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Die Fabrik

© 2004 by Jake

Sie hatten es geschafft, vor ihnen ragte die Fabrik in die Höhe. Gott sei Dank, aus den Schornsteinen der Verbrennungsanlage quoll kein Rauch mehr, sonst wären sie so oder so dem Tode geweiht. Ray Striker sah in die Runde und bemerkte, dass sie doch noch genügend Männer waren, um diesen Spuk zu beenden. Banks, Hitchcock, Meyers, Deacon, Fairchild, Valentine und er selbst. Sieben Männer gegen schätzungsweise achtzig, vielleicht neunzig von Ihnen. Das klang hoffnungslos, aber sie hatten eine Chance. Auf dem Bergpfad kamen ihnen noch vier dieser Kreaturen entgegen, wahrscheinlich hier aus der Fabrik, denn alle trugen Laborkittel, aber die waren kein Problem. Problematisch war das Dorf. Dort verloren sie drei Männer, Weaver, Sanderson und Alvarez. An Alvarez´ Tod konnte er sich am Besten erinnern. Er stand vor dem Fenster einer Hütte und spähte hinein, als aus dem Fenster der Arm einer dieser Bestien hervorschnellte, Alvarez an den Haaren packte und ihn ein Stück Fleisch aus der Schulter biss. Alvarez schrie entsetzt auf. Blut quoll aus der Wunde und lief über seine Millitäruniform. Es war eine Menge Blut, aber das machte Striker nichts mehr aus. Seit sie auf dieser verdammten Insel gelandet waren, hatte er sich daran gewöhnt. Das mußte er. Und Blut alleine war auch eigentlich garnicht so schlimm. Es waren die Innereien von Menschen, die er ebenfalls zu genüge vor Augen bekam, die ihm zu schaffen machten.
"Erschieß mich!", schrie Alvarez ihm zu.
Striker legte sein Gewehr an und erlöste Alvarez mit einem gezielten Kopfschuß. Auch der Gedanke einen seiner Kameraden getötet zu haben, fiel ihm nicht mehr so schwer, Alvarez war bereits der vierte, aber seinen schrillen Schrei, als der Zombie ihm in die Schulter biß, würde er nie wieder vergessen können.

Striker betrachtete die Fabrik. Die Wurzel allen Übels. Hier gab es den Unfall und hier wurden die Leichen verbrannt. Er schaute erneut auf die Überlebenden, sieben von ursprünglich zwanzig. Als auf dem Flughafen sechs Männer starben, vier weitere im Dschungel und das Dorf noch vor ihnen lag, hatte Striker schon fast resigniert. Seargent Duvall, fiel schon am Flughafen und sie waren führerlos, aber sie schworen sich, den Auftrag auszuführen und zu beenden. Striker wurde das provisorische Commando zugeteilt. Sie waren alle einfache Soldaten, hatten demnach den gleichen Rang, aber Striker war der Dienstälteste und stand kurz vor einer Beförderung.
"Fairchild, was macht ihre Wunde?" Fairchild wurde im Dschungel in den linken Arm gebissen und damit zum Tode verurteilt, aber er schwor solange weiter zu kämpfen, bis es nicht mehr ging. Striker versprach ihm, ihn zu erschießen, bevor er zu einem Zombie wurde.
"Es geht noch. Ich denke, dass ich diese verdammte Fabrik noch mit säubern kann."
"Gut. Fairchild, sie sind die Vorhut." Da Phillip Fairchild so gut wie tot war, hielt Striker ihn als geeignetsten dafür.
´Wenn ihm etwas zustößt ist es nicht so gravierend wie bei einem der anderen Männern.´ Striker schämte sich dieses Gedankens, wußte aber, dass er damit völlig richtig handelte. Vorsichtig öffnete Fairchild die Tür und betrat mit angelegtem Gewehr die Fabrik. Die anderen Männer folgten ihm.

Auf Ebene 1 ging alles furchtbar schnell, da sich dort nicht so viele Zombies aufhielten. Sie wurden, so wie angewiesen, jeweils mit einem Kopfschuß getötet. Dies war die einzige Methode, um diese Kreaturen zur Strecke zu bringen. Eine schwache Funktion des Gehirns war das Letzte, dass in ihnen noch aktiv war. Sie ließ sie herumwandeln und nur noch an eines denken: Fressen! Fleisch! Menschenfleisch! Der Rest des Körpers wurde vom Virus, der in dieser Fabrik hergestellt wurde, zerstört.

