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Gegen den Wind -

Der Kampf eines Daywalkers

© 2004 by Robert Kliffmann

Er war gekommen, um über dieses Land zu herrschen. Wie die Pest ist er über die Städte, Dörfer und ländlichen Provinzen hergefallen, um die Menschen zu unterjochen und in seinen Bann zu ziehen. Sein Ziel war es, ein riesiges Imperium aufzubauen und eine neue Ära einzuleiten. Eine Ära des Schreckens, der sich kein Sterblicher entziehen sollte. Wie eine Welle wollte er über die Menschen herfallen und sie mit seinem Virus infizieren, der für unendliches Leid für die einen, aber auch für Gefallen bei den anderen sorgen sollte. Doch er hatte nicht damit gerechnet, dass sich ihm jemand entgegenstellen würde. Dass jemand ihm nicht dienen würde, der des gleichen Blutes war, wie er. Dieser jemand war ich, Jack Slaughter. Ich nahm den Kampf gegen ihn auf, weil er mir das Liebste genommen hatte, für das es sich zu leben lohnte. Meine Familie.

Da stand ich nun, vor der Tür der Entscheidung. So makaber es in meiner Situation auch klingen mochte, so viel Wahrheit steckte auch dahinter. Denn es ging hier um alles für mich. Entweder ich würde siegen und die Welt um ein ganzes Stück besser machen oder ich würde erfolglos das Feld räumen müssen und mit einem sehr hohen Preis zahlen, mit meinem Leben. Nun würde ich es endlich zu Ende bringen können, denn ich habe schon zu viel Leiden und Blutvergießen auf meinem Weg sehen müssen.

Hinter dieser massiven, aus Eichenholz bestehenden Tür wartete er nun auf mich, falls sich seine Spur, die ich schon eine ganze Weile verfolgte, nicht als falsch herausstellen würde. Ich kannte nicht seinen Namen, jedoch wusste ich, dass er von allen der "Splatter" genannt wurde. Und das zu Recht. Denn mit den schrecklichen blutvergießenden Methoden, mit denen er vorging, machte er seinem Namen alle Ehre.

Ich hatte in meinem Leben und Beruf schon viel gesehen, doch das, was er mit meiner Familie angestellt hatte, war wirklich unmenschlich.

Wenn ich durch diese Tür trete, wird er für jede einzelne Tat, die er in seinem gottverfluchten Leben begangen hat, büßen müssen.

Der Augenblick, in dem meine Hand den Türdrücker herunterdrückte, rückte immer näher. Was würde mich auf der anderen Seite erwarten? Ein blutrünstiges Monster, dass sich schon Zähne leckend nach mir sehnte? Einer seiner Schergen, den er vorgeschickt hatte, weil er selbst mit dem Schlimmsten rechnete? Oder sollte dort niemand sein und sich alles als falsch herausstellen? Sollte ich wirklich geträumt haben? Ich wusste es nicht.

Ich führte langsam meine Hand zum Türdrücker und bewegte ihn Stück für Stück dem Boden entgegen. Das Blut stieg mir schon in den Kopf und mein Adrenalinspiegel explodierte förmlich. Dann öffnete ich das massive Portal, da ich nichts mehr zu verlieren hatte...

Viele Wochen zuvor:

Es war eine verhältnismäßig kühle Nacht für diese Jahreszeit. Doch wenn Mutter Natur es so wollte, was konnte man dagegen schon tun?

Ich fuhr mit meinem Fahrrad die Straße entlang, die vom Schein der Straßenlaternen in ein schummriges Licht getaucht wurde. Ziel meiner Reise waren meine vier Wände, in denen ich mich von diesem stressreichen Tag erholen konnte. Denn als CIA-Agent hat man es nicht leicht. Vor allem nicht, wenn man im Außendienst arbeitete, so, wie ich.

Ich kam gerade von einem Auftrag aus Kolumbien erfolgreich nach einer Woche wieder. Dort hatte ich einen großen Dienst für die Bevölkerung getan, indem ich ein Drogenkartell zerschlagen hatte, was hoffentlich zur Besserung der Gesellschaft beitragen würde.

Es waren nur noch drei Häuser, an denen ich noch vorbeifahren musste. Der Wind brauste mir durchs Gesicht, sodass ich schon rote Ohren bekam. Aber zum Glück war ich ja schon da.

Ich stieg vom Fahrrad und schob es hinter mein kleines ländliches Haus, das abseits der Stadt in einer Wohnsiedlung lag, um es dort sorgfältig abzustellen und anzuschließen.

