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Gretchens Stube II

Copyright 2007 by Biberrulez

Anmerkung: Ein wesentlicher inhaltlicher Eckpfeiler von Goethes Faustdichtung ist die uneheliche Schwangerschaft Gretchens mit dem Kind Fausts. Doch abgesehen von kleinen Anspielungen findet sich in dem Werk keine explizite Darstellung, wie es zu diesem Kind kam.

Neue Forschungsarbeiten haben aber Erstaunliches zutage gefördert: Die Szene wurde sehr wohl geschrieben, fiel aber der zeitgenössischen Zensur zum Opfer. Umso erfreulicher ist es, dass sie nun einem philologisch und literarisch interessierten Publikum zugänglich gemacht werden kann.

 

 

Gretchens Stube II

 

(GRETCHEN und FAUST betreten das Zimmer; leise die Türe schließend.)

 

GRETCHEN. Oh, Heinrich! So haben wir’s geschafft;

          Die Tropfen zeigten ihre Kraft.

          Die Alte hat es nicht geblockt

          Und wurde ratzfatz umgeknockt.

          Nun liegt sie schnarchend auf dem Rücken

          Und wir können endlich... mal allein sein.

FAUST. Der Mond scheint helle, die Nacht ist reif.

          Die Stube, ach, ist herzlich nett.

          Doch meine Glieder werden steif.

          Setzen wir uns auf das Bett.

GRETCHEN. Heinrich, ich sehe deinen Blick

          Und schrecke dennoch nicht zurück.

          Ich lese Liebe drin; und mehr!

          Du willst mit mir Geschlechtsverkehr.

FAUST. Das konntest du aus den Augen lesen?

          Du bist ein sonderbares Wesen!

GRETCHEN. Nein, aus den Augen las ich’s nicht!

          Ein wenig zwar aus dem Gesicht.

          Mir offerierte die Bestrebung

          Deine Hose, dort ist `ne Hebung.

FAUST. (ärgerlich)

          Schon wieder ist’s geschehen.

          Klein-Heinrich ließ sich zu früh sehen!

GRETCHEN. Ich bitte dich, so lass das Reden

          Und schreite mit der Tat voran.

          Verzichte auf das Vorspiel ganz

          - fang mit dem Hauptgerichte an.

FAUST. (erfreut)

          Das klingt nicht schlecht.

          Und ohne Vorspiel! So ist’s recht!

GRETCHEN. Nur eines möchte ich stellen klar,

          Bevor wir nackend liegend da!

          Mein lieber Faust, sei kein Dummie

          Ich bitte dich, benutz ein Gummi!

FAUST. (empört) Kondome!

          Die Verhütung war mir Rille,

          ich dachte doch, du nimmst die Pille!

GRETCHEN. Ein Irrtum war’s. Da sind wir nun!

          Was können wir denn weiter tun?

FAUST. (verzweifelnd die Fäuste ballend zu sich sagend) Hier steh ich nun, ich armer Tor,

          und bin so weit als wie zuvor!

          Ach, es ist zum Kacken.

          Ich wollte doch heute Gretchen knacken!

          (zu Gretchen) Sei’s drum, dann geht’s eben nicht so.

          Wie wär’s denn mit Fellatio?

GRETCHEN. Ein neues Wort tust du mir kund,

          das ich nie zuvor nahm in den Mund.

          Doch um die Sache nicht zu erschweren;

          Könntest du es mir doch kurz erklären.

FAUST. Ach nö, ich mach hier lieber Schluss;

          Letztendlich mündet es in einem Cunnilingus.

          (zu sich)Doch ich will jetzt ran, nur weiß nicht wie!

          Da kommt die rettende Idee.

          (zu Gretchen) Ich hab’s.

          Es ist sicher, weil es muss,

          Coitus interruptus!

GRETCHEN. Genug der vielen Worte. Ich glaube an der Liebe Band.

          Schreiten wir nun zu der Tat.

FAUST. Frisch, Gesellen, seid zur Hand!

 

(FAUST und GRETCHEN verschwinden engumschlungen und nackt im Bett)

 

MEPHISTO. (Unsichtbar in einer Ecke stehend zu sich)

          Ich bin der Geist, der stets verneint,

          doch lass ich es mir nicht entgehen,

          die holde Jungfer und den Arzt

          im Liebesakt vereint zu sehen.

          Doch was seh ich da? Schon ist’s vorbei!

          Klein-Heinrich wird schon schlaffer!

          Die Unterhaltung währt oft viel zu kurz;

          Ist man nur unsichtbarer Gaffer!

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