Beim Unfall vor drei Tagen wurde der Virus freigesetzt. Es geschah auf Ebene 3, Station B6. Alle fünf Mitarbeiter waren auf der Stelle tot... dass heißt, eigentlich nicht ganz. Sie wurden durch den Virus infiziert. Allerdings riegelte eine Sicherheitsvorkehrung die Station B6 ab, sodass sie dort nicht herauskamen. Ein speziell entwickeltes Antivirus wurde durch die Belüftung eingelassen. Zwar desinfizierte es die gesamte Station, die Zombies allerdings blieben in ihrem Zustand. Eine extra für solch einen Fall ausgebildete Spezialeinheit erledigte den Rest. Sie stürmten B6 und erledigten die Zombies mit gezielten Kopfschüssen. Dann wurden die Leichen verbrannt. Ein fataler Fehler, denn wie sich herausstellte, wurde der Virus, der noch in den toten Körpern existierte, damit wieder freigesetzt. Hätte man den Virus schon soweit einstudiert, um herauszufinden, dass er noch vierzehn Tage nach der Tötung des Zombies weiter aktiv war, hätte die Katastrophe durch eine spätere Verbrennung der fünf Kadaver verhindert werden können. So aber quoll ein gelber Qualm aus den Schornsteinen und verseuchte die gesamte Insel. Die Bewohner und alle Mitarbeiter der Fabrik wurden infiziert, somit innerhalb von 24 Stunden, die einen früher, die anderen später, zu Zombies. Glenn Tompson, stellvertretender Leiter der Fabrik, konnte noch rechtzeitig die U.S.-Regierung durch einen Funkspruch informieren, was sich auf der Insel zugetragen hatte. Danach richtete er sich selbst durch einen Schuß in den Kopf.

"Ebebe 1 gesäubert!", schrie Striker ins Funkgerät. "Auf zu Ebene 2!"
Fairchild stand am Ende des Treppenaufgangs, dann stöhnte er. Meyers, der neben Striker hinter ihm stand, ging einen Schritt auf ihn zu. "Hey, Phill, noch alles Okay mit dir?"
"Meyers gehen sie nicht...", setzte Striker an, aber es war zu spät. Fairchild drehte sich um und biß Meyers in die Wange. Sofort legte Striker sein Gewehr an und schoß Fairchild in den Kopf. Meyers schrie nicht, er stand unter Schock. Er drehte sich um und Striker konnte sehen, dass die komplette Haut der linken Wange fehlte. Durch das Loch hing Meyers´ Zunge und die Zähne waren zu sehen. Striker hörte ein Gewehr rattern und Meyers´ Stirn verfärbte sich rot. Er drehte sich um und sah, dass Valentine die Schüße abgegeben hatte. Striker nickte Valentine zu und übernehm wieder die Vorhut.

Auf Ebene 2 war mehr los. Allerdings konnte auch sie problemlos gesäubert werden. Ein Zombie hätte Banks beinahe getötet. Er kam aus einer Tür direkt neben ihm und sie standen sich fast Nase an Nase gegenüber. Der Zombie packte Banks schon an beiden Schultern, aber Hitchcock, der etwas vorraus geeilt war, drehte sich um und schoß dem Zombie den Hinterkopf weg.

Ebene 3 war total leer.
"Heißt das, wir sind durch?", fragte Deacon voller Hoffnung.
"Nein! Jetzt geht´s erst richtig los!", antwortete Striker.
"Wie meinen sie das?", fragte Hitchcock.
"Wir haben in dieser Scheißfabrik cirka. zwanzig Zombies getötet, aber hier haben mindestens fünfundneunzig Männer und Frauen gearbeitet."
"Und wo soll der Rest sein?", wollte Banks wissen.
"Ebebe U.", sagte Striker kurz und knapp.
"Ebebe U? Haben wir eine Ebene vergessen? Was ist Ebene U?" Das war wieder Deacon. Er klang fast hyserisch.
"Das ist der Keller. Nein, den haben wir nicht vergessen. Ich konnte mir denken, dass dort die Meisten sind. Nachdem bekannt war, dass der Virus noch existierte, flüchteten sie in den Keller, weil sie dachten, dass sie dort eventuell sicher sind. Sie haben sich geirrt. Ich wollte aber erst alle anderen Ebenen säubern, damit uns kein Fluchtweg verbaut wird."
"Wie viele?", fragte Hitchcock, der sich die Frage aber schon selbst beantworten konnte.
"Sechzig bis siebzig."

