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Mervyn Peake
Gormenghast 3
Der letzte Lord Groan
Rezension © 2011 by Martin Wagner für BookOla.de

gormenghast3

Originaltitel: Titus alone
Übersetzung: Annette Charpentier
gebunden mit Schutzumschlag, 324 Seiten
ISBN: 978-3-608-93923-1
€ 19,95

Verlag: Klett Cotta
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Kurzbeschreibung:
Schloss Gormenghast beherbergt das alte Geschlecht der Grafen von Groan. Hinter den Mauern geht die Zeit ihren eigenen Gang. Begleitet von rätselhaften Zeremonien pflegen die Schlossbewohner ihre Gewohnheiten. Im dritten Band verlässt Titus das Schloss, um die Welt kennen zu lernen. Mervyn Peakes zeitloses Meisterwerk ist das Vorbild für viele moderne Fantasy-Autoren.

Meine Meinung:
Gormenghast, das riesige Schloss in denen die bisher 77 Herrscher des Hauses Groan ihre Macht ausübten hat in den letzten Jahren viele Fans gewonnen. Ausschlaggebend waren einerseits die Erfolge anderer Autoren, andererseits aber auch die Neuauflage von Klett-Cottas Hobbit Presse. Mervyn Peake, der Autor der Reihe, hat mit der Gormenghast-Reihe aber auch etwas wirklich außergewöhnliches geschaffen. Neben einigen Protagonisten und einem Antagonisten ist das Schloss nämlich der Star der Geschichte. Dunkle Gänge, riesige Hallen und ein sagenumwobenes Dach haben viele andere Autoren inspiriert und die Reihe zu etwas besonderem gemacht.

Die Bedeutung Gormenghasts als Handlungsort mag für Band 1 und 2 zutreffen. Dort wird das Schloss beschrieben und es spielt eine herausragende Rolle, während die Protagonisten und der Antagonist dort einfach nur leben und sich zurechtfinden müssen. Die beiden ersten Bände beschreiben das Aufwachsen Titus Groans, dem 77. Grafen von Gormenghast, und den Aufstieg seines Antagonisten Steerpikes in der Umgebung des Schlosses. Verschiedenste Personen werden vorgestellt, nehmen ihren Platz in der Geschichte ein und müssen zum Teil viel zu früh sterben und die Geschichte verlassen. Nach dem rasanten Aufstieg Steerpikes, den Abenteuern Titus', die eng zusammenhängen und im Tod Steerpikes enden, muss der Leser aber am Ende des zweiten Bandes einen viel größeren Verlust hinnehmen. Titus verlässt Gormenghast und damit endet Gormenghasts Geschichte und Titus rückt endgültig in den Vordergrund.

Der Titel des dritten Bandes „Der letzte Lord Groan“ trägt diesem Rechnung. Wie bereits bei den anderen Neuauflagen der Bände durch Klett-Cotta Hobbit Presse konnte auch für diesen Band ein berühmter Fantasy-Autor für ein Vorwort gewonnen werden. Michael Moorcock wurde ausgewählt und auch er ist voll des Lobes über Mervyn Peakes Gormenghast-Reihe und macht doch Abstriche für den dritten Band, denn neben dem Verschwinden des Schlosses, ändert sich auch die Welt in der die Geschichte spielt. Dass dieser Band nach dem Tod Peakes erschien und auf Notizen und Ergänzungen basiert, die bisher in keiner Ausgabe erschienen, mag vielleicht auch ein Grund für den drastischen Wandel sein, viel eher, sind es aber Peakes Kriegserfahrungen und den Nachrichten über Vernichtungslager, die aus Deutschland in die Welt drangen. Diese Erfahrungen und diese Nachrichten führten die Geschichte weg von der fantastischen Welt, hin zu einer modernen Welt mit Fabriken, Autos und anderen
Errungenschaften, positiven und negativen.

In dieser Welt muss der nun erwachsene Titus außerhalb von Gormenghast und ohne Privilegien überleben. Eine fremde Welt mit merkwürdigen Bewohnern und Titus unbekannten Gerätschaften und Regeln führt ihn von einem Abenteuer zum nächsten und Titus schließlich in Reichweite Gormenghasts, was in der Welt niemand kennt. Dabei stehen diesmal Abenteuer mit Frauen im Vordergrund aber auch einige Kämpfe muss er überstehen. Steerpike wird gut ersetzt und auch die anderen Protagonisten der ersten Bände werden gekonnt ersetzt. Freunde, Verbündete und Titus Abscheu vor Regeln und Ritualen sind auch in einer anderen Welt ungebrochen vorhanden, wenn auch mit anderen Namen, Persönlichkeiten und Geschichten. Leider sind diese Figuren nicht mehr so rund wie die Figuren aus den ersten beiden Bänden. Der dritte Band ist auch weniger wort- und bildgewaltig. Peake scheint in diesem Band seine Erlebnisse und die Geschehnisse in der Welt zu verarbeiten und anzuprangern. Massenvernichtu
ngen und Massenvernichtungswaffen, eine Gesellschaft, die das hinnimmt und die es gar nicht interessiert. Gormenghast wird zu einem gesellschaftskritischen Roman und verliert dabei leider viel von seinem fantastischem Charme. Als Quelle der Ansichten des Autors, kann der dritte Band aber immer noch dienen.

Fazit:
Mervyn Peakes Gormenghast – Der letzte Groan führt zwar die Geschichte Titus' fort, allerdings ändert sich alles. Die Welt wird modern und der ganze Roman äußerst gesellschaftskritisch. Er wird dadurch nicht schlecht, aber es fehlt doch etwas. Dabei bleibt Peake seinen Talenten treu, er beschreibt gut und der Leser wird immer ein klares Bild des Geschehens vor den Augen haben. Leider ist das Buch nicht annähernd so wort- und bildgewaltig wie die ersten Bände und deshalb müssen einige Passagen einfach hingenommen werden, wenn die Geschichte des letzten Lord Groan weiter verfolgt werden möchte.

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