Dann ging ich wieder nach vorne zur Haustür und kramte auf dem Weg dorthin schon einmal meinen Haustürschlüssel aus der Tasche. Langsam versuchte ich ihn ins Schloss zu führen, doch er rutschte mehrmals ab, da es viel zu dunkel war, um zu sehen, wo ich den Schlüssel reinstecken musste. Doch es klappte nach dem vierten Versuch. Mit einem klackenden Geräusch fuhr der Bolzen, der die Tür mit dem Türrahmen verband zur Seite und gab mir den Weg frei.

Ich schritt durch das Eingangsportal in die Lobby, welche stockfinster war, was mich sehr verwunderte, da meine Frau Helen, die immer ein paar Lampen brennen ließ, eigentlich hätte zu Hause sein müssen. Doch was sollte ich tun?

"Helen, Schatz", rief ich, während ich die Haustür hinter mir schloss, "bist du zu Hause?"

Einige Zeit wartete ich und sah in die Finsternis hinein, doch meine Frage blieb unbeantwortet.

Langsam tastete sich meine Hand zum Lichtschalter zu meiner rechten vor und fand ihn auch. Klack!, und das Licht war an. Doch nach dem Anblick, der sich mir bot, nachdem das künstliche Licht von der Decke das Zimmer tageshell erstrahlen ließ, wünschte ich mir, dass ich es hätte lieber auslassen sollen.

Das ganze Wohnzimmer, das direkt an die Lobby grenzte, war völlig verwüstet, so, als hätte ein Kampf stattgefunden: das Bücherregal war umgestoßen worden, sodass sich sämtliche Bücher über dem Boden verteilten, der Couchtisch aus Glas war zerschmettert worden, nichts stand mehr an seinem Platz. Entweder es lag auf dem Boden oder aber war zerstört worden.

Mein Herz war schon fast am Kollabieren, denn hinter der Couch konnte ich etwas liegen sehen. Es war kein Gegenstand, sondern ein Paar Beine. Und ich kannte diese Beine nur zu gut, denn schließlich war ich schon seit fünf Jahren mit ihnen verheiratet. Sie gehörten Helen.

Es dauerte einen Moment, bis ich den ersten Schock überwunden hatte. Ich stand einfach nur da, zeigte keine Reaktion. Nicht einmal eine Träne verließ meine Augen. Doch dann fasste ich all meinen Mut zusammen und näherte mich ihrem reglosen Körper. Ich ging soweit vor, dass ich über die Couch hinweg sehen konnte.

Da traf mich der zweite Schlag, der mein Herz verkrampfen ließ. Nicht das Helen nur reglos am Boden lag, nein, sie war tot, woran kein Zweifel bestand, da sie in einer riesigen Blutlache lag, welche sich im ganzen Wohnzimmer verteilte, was mir jetzt erst auffiel.

Das Blut trat seitlich aus Helens Hals heraus, doch ich konnte keine Wunde erkennen, da alles blutverschmiert war. Der Schreck stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. Ihre Augen waren nicht einmal verschlossen. Sie setzten sonst immer ein warmes Gefühl in mir frei, doch nun strahlten sie nur eisige Kälte aus.

Und als wenn das noch nicht genug wäre, hielt sie etwas in ihren Armen. Eine gekrümmte Gestalt, die ihr Leben noch vor sich gehabt hätte. Es war mein fünfjähriger Sohn Nick. Auch er war grundlos hingerichtet worden. Auch bei ihm trat das Blut aus seinem Hals heraus.

Mir wurde der Boden unter den Füßen weggerissen. Langsam, aber stetig rollte eine Träne meine Wange hinunter. Dann kam eine zweite, eine dritte und es wurden immer mehr.

Ich spürte plötzlich, wie ein eisiger Hauch meinen Nacken streifte, doch die Trauer und der Schmerz saßen zu tief, als das ich mich hätte umdrehen können.

Etwas näherte sich meinem Hals, doch ich vermochte nicht zu sagen, was es war. Und plötzlich, ohne Vorwarnung ertönte ein zischendes Geräusch und flog an mir vorbei. Und das war der Moment, in dem sich meine Erstarrung löste und ich mich umdrehte. Doch was ich da sah, ging über das menschliche Vorstellungsvermögen hinaus.

Ich blickte in die narbenentstellte Fratze eines Mannes, der sein Maul bis zum Anschlag aufgerissen hatte. Dort sah ich in einen tiefen dunklen Schlund, der von einer Reihe von Zähnen umrahmt war. Und etwas fiel mir ganz besonders auf. Die oberen beiden Eckzähne waren länger, als es bei einem Menschen normalerweise der Fall ist. Das traf mich wie der Blitz. Ich hatte so etwas schon oft in Filmen gesehen. Vor mir stand kein Mensch, sondern ein Vampir.