Auf den Gängen der Ebene U war nichts zu sehen. Auch hinter den ersten Türen, die sie öffneten war keine der Bestien auszumachen. Deacon öffnete eine Tür, spähte hinein und wollte sie gerade schon schliessen. als er etwas sah und inne hielt. Er betrat den Raum und ging zum anderen Ende des ungefähr sechs Meter langen Zimmers. Dort stand ein Bett längst an der linken Wand. Unter dem Laken lag, so zeigte es die Sioulette deutlich ein... Mensch? Zombie? Deacon hielt sein Gewehr bereit in der rechten Hand und wollte mit der linken vorsichtig das Laken beiseite ziehen, als sich der Zombie aufrichtete und Deacon die Finger abbiss. Eher vor Schreck als gewollt drückte Deacon den Abzug seines Gewehrs, aber er traf das Monster präzise. Deacon schrie und feuerte das gesamte Magazin in den Kopf des Zombies. Die Kreatur fiel zurück ins Bett, wobei ihr Kopf, oder dass, was davon noch übrig blieb, das Kissen rot färbte und mit Hirn- und Schädelstücke übersähte. Dann drehte Deacon sein leeres Gewehr um und schlug mit dessen Lauf wieder und wieder auf den sowieso schon zermatschten Schädel ein. Graue Masse spritzte ihn voll, aber Deacon ignorierte es. Er hätte ewig so weiter gemacht wenn Striker ihn nicht hart an die Schulter gefasst hätte.
"Deacon! Aufhören!"
Deacon wurde sofort still, Er betrachtete etwa zehn Sekunden seine linke Hand, an denen jetzt die mittleren drei Finger fehlten.
"Das Biest hat mir die Finger abgebissen!", plärrte Deacon und sah dümmlich aus.
"Ich will nicht hoffen, dass ich jetzt infiziert bin!"
Striker, der ihm die Hand verband, sah ihn an und meinte: "Tut mir leid, Deacon! Aber das bist du."
Deacon schaute Striker an. Seine Augen sahen ängstlich und verwirrt aus.
"Nein!", schrie er. "Ich will nicht sterben! Sag mir, dass ich das nicht muss! Die hatten hier doch irgendwo einen Antivirus!"
"Der Antivirus lässt bereits infizierte nicht gesunden." Dann fügte Striker hinzu: "Du übernimmst ab sofort die Vorhut!"
Die anderen Männer, die sich inzwischen an der Tür versammelt hatten, schauten entsetzt abwechselnd Striker und Deacon an.
"Nein! Nein Striker, ich will das nicht! Das ist nicht wie bei Fairchild! Das ist was anderes!"
"Du weißt, dass das nicht stimmt. Und wenn du dich jetzt nicht zusammenreißt, Soldat, werde ich dich auf der Stelle töten!" Dann etwas ruhiger: "Deacon, tut mir leid."

Sie gingen weiter den Flur entlang. Deacon als Vorhut. Er war blaß, schien sich aber seinem Schicksal gefügt zu haben.
"Hinten biegt der Flur rechts ab.", sagte Valentine.
"Seid mal still!" Das war Hitchcock, der die Ohren spitzte. "Leute! Hört ihr das?"
Tatsächlich, ein Hämmern hallte durch den Flur.
"Das ist dort um die Ecke. Man, dass hört sich an als wären das Tausende!", meinte Banks, der jetzt fast so blaß wirkte wie Deacon.
"Das wird der Rest von ihnen sein. Keine Tausende, aber der verdammte, gesamte Rest. Deacon! Späh um die Ecke, aber sei vorsichtig."
"Jawohl, Striker.", sagte Deacon in einem etwas abfälligen Ton, aber er gehorchte.
"Oh! Mein! Gott! Das müsst ihr Euch ansehen!"
Etwa zwanzig Meter hinter der Ecke war ein riesiger Raum hinter einer Panzerglastür, indem sich die Zombies befanden. Sie starrten den Rest der Truppe mit ihren toten Augen an und hämmerten gegen das Panzerglas.
"Ich vermute, als sie gemerkt haben, dass sie infiziert sind und in Zukunft eine Gefahr darstellen würden, haben sie sich hier selbst eingesperrt.", meinte Striker.
Alle gingen jetzt vorsichtig auf die Panzerglastür zu.
"Warum nicht alle?", fragte Valentine. "Wir haben noch so viele in den anderen Ebenen gesehen."
"Es gibt immer welche, die nicht mitziehen. Das werden diejenigen gewesen sein, die sich damit nicht abfinden konnten."
Striker schaute in Richtung Deacon und vermutete, dass er auch einer von ihnen gewesen wäre.
"Striker, sollten wir nicht stehenbleiben?", fragte Hitchcock.
"Keine angst. Die kommen da nicht raus."
"Und was machen wir jetzt? Ich meine, wie erledigen wir sie, ohne die Tür zu öfnen?", wollte Banks wissen.
Striker schaute auf eine Schalttafel rechts neben der Tür. Dort war ein roter Knopf.
´BEI ALARM NICHT DRÜCKEN!´ warnte eine Aufschrift. Er vermutete, dass der Knopf die Tür öffnen würde.
´GESCHLOSSEN!´, leuchtete eine rote Zeile darunter.
Striker schüttelte den Kopf. Er starrte in den Raum.
´Es müssen mindestens fünfzig sein.´, dachte er.
Plötzlich fing Deacon an zu schreien: "NEEEEIIIIIIIIIN, IHR WERDET MICH NICHT TÖTEN!", und rannte auf die Schalttafel zu.
"Deacon! Nicht!", schrie Valentine, aber es war zu spät. Carl Deacon drückte auf den Knopf. Die rote Anzeige ´GESCHLOSSEN!´ machte für eine grüne, ´OFFEN´, Platz, die Panzerglastür öffnete sich und die Zombies kamen auf sie zu. Fünf von ihnen griffen sich Deacon und fingen an, ihn zu fressen. Anstatt zu schreien begann Deacon hysterisch an zu lachen. Striker konnte es nicht fassen, erwachte aber aus seinem Bann der Faszination, als die übrigen Männer das Feuer eröffneten. Die Lautstärke des Gewehrfeuers übertönte Deacons Lachen und das war auch gut so. Striker selbst hob jetzt sein Gewehr und eröffnete seinerseits das Feuer.
"Langsam und Rückwärts!" Striker musste schreien um gehört zu werden.
"Striker!" Das war Valentine. Er zeigte auf etwas hinter ihnen.
Als Striker es erblickte schrie er. "Lauft! Feuer einstellen und zurück!"
Etwa einen Meter vor der Ecke begann sich eine Panzerglaswand zu senken. Ein Sicherheitsmechanismus, der gleichzeitig ausgelöst wurde, als sich die Tür öffnete. Sie kam nur sehr langsam hinunter, damit bei einem Störfall sich die Menschen in Sicherheit bringen konnten. Die Zombies waren zu langsam, um sie rechtzeitig erreichen zu können. Valentine hatte es zum Glück bemerkt, sonst wären sie geliefert gewesen. Das Problem war nur, das er es nicht sofort bemerkte und die Zeit wurde knapp.

Valentine war die Munition ausgegangen. Er drehte sich um, um jemanden nach Aushilfe zu fragen, als er die Panzerglaswand entdeckte, die sich langsam von der Decke senkte.
"Striker!", schrie er und deutete darauf.
"Lauft! Feuer einstellen und zurück!" Das hätte Striker ihm nicht sagen brauchen, denn er rannte bereits, und auch als Hitchcock zu schreien begann, drehte er sich nicht um.

Freddie Hitchcock hörte Strikers Befehl das Feuer einzustellen und sich zurückzuziehen, wusste aber nicht wieso, da sie es schaffen konnten, alle auszulöschen. Dann wurde er versehendlich von Banks umgerannt. Hitchcock lag auf dem Boden und sah, das Banks stehengeblieben war und ihm eine Hand hinhielt. Als er sie greifen wollte, packte ihn etwas an beide Beine und wurde von ihm weggezogen. Er wurde etwa einen Meter weit geschleift. Hitchcock sah auf und erblickte etwa ein halbes Dutzend Zombies, die sich über ihn beugten. Als sie ihn zu fressen begannen schloss er die Augen und schrie. Er betete, dass es schnell gehen würde, aber er wurde nicht erhört.

Als Banks Strikers Befehl hörte, drehte er sich um und lief. Er fand diesen Befehl eigenartig, aber wenn das bedeutete aus diesem Albtraum entfliehen zu können, war es ihm auch Recht. Dann stieß er mit Hitchcock zusammen. Banks blieb sofort stehen und wollte ihm aufhelfen, als Hitchcock von den Zombies gepackt wurde. Als Banks bemerkte, dass er nichts mehr für ihn tun konnte, rannte er weiter. Dann sah er, warum Striker den Befehl zum Rückzug gegeben hatte und lief noch schneller.
´Oh mein Gott, ich schaffe es nicht mehr.´, dachte er - und behielt recht. Als er die Panzerglaswand erreichte, war sie bereits unten.

