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Der letzte Tag eines Psychiaters

© by Melanie Böcker

 
Ein gutgekleideter Mann betrat die Praxis des Psychiaters. Er trug einen schwarzen Anzug, eine dunkle Krawatte und hatte eine Tasche über die Schulter geworfen, die aussah wie eine übergroße Golftasche.

"Sie können gerne ihre Tasche abstellen wenn sie möchten." Sprach der Psychiater. "Setzen sie sich und reden über ihr Problem. Wir haben Zeit."

"Soll ich ihnen von mir erzählen? Soll ich ihnen erzählen, welch schreckliche Dinge ich getan habe? Noch bin ich nicht erwischt worden, noch hat mich niemand eingesperrt. Mein Auftraggeber sagt immer zu mir: "Komm schon, lass den Kopf nicht hängen. Es könnte schlimmer für dich kommen." Aber ich muss es tun. Obwohl ich es nicht will. Ich war dumm gewesen, als ich den Vertrag unterschrieben habe. Ich war jung, und wusste nicht wohin. Ein Superheld wäre freilich nicht aus mir geworden, aber ein kleines Büro mit Blick auf einen Häuserblock hätte mir schon genügt. Gut, ich komme viel in der Welt rum, kann mich vor Arbeit kaum noch retten. Aber es macht keinen Spaß mehr. Früher, früher war mein Job noch einfach. Ich bin zu meinen Terminen gegangen, habe meine Sache erledigt und bin wieder nach Hause. Ja, früher, früher sagte mein Auftraggeber zu mir, Junge heute nimmst du Lieferungen in Italien, Polen, Russland und Australien auf. Ich bin dort hin, habe die Lieferungen eingepackt und habe sie dort wieder abgeliefert wo sie hingehörten. Aber jetzt, jetzt ist das ganz anders. Ich bin alleine gegen die ganze Welt, so kommt es mir manchmal vor. Jetzt, habe ich die Konkurrenz, die mir mein Geschäft kaputt machen will. Sie manipulieren meine Lieferungen und meist sind sie bereits unbrauchbar und ich kann sie nicht mitnehmen, muss sie dort lassen. Das ärgert meinen Chef meist und ich bekomme wahnsinnigen Ärger. Doch hin und wieder kommt es mal vor, dass auch die Konkurrenz in ihren weißen ach so feinen Kitteln zu mir kommt. Am weitesten ist die Konkurrenz in den modernen Ländern angesiedelt, USA, Europa. Mein bestes Geschäft mache ich noch in den ärmeren Ländern wie Afrika oder Indien. Dort haben die Leute noch nicht so viel Geld um die Konkurrenz zu bezahlen und kommen daher zu mir. Aber es wird schwer werden. Ich arbeite für das älteste Logistikunternehmen der Welt. Noch nie hat sich jemand über meine Leistung beschwert und unsere Qualität ist hundertprozentig zuverlässig und todsicher. Auch die Arbeitszeiten sind unzumutbar geworden. Die Konkurrenz arbeitet im Schichtbetrieb, ich bin alleine. Mittlerweile stehe ich der Firma 24 Stunden zur Verfügung. Wenn ich einmal etwas Zeit habe und mit meinen beiden Chefs zusammensitze und wir etwas plaudern oder Zeit für eine Partie Karten haben, dann schwärmen wir von den alten Zeiten, wo die Chefs noch Befehle erteilt haben und ein gutes Image hatten. Und wenn wir immer so schön in Erinnerung schwelgen, dann kommt meist unser Auftraggeber und scheucht uns auseinander. Dann gehen meine Chefs in ihre Büros zurück, Petrus in den Himmel, und der Teufel in die Hölle. Und ich nehme mir meine Sense und mache mich auf, meine Termine einzuhalten. Denn mein Image ist mir wichtig. Der Tod kommt nie zu spät...."

Er sah auf seine Uhr. "Und jetzt ist es Zeit für sie."

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