Genauso verwundert wie ich, blickte der Vampir sich um und blickte in die Mündung mehrerer mit Holzpflöcken geladener Druckluftpistolen. Zu diesen Waffen gehörte ein besonders gut ausgestattetes Team von Soldaten.

Blitzartig ergriff die unheimliche Gestalt die Flucht, lief auf die Verandatür zu und zerstörte die Scheibe. Es surrten noch einige Pflöcke durchs Wohnzimmer, jedoch ohne ein Ziel zu treffen.

Der Vampir sprang durch die Scheibe und entfloh in die Nacht hinaus.

Völlig verdutzt und ohne richtig zu realisieren, was geschehen war, wandte ich mich Hilfe suchend an die Soldaten, doch mein Blick blieb an etwas hängen. An Helen und Nick, die nicht mehr am Boden lagen, sondern in der Mitte des Raums standen. Beide hatten ein diabolisches Grinsen aufgelegt.

Ich sah noch, wie auf sie angelegt wurde. Geistesgegenwärtig stürmte ich in die Schussbahn, um das Schlimmste zu verhindern.

"Aus dem Weg!", schrie mich jemand von der Seite an.

Doch ich gehorchte nicht. Und diese Zeit wurde von Helen und Nick genutzt, um ebenfalls durchs Fenster zu entkommen. Noch im Laufen sah ich, dass auch bei Helen und Nick zwei spitze Eckzähne aufblitzten, bevor sie verschwunden waren. Ich sollte sie nie wieder sehen.

"Das haben sie ja toll hinbekommen!", schrie mich ein Mann von der Seite an, der offenbar der Einsatzleiter war, während ich noch fassungslos in die gähnende Leere der Nacht aus dem Fenster sah.

"Toll? Toll?", brüllte ich zurück, während ich wutentbrannt auf ihn zuhastete, um ihn fertig zu machen "Ich zeig ihnen gleich mal, was toll ist. Sie hätten um ein Haar meine Frau und mein Kind erschossen!"

Ein zweiter Mann kam auf mich zu, packte mich am Arm und klärte mich auf: "Das da sind nicht mehr ihre Frau und ihr Kind. Das sind Ausgeburten der Hölle, die keine einzige Träne nach ihrem Tod für sie vergießen würden."

Es verging noch mindestens eine halbe Stunde (ich schaute nicht genau auf die Uhr), bis ich endlich nachgab und ihnen Glauben schenkte, was sie sagten, so fantastisch es auch klingen mochte: dass sie ein, dem CIA unterstelltes Vampirjägerkommando waren, dass Helen und Nick zu Vampiren geworden waren und dass beide von einem unbekannten Vampirherrscher (den alle den "Splatter" nannten), der gerade in das Land gekommen zu sein schien, gebissen wurden.

Noch während man mir schonend versuchte, die Wahrheit beizubringen, nahm man mir eine Blutprobe ab, um zu untersuchen, ob ich nicht auch irgendeinen Schaden davongetragen habe, denn nach Meinung des Spezialteams reichte eine winzige Berührung zwischen Zähnen der Vampire und der menschlichen Haut aus, um einer von denen zu werden. Natürlich dauert es entsprechend länger, da es keinen direkten Kontakt mit dem Blut gab.

Ich schwor mir, dass ich diesen Vampir, der mir das angetan hatte, finden und vernichten würde, denn in vielen Filmen hatte ich schon gesehen, dass man den übertragenen Virus vernichten konnte, wenn man seinen Überträger vernichtete. Natürlich hielt man mich von meinem Vorhaben ab, doch es war mir gleichgültig, ob ich bei dieser Aktion sterben würde.

Nach einigen Untersuchungen wurde mein Haus schließlich wieder verlassen und ich konnte Pläne über mein weiteres Vorgehen schmieden, um den "Tod" meiner Familie zu rächen.

Es vergingen nicht einmal zwölf Stunden, bis ich wieder von den Vampirjägern hörte. Sie riefen mich am frühen Morgen an und bestellten mich zu sich, da sie die Ergebnisse meines Bluttests vorliegen hatten. Es war viel zu kompliziert, es mir am Telefon zu erklären.

Ich ging also, nachdem ich am Gebäude angekommen war, durch die Eingangshalle des riesigen Gebäudekomplexes und hielt mich immer rechts. Mir wurde gesagt, dass ich neben den Toiletten im Erdgeschoss in die Besenkammer gehen und dort hinter einem Regal eine sechsstellige Zahl in ein Tastenfeld eingeben sollte. Das tat ich auch. Eine Tür, die in die Wand eingelassen war, welche man aber auf den ersten Blick nicht sehen konnte, öffnete sich.

Hinter dieser, in einer Vorhalle, wurde ich schon erwartet. Mein Begrüßungskomitee, bestehend aus sieben Personen, führte mich nicht unweit entfernt in einen Besprechungssaal. Dort wartete Mr. Dixon, der Einsatzleiter des gestrigen Abends, auf mich.

Ich nahm ihm & meinen Begleitern gegenüber Platz und er begann mit seinen Ausführungen.

"So, Mr. Slaughter. Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden und gleich mit der Tür ins Haus fallen. Sie sind ein "Daywalker"!"

Ich stutzte und sein Echo verklang im Raum: "Wie bitte?!"

Er versuchte es mir zu erklären: "Die Auswertung ihres Bluttests hat ergeben, dass sie ein halber Vampir sind, ein Daywalker."

"Das ist doch jetzt nicht ihr Ernst, oder? Wenn das stimmt, dann müsste ich doch schon längst im Tageslicht zu Staub zerfallen sein oder anders zu Tode gekommen sein."

"Nein, eben nicht. Das ist ja der Vorteil an Halbvampiren, sie besitzen die Stärke von Vampiren, haben aber die Schwächen ausgeschaltet. Licht, Silber und Knoblauch können ihnen nichts mehr anhaben. Jedoch sind sie sterblich, wie Menschen..."

Dixon redete und redete. Weiterhin erfuhr ich auch noch, dass der Blutdurst von Vampiren immer noch vorhanden war. Da ich aber noch nicht mit Vampiren in Berührung kam, blieb er bei mir unterdrückt. Unter anderem erklärte er mir auch, wie man Halbvampir werden konnte. Es ist eine Mischung aus Mensch und Vampir. Ich dachte sorgfältig darüber nach und kam zu dem Schluss, dass mein Vater, den ich nie getroffen habe, der Vampir gewesen sein musste, denn meine Mutter konnte im Licht spazieren gehen, ohne, dass es ihr etwas getan hatte.

Weiterhin schilderte mir Dixon, dass Daywalker entweder für die böse oder gute Seite kämpfen konnten, jedoch mussten sie sich für eine Seite entscheiden. Unter den gegebenen Umständen entschied ich mich natürlich für die gute Seite. Ich teilte Dixon diese Entscheidung auch mit.

"Na dann, willkommen im Team.", besiegelte er mit einem Händedruck.

"Und wann kann ich anfangen, den Mörder meiner Familie zu suchen?", wollte ich wissen.

"Wenn sie wollen, sofort, Mr. Slaughter. Doch sie brauchen erst einmal eine richtige Ausrüstung. Jimmy, führ ihn in unsere Waffenkammer!", wies er einen Mitarbeiter an, der mich auch gleich aus dem Saal führte.

Wir gingen einige Gänge entlang, bis wir vor einer großen Stahltür stehen blieben, die Jimmy mit einer Codekarte öffnete. Dahinter befand sich ein Sammelsurium an Waffen. Ich ging einige Male durch die Reihen und entschied mich für ein silbernes Kreuz, zwei Berettas, die mit geweihten Silberkugeln geladen waren, und für eine Druckluftpistole, die mit weihwassergetränkten Pflöcken geladen war.

Danach gingen wir zu Dixon zurück, der noch einige Sätze mit mir wechselte und mir ein Serum gab, was ich mir regelmäßig spritzen sollte, um meinen Blutdurst zu unterdrücken.

"Ihr "Vampirismus" wird ihnen schon den rechten Weg weisen.", waren seine letzten Worte, als ich das Gebäude verließ.

Und er hatte recht gehabt, mein Vampirismus wies mir den Weg. Ich spürte in den letzten Wochen eine Vielzahl von Schergen des Vampirs auf, der meine Familie in Monster verwandelt hat.

Alle plauderten spätestens dann aus dem Nähkästchen, als ich ihnen einen Streifschuss mit einer Silberkugel verpasst hatte. Doch dieser Umstand verschonte nicht ihr Leben. Ich kämpfte für die gute Seite und da hatten Vampire nun einmal keinen Platz in dieser Welt.

Alle, mit denen ich gesprochen hatte, erzählten mir fast dasselbe, dass ihr Versteck in einer Disco sei und ich dort ihren Herrscher finden würde.

