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Stephen King
Joyland
Rezension © 2013 by Gerald Schnellbach

Stephen King: Joyland
Verlag Heyne Verlag
Originaltitel: Joyland
Originalverlag: Titan Books
Übersetzung: Hannes Riffel
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten
ISBN: 978-3-453-26872-2
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50*
(* empf. VK-Preis)
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Kurzbeschreibung:
Um sich sein Studium zu finanzieren, arbeitet Devin Jones während der Semesterferien im Vergnügungspark Joyland an der Küste von North Carolina. Drei Dinge sind es, die ihn im Laufe des Sommers 1973 vor allem beschäftigen: Seine große Liebe Wendy gibt ihm per Brief den Laufpass. In der Geisterbahn Horror House soll es spuken, nachdem dort ein Mädchen ermordet wurde. Und er fragt sich, welches Geheimnis sich wohl hinter der schönen jungen Frau mit ihrem behinderten Sohn verbirgt, an deren Strandvilla er jeden Tag vorbeikommt. Vom unbekümmerten Schaustellerleben in Joyland fasziniert, verlängert Devin seinen Aufenthalt. Mit seinen neugierigen Nachforschungen tritt er jedoch eine Lawine von Ereignissen los, bei denen es schließlich um Tod oder Leben geht ...

Meine Meinung:
Nach Kings Novelle „Colorado Kid“ aus dem Jahre 2005 ist „Joyland“ Kings zweite Arbeit für den Verlag „Hard Case Crime“. Der Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kriminalromane im Stil der „Schundliteratur“ (was nicht abwertend gemeint ist) aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts zu publizieren. Mit 350 Seiten ist das Buch für einen King-Roman eher kurz geraten. Das allerdings stört den Lesegenuss in keiner Weise.

Das Buch handelt von Devin Jones, einem Studenten, der während der Semesterferien als „Happy Helper“ im Vergnügungspark Joyland anheuert. Er lernt neue Freunde kennen, andere Teilzeitkräfte, freundet sich aber auch mit einigen Langzeitkräften des Parks an. Er findet Gefallen an der Arbeit, lenkt sie ihn doch davon ab, dass seine Freundin ihm vor kurzem den Laufpass gab. Fasziniert ist Devin auch von der Geschichte der parkeigenen Geisterbahn, von der es heißt, es würde darin spuken. Der Geist einer darin vor einigen Jahren ermordeten jungen Frau soll sein Unwesen in ihr treiben. Die Geschichte lässt ihn nicht in Ruhe und er beginnt Nachforschungen über den grausamen Mord anzustellen. Außerdem lernt er auf seinem täglichen Strandspaziergang zur Arbeit Annie Ross und ihren im Rollstuhl sitzenden Sohn Mike kennen. Devins Nachforschungen bleiben nicht ohne Wirkung und plötzlich befindet er sich mitten in Ereignissen, in denen auch Annie und Mike eine wichtige Rolle zu spielen scheinen.

Eins vorweg, dem Splatterfan sei vom Kauf dieses Buches abgeraten. Aber inzwischen dürfte auch dem Letzten klargeworden sein, dass King längst kein „Horrorschreiber“ mehr ist. Wer sich aber genreunabhängig für gute Literatur interessiert, gerne auch einmal über den Tellerrand hinausschaut und unvoreingenommen an Joyland herangeht, wird daran seine wahre Freude haben. Trotz den für Kingsche Verhältnisse wenigen Seiten schafft er es wieder einmal, seine Stärken voll auszuspielen und alle Personen, allen voran Devin Jones, sehr gut darzustellen. Sein erzählerisches Talent lässt uns förmlich das Salz des Meeres und das Popcorn im Park riechen sowie das Schreien der Kinder auf den Karussells hören. Joyland ist Unterhaltungsliteratur, mehr kann und will das Buch auch gar nicht sein, diese allerdings vom Feinsten. King schlägt hier größtenteils leisere Töne an, die er gekonnt an die richtigen Stellen setzt. Damit regt er einen hier und da zum Nachdenken an. Aber auch die Spannung kommt beim Lesen nicht zu kurz und King wäre nicht der King, wenn es nicht auch die eine oder andere Stelle gäbe, bei der man sich ein wenig gruseln kann. Passend zum Sommeranfang ist das Buch die ideale Urlaubslektüre (vielleicht für den kommenden Strandurlaub?!). Es ist ein Buch herausgekommen, das sich unglaublich flüssig lesen lässt und für King-Verhältnisse sogar halbwegs handlich ist.

King ist längst zu einem, wenn nicht sogar zu dem großen amerikanischen Erzähler der Gegenwart geworden. Das müssen nicht nur die Feuilletons der großen Tageszeitung inzwischen anerkennen.

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