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Erlebnisse eines Schlafenden


© 2004 by Schaufelradbagger


Keiner weiß wovon es kam. Vielleicht lag es an der Überdosis Aspirin, oder vielleicht war auch nur der Tee schlecht. Oder vielleicht hatte auch etwas Hässliches mit viel zu vielen Armen seine Finger im Spiel. Etwas Unsichtbares, etwas Hinterhältiges. Kurzum: Das Böse.

Wer kann das schon genau sagen? Keiner, vermute ich. Doch am besten, wir lassen die Geschichte von Anfang an passieren.

Die Digitaluhr zeigte schon 0:56 Uhr an, als er sich ins Bett legte. Er faltete die Decke mit dem karierten Muster auseinander und legte sie über seine Beine. Der Schlafanzug saß etwas Straff an den Fußgelenken, aber das bemerkte er gar nicht. Er legte den Kopf auf das Kissen und alles wurde schwarz. Punkt.

Dann wachte er nach kurzer Zeit auf. Das träumte er allerdings nur. Oder ist das ganze ein Traum? Was ist real? Und was ist Einbildung? Wo fängt der Wahnsinn an? Dieser Mann sollte es erfahren.

Er wachte auf.

Die Uhr zeigte immer noch 86:90 Uhr an, als er etwas auf dem Balkon scharren hörte. Es war weniger ein Scharren, als ein ermüdendes Kratzen. Doch es wurde immer stärker und schwoll zu einem Regelrechten Summen an. Der Schläfrige erhob sich aus seinem Bett und wankte in Richtung Balkontür. Nun wurde er etwas wacher. Er spürte, wie sich seine Nackenhaare aufstellten. Unter seinen Füßen schien der Teppichboden zu wabern. Das Scharren hielt an. Durch die Tür konnte man nur schwarze Nacht erblicken. Mit einem Ruck riss er sie auf. Dann erblickte er das Ding, das die Geräusche verursachte. Es war ein Wurmähnliches Geschöpf, ungefähr zwei Meter lang. Es leuchtete in einem grellen Blauton. Aus einer Öffnung an der Unterseite drang das Scharren. Das Ding schlängelte sich immer näher auf ihn zu…

Mit einem Mal wurde der Balkon weich wie Gummi. Das blaue Wurm-Ding wollte gerade an ihm hoch kriechen, als der Balkon sich einfach in Luft auflöste. Er fiel. Immer tiefer. Dann wurde sein Sturz abgebremst und er wachte in seinem Bett auf. Alles nur ein Traum.

Die Uhr zeigte nur keine Zeit mehr an, sondern nur ein Wort. In grellgrünen Buchstaben stand da: CHAR. Er hatte keine Ahnung was das bedeuten sollte. Da seine Kehle trocken war, beschloss er in die Küche zu gehen, um ein Glas Milch zu trinken. Er trat aus dem Schlafzimmer, in Richtung der Treppe, die ins Erdgeschoss führte. Das seltsame war: Die Treppe führe nicht direkt ins Erdgeschoss, sondern war ein endloses Gebilde, das bis zum Horizont führte. Trotzdem wunderte er sich nicht, sondern ging immer tiefer auf der Treppe entlang, als wäre es das normalste auf der Welt. Dann blieb er stehen, denn auf der Wand stand etwas geschrieben. In roter Schrift war da zu lesen: Blaine ist die Wahrheit!

Verwirrt ging er weiter. Und wieder wachte er auf.

Schweißgebadet lag er in seinem Bett. Die Grenze zwischen Realität und Wahnsinn verschwamm immer mehr.

Was sollte er erblicken? Das Zimmer, es war falsch. Das Zimmer war eindeutig falsch. Es war eine Art Attrappe. Nichts stimmte. Keine rechten Winkel. Alles war so schief. Beim Anblick der gummiartigen Wände wurde ihm schlecht. Er erbrach sich auf den grauen Bettlaken. Dann stand er auf und begann im Kreis zu laufen. Dabei lachte er. Während er das Tat verschwammen die Konturen immer mehr. Alles sah aus, wie geschmolzenes Plastik. Es roch verbrannt. Als Akt der Verzweiflung beschloss er, durch das Fenster zu springen. Einfach so. Dabei sollte ihn auch die Glasscheibe nicht stören. Bei diesem Gedanken musste er noch mal lachen.

Er nahm Anlauf und stürzte mit einem Hechtsprung auf die Fensterscheibe, die zu sieden schien. Sollte dies das Ende des Traums sein? Nein. Im Gegenteil.

Er drückte sich ungefähr 10 cm tief in die jetzt fast Flüssige Fensterscheibe und wurde zurückgeschleudert. Ein wirklich befremdendes Schauspiel.

Erwachen.

Das alles war zu viel für ihn. Er stand auf um sich zu überzeugen, dass sein Schlafzimmer sich wieder in normalem Zustand befand. Sorgfältig fuhr er mit den Fingern über das Fensterglas. So wunderbar glatt und fest. Er riss die Tür auf und blickte nicht etwa in einen endlosen Treppenschlund, sondern sah einfach nur seine vertraute Holztreppe. Ein debiles Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.

Er rannte ins Erdgeschoss. Alles normal.

"Aye, alles normal!" brüllte er. Dann öffnete er, immer noch im Schlafanzug, die hölzerne Haustür. "ALLES NORMAL, MANN!!", brüllte er in die Nacht hinaus. Er begann zu rennen. Die Straße entlang.

Ihm war nach schreien zumute, als er bemerkte wie der gepflasterte Weg unter seinen nackten Füßen weich wurde. Dennoch bemerkte er die Schatten nicht, die sich im näherten. Die Häuser wurden lebendig. Die Bäume stießen ein grässliches Lachen aus. Man wollte ihn fressen. Er lies sich auf den Boden fallen, worauf er, wie im Moor, einfach einsank. Eine Parkbank rannte auf ihn zu. Die Kraft aufzustehen hatte er verloren. Die Bank beugte sich über ihn. Ihre stählernen Füße (Klauen) machten seinem Traum ein Ende.

Glücklich wachte er in seinem Bett auf. Er musste lachen. Wie verrückt lachen. Den blauen Wurm auf dem Balkon hatte er allerdings noch nicht entdeckt.

 

 

Stopp.

Halt.

Ende.

Fühlst du es? Fühlst du, wie der Boden unter dir weich wird. Hörst du es schon an deiner Tür scharren? Weißt du, was dich da draußen erwartet.

Sie werden deiner nicht gedenken.

Wache endlich auf!

 

Wo hört Einbildung auf,

und wo fängt Wahnsinn an?

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