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Drei Söhne

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Ich bin wieder zu Hause.

Endlich.

Immer noch spuken die Worte meines Bruders durch mein Hirn.

"Du hast ihn vergessen. Ich habe ihn vergessen. Wir haben ihn vergessen, ABER ER ERINNERT SICH!", schrie er.

Dann ging er zum Waschbecken und ließ, zum vielleicht zwanzigsten Mal, Wasser über seine Hände laufen. Sie sind schon so wund, dass keine Salbe mehr hilft. Und die Ärzte tun nichts dagegen. Sie passen nur auf, dass er keine Dummheiten macht; versuchen, seinen Verstand zu heilen, aber für alles andere sind sie taub und blind.

Ich frage mich die ganze Zeit, wen wir vergessen haben sollen!

Unser Vater ist schon lange tot.

Ein Unfall beim Holzhacken, denn der Winter vor drei Jahren, als er starb, war kalt.

Ich liebte meinen Vater, und ich liebe meinen Bruder, der jetzt im Irrenhaus wohnt.

Thomas, so heißt mein kleiner Bruder, hat Vater gefunden. Er hat ihn festgehalten, und ihm gesagt, er solle keine Angst haben; alles würde gut werden.

Nichts wurde gut.

Deshalb wäscht er sich immer und immer wieder die Hände, weil er es nicht vergessen kann.

Meint er vielleicht Vater?

"Wir haben ihn vergessen!" , denke ich.

Aber wir haben ihn nicht vergessen. Ich nicht und Thomas auch nicht.

Thomas ist ein guter Sohn.

Thomas geht in seinem Zimmer hin und her, her und hin. Er hat Angst vor dem, den er vergessen hat. Aber der wird sich erinnern, wird ihn bald besuchen.

Ich überlege.

Wen haben wir vergessen?

Ich schaue mir Fotos an. Vater ist auf vielen zu sehen. Er spielt mit mir auf dem Feld.

Spielt mit Thomas auf der Wiese vorm Haus.

Und er spielt Fußball mit...Christian.

Christian ist mein älterer Bruder. Er ist von hier weggezogen, nachdem Vater gestorben war und hat Frau und Kinder mitgenommen. Er hat es nicht verkraftet, dass ihn hier alles an Vater erinnert.

Wegen uns wäre er nicht hier geblieben, weil er und nie gemocht hat. Thomas nicht und mich auch nicht.

Bei Thomas klopft es an die Tür. Er schreit, weil er sich erschrocken hat. Dann kommt eine Schwester herein. Sie hat die Tür nicht ganz geöffnet, denn dahinter lauert noch jemand. Thomas weiß genau, dass sein Bruder Christian dort ist. Er kommt, um Thomas zu ärgern, genau wie früher.

Die Schwester ist aber ganz allein, sie will Thomas nur zum Telefon holen.

Ich nehme das Telefon vom Tisch, lege es auf meinen Schoß und wähle die Nummer der Anstalt. Die Schwester sagt, dass sie meinen Bruder holt.

Während ich warte, falte ich den Brief auseinander, den die Post heute gebracht hat.

"Er erinnert sich", flüstere ich.

Thomas: "Hallo Benjamin!"

Ich: "Hallo Thomas."

Wir sind fast immer so kurz angebunden, wenn wir uns unterhalten.

"Ich weiß jetzt, wen wir fast vergessen haben", sage ich.

"Und?", fragt Thomas.

"Er erinnert sich trotzdem an uns", antworte ich.

Dann erzähle ich ihm von Christians Brief.

Er schreibt, dass er einfach wegziehen musste, aber das es ihm Leid tut. Er hat sich geschämt, als er von Thomas erfuhr, dem es viel schlechter geht als uns.

Thomas ist zu ersten Mal, seit er in der Klinik ist, wirklich glücklich, als ich ihm sage, dass Christian uns nächste Woche besuchen will. Wir wollen uns in der Anstalt treffen.

Thomas sagt: "Wir halten zusammen!", und lacht dabei.

Als wir und verabschieden, muss auch ich lachen.

Vater wäre stolz auf seine drei Jungs, denke ich.

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