Es dauerte einige Zeit, bis ich diese ausfindig machen konnte, doch ich schaffte es und stand nun vor ihr. Es war eine alte umgebaute Fabrik. Ich ging auf den Eingang zu und betrat die stimmungsgeladene Bude. Schon in der Luft konnte ich riechen, dass es hier nicht viele Vampire gab. Also suchte ich mir einen Weg durch die tanzenden Menschen zur Bar. Ich setzte mich und als der Barkeeper nach meiner Bestellung fragte, hielt ich ihm direkt meine Pistole, die mit einem Schalldämpfer ausgestattet war, unter die Nase. Niemand nahm davon Notiz.

"Du hast keine Chance hier lebend rauszukommen, wenn du mir nicht sofort sagst, wo ich euren Meister finden kann. Diese Waffe ist mit geweihten Silberkugeln geladen und es würde auch niemand den Schuss mitbekommen. Also, was ist?"

Nach einem ständigen Hin und Her verriet er mir schließlich, dass ich den Splatter im dritten Stock finden würde und wie ich dort hinkommen würde. Doch am Leben lassen konnte ich ihn nicht. Ohne, dass man etwas hören konnte, zerfiel er zu Staub, als ich abdrückte.

Ich stieg dann über die Theke und ging zu der Tür mit der Aufschrift "Privat". Das ich dort verschwand, bemerkte niemand. Ohne jegliche Probleme kam ich über die Treppen hinter der Tür in den dritten Stock. Doch da sah und hörte ich vor der mir beschriebenen Tür sich zwei Blutsauger unterhalten.

Ich zögerte nicht und verschoss einen Bolzen aus der Druckluftpistole, der in das Herz des rechten Vampirs traf. Sein Kumpan zögerte keine Sekunde und hastete auf mich zu, als er mich sah. Ich zog meine Beretta und tat es ihm gleich. Kurz bevor wir aufeinander stießen, sprang er vom Boden ab auf mich zu. In dem Moment ließ ich mich fallen und rutschte unter ihm hindurch. Schnell drehte ich mich um und schoss genau auf den Kopf des Blutsaugers, welcher wieder einige Entfernung von mir hatte und sich nicht einmal umdrehen konnte. Auch er verging zu Staub. Danach stand ich auf, klopfte mir den Staub von meiner Kleidung und ging mit gezogener Waffe auf die Eichentür zu.

Es dauerte bestimmt zwanzig Minuten, bis ich sie öffnete. Dahinter fand ich mich in einem Raum wieder, der nur vom Schein der Kerzen, die überall standen, erhellt wurde und an dessen Ende in einem thronähnlichen Stuhl ein Vampir saß und auf mich herabblickte.

"Splatter, habe ich dich endlich gefunden!", rief ich ihm entgegen.

"Bevor du stirbst, solltest du lieber den vollständigen Namen deines Mörders wissen. Ich heiße Fenrok der Splatter.", entgegnete er mir mit einer tiefen donnernden Stimme "Und nun, Stirb!"

Kaum, als er das gesagt hatte, sprang er auf und hastete auf mich zu. Ich wollte gerade zum Schießen anlegen, da drückte er mich schon gegen die Wand, dabei fiel meine Beretta auf den Boden. Seine rechte Hand ballte er zur Faust und ließ sie auf mich niederfahren. Doch anstelle von mir, traf sie die Wand, da ich mich im letzten Moment fallen ließ. Um etwas Abstand zu gewinnen, trat ich ihm in den Magenbereich, woraufhin er zurückflog. Noch bevor er auf dem Boden landete, hatte ich schon meine Beretta aufgehoben und das ganze Magazin leergeschossen. Er verging zu Staub und ich sackte erleichtert zusammen, meine Familie hoffentlich bald wiedersehen zu können. Doch zu früh gefreut. Ich hörte ein knackendes Geräusch aus den Lautsprechern über mir und es meldete sich eine tiefe raue Stimme: "Du glaubst wohl, mich getötet zu haben. Falsch gedacht. Das war nur Talon, einer meiner ergebensten Diener. Schade um ihn, aber ich lebe noch. Doch dir wird diese Ehre nicht mehr lange gebühren, denn in diesem Moment befindet sich eine Scharr meiner Diener auf dem Weg zu dir, um dich zu töten.", nur noch ein Lachen verschallte im Raum.

Die Durchsage war vorbei. Ich hörte auch schon polternde Schritte hinter der Tür. Mir riss es den Boden unter den Füßen weg, als ich realisierte, dass meine Familie immer noch aus Vampiren bestand und der Kampf für mich noch lange nicht vorbei war...

Ende

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