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Stephen King
Das schwarze Haus

Autor und Copyright der Rezension  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ,www.moonlight-bay.de.vu


Heyne

 

Wer glaubt, dass “Black House” wegen der angekündigten “Dark Tower”-Verbindungen eher ein King-, als ein Straub-Roman ist, der täuscht sich. Wie Straub in einem Interview erzählte, haben beide Autoren versucht, den Stil des jeