten ins Gesicht. Überrascht von diesem Schlag taumelte Stefan zurück. Ich griff seine Hand und versuchte, ihm seine Pistole abzunehmen, doch es gelang mir nicht. Stefan tritt mir gegens Schienbein, so dass ich einen Moment abgelenkt war. Stefan warf mich zurück und richtete seine Waffe auf mich.

 

"Stirb!" Mühsam richtete ich mich auf und sagte: "Das werde ich nicht!" Als ich mich auf ihn draufstürzen wollte, drückte er ab. Die Kugel traf mich im Bauch.

 

Stöhnend sank ich zu Boden. Betäubt vor Schmerz, versuchte ich mich wieder aufzurichten, doch es gelang mir nicht. Stefan tritt mich, mitten in den Bauch.

 

Dann verlor ich endgültig das Bewusstsein.  

 

Ich wachte auf. Wo war ich? Meine Eltern beugten sich über mich.

 

'Wie schön', dachte ich. 'Es ist vorbei.'

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