"Lauft! Feuer einstellen und zurück!"
Striker gab den Befehl und lief dann selbst los. Es würde knapp werden. Valentine lief vor ihm, er würde es auf jedenfall schaffen. Hinter ihm schrie jemand auf. Banks oder Hitchcock? Er tippte auf Hitchcock, drehte sich aber nicht um. Valentine hatte es jetzt in der Tat geschafft. Als Striker die Panzerglaswand erreichte, betrug dessen Abstand zum Boden nur noch einen knappen Meter. Er warf sich hin und rollte sich gerade noch rechtzeitig durch den Spalt durch. Ihm fuhr die Titelmelodie von ´Indiana Jones´ durch den Kopf und in einer anderen Situation hätte er es komisch gefunden, aber so konnte er sich ein Lachen verkneifen. Als er durch war und aufstehen wollte, merkte er, dass er an etwas hängen blieb. Er schaute hin und sah, dass es der Gewehrgurt war. Das Gewehr lag noch auf der anderen Seite der Wand. Striker befreite sich aus den Gurt und stand auf. Er spähte durch die Glaswand. Auf der anderen Seite stemmte sich Banks panisch dagegen.
"Holt mich hier raus!", schrie er. Hinter der Wand klang seine Stimme gedämpft. Dann kamen die Zombies.

Valentine und Striker wollten es nicht sehen, konnten sich aber auch nicht abwenden. Die Zombies zerrissen Banks. Das Glas war größtenteils mit Blut verschmiert, aber dennoch konnten sie es sehen. Dann verschwand Banks in einem Meer von Zombies. Einer der Kreaturen lies von ihm ab, stand auf und schaute Striker und Valentine gierig durch die Scheibe an. Sein Mund war mit Blut besudelt, ein Stück Darm hing noch heraus. Das war zuviel für Valentine und er übergab sich.
"Los!", sagte Striker zu ihm, "Wie verschwinden! Scheiß auf den Auftrag. Außerdem haben wir nur noch ein Gewehr."

"Und keine Munition mehr!", fügte Valentine hinzu.

Sie verließen die Fabrik.
"Striker, sieh mal!" Valentine zeigte den Bergpfad hinab. Dort befand sich etwas, dass sie vergessen hatten. Ein Friedhof. Sie konnten offene Gräber sehen und halbverweste Gestalten, die sich jetzt den Pfad hochschlichen.
"Wie kommen wir denn jetzt zum Flughafen zurück?", fragte Valentine.
"Garnicht! Und da Banks tot ist, haben wir sowieso niemanden mehr, der das Flugzeug fliegen könnte, also ist das so oder so egal."
"Und was machen wir jetzt?"
"Wir gehen weiter in die andere Richtung. Da gibt es einen Hafen."
"Wir türmen mit einem Schiff?"
"Bingo."
"Was ist, wenn es am Hafen auch Zombies gibt?"
Striker blickte Valentine ernst in die Augen. "Dann gnade uns Gott."

Am Hafen war alles ruhig. Sie nahmen sich eine Segelyacht und steuerten auf ihre Heimat zu.

Striker betrachtete die .45er Magnum, die er unter der Matratze der Koje gefunden hatte. Sie war geladen. Valentine hatte in der Nacht gestöhnt. Als Striker nach ihm sah bemerkte er den Kratzer an seinem Unterarm.
"Seit wann hast du den?"
Valentine öffnete die Augen und schaute ihn an.
"Seit wann?"
Dann griff Valentine Strikers Arm und biss ein Stück heraus. Geistesgegenwärtig zog Striker die Magnum und schoß Valentine eine Kugel in den Kopf.

Das war vor knapp acht Stunden. Striker nahm seinen Verband ab und betrachtete die Wunde.
"Es wird Zeit.", sagte er in der leeren Kajüte. Er entsicherte die .45er und hielt sie sich an die Stirn. Ray Striker schloss die Augen und drückte ab.

Drei Tage später machte die Küstenwache von New York auf einer Yacht, die planlos durch die Gewässer von ´Big Apple´ segelte, einen grausigen Fund. Zwei tote US-Soldaten, beide mit einen Kopfschuß. Die Leichen, zu der die Army keine Stellung nehmen wollte, wurden verbrannt. Aus dem Schornstein quoll gelber Rauch.

 


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