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Mervyn Peake
Gormenghast 2
Im Schloss
Rezension © 2011 by Martin Wagner für BookOla.de

gormenghast2

Originaltitel: Gormenghast
Übersetzung: Annette Charpentier
gebunden mit Schutzumschlag, 634 Seiten
ISBN: 978-3-608-93922-4
€ 22,95

Verlag: Klett Cotta
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Kurzbeschreibung:
Titus ist sieben. Sein Gefängnis: Gormenghast. Gewalt und Gesetzlosigkeit breiten sich wie eine Pest in den finsteren Kammern und den spinnwebverschleierten Dachböden des Schlosses aus. Doch wer steckt hinter den unerklärlichen Ereignissen?

Gewalt und Gesetzlosigkeit breiten sich aus wie die Pest in den finsteren Kammern, den babylonischen Gängen, den kahlen, verlassenen Steinhöfen, den spinnwebverschleierten Dachböden Gormenghasts.

Beunruhigende Ereignisse, unerklärliche Vorkommnisse tragen sich zu, verdichten sich und werden zu einer tödlichen Bedrohung für Titus, den jungen Grafen Groan, Herr über die geheimnisvollen Provinzen des Schlosses und ihre Bewohner. In einem grauenvollen Finale fällt schließlich die unerwartete Entscheidung.

Meine Meinung:
Fantastische Literatur erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und die Verfilmungen der bekanntesten Fantasyromane fehlen in kaum einem DVD-Regal. Tolkien und Lewis sind Namen, die in diesem Zusammenhang auftauchen, und dabei fehlt eine Name, der in diesem Zusammenhang auch genannt werden müsste. Mervyn Peake, der wie die beiden genannten in der selben Zeit und mit den selben Erlebnissen zu kämpfen hatte, ist diese fehlende Person. Aufgewachsen in China und England verfasste er, noch vor den beiden anderen, sein Hauptwerk, die fantastische Gormenghast-Reihe.

Mit den erfolgreichen Verfilmungen der anderen Urbücher des Genres und den Neuauflagen dieser Werke im Kopf, entschied sich Klett-Cottas Hobbit Presse die Gormenghast-Reihe Peakes ebenfalls neu aufzulegen und sie damit in den Fokus der Öffentlichkeit zurückzubringen.

Im ersten Band spielte das Schloss Gormenghast die Hauptrolle, seine Gänge und Räume, seine Größe und seine Geheimnisse wurden intensiv und wortgewaltig beschrieben und vorgestellt. Daneben wurden die wichtigsten Bewohner des Schlosses eingeführt, Graf und Gräfin Groan, Fuchsia, die naive Tochter der Grafenfamilie, die Zwillingsschwestern des Grafen, der Kammerdiener Flay und viele viele mehr, das Schloss ist nämlich alles andere als unbewohnt. Besonders in den Fokus geraten Steerpike, der wahre Antagonist, und Titus, der Sohn der Grafenfamilie, der im ersten Band zur Welt kommt. Steerpike ist machtgierig und intelligent, Titus eben ein Kind, das erst noch Erfahrungen sammeln muss. Erfahrungen, die er schnell machen muss, denn nach dem Tod seines Vaters ist er in jungen Jahren der Herrscher Gormenghasts.

Der zweite Band, mit dem schlichten Titel „Im Schloss“, wendet sich primär diesem Sammeln der Erfahrungen zu, verliert aber auch nie Steerpikes Intrigen aus den Augen. Titus Schulerfahrungen und sein stetes Aufbegehren gegen die Rituale, die das Leben in Gormenghast Regeln, seine Flucht nach draußen und das Schließen von Bündnissen mit anderen Figuren des Buches, Doktor Prunesquallor und Mister Flay, sind das, was dieses Buch ausmachen. Gerade letzteres ist für den Verlauf des Buches entscheidend, denn Titus steht Steerpike im Weg und Freunde sind das, was Titus braucht. Dieses im Weg stehen ist genau das, was Steerpike antreibt und was ihn dazu bringt Morde zu begehen, um weiter aufzusteigen. Wenn der Regen kommt, kommt es auch zur entscheidenden Auseinandersetzung und viele liebgewonnene Charaktere müssen am Ende ihr Leben lassen.

Wort- und Bildgewaltig wie der erste Band, wird die Geschichte Gormenghasts, Titus' und Steerpikes gekonnt fortgeführt. Alle drei bilden das Gerüst, um das die Geschichte herum aufgebaut ist und im Gegensatz zum ersten Band ist der zweite Band sogar deutlich spannender. Der Spannungsbogen nimmt nämlich stetig zu und man fiebert mit allen Protagonisten, inklusive dem Schloss, mit und wünscht dem Antagonisten alles erdenklich Schlechte. Am Ende des Buches und kein Wort zu früh, ist die Spannung am höchsten und führt zu einem wirklich tollen und vor allen Dingen befriedigendem Ende.
Als besonderen Bonus zu einer guten Geschichte, hat Klett-Cotta das Buch mit einem Vorwort von Tad Williams, einem neuen Meister der fantastischen Literatur, schreiben lassen. Das Vorwort hat es in sich, nicht nur Lob für Peake sondern auch eine Deutung bestimmter Szenen für Peakes Gesamtwerk werden vorgenommen und viele Dinge werden nach der Lektüre noch deutlicher sein.

Fazit:
Mervyn Peakes Gormenghast – Im Schloss ist die gelungene Fortsetzung des ersten Bandes. Spannender als der erste Band aber mit genau so viel Bild- und Wortgewalt, macht es noch viel mehr Spaß die Reihe zu lesen und als Leser kann man es kaum erwarten welche Abenteuer im dritten Band nachzulesen sein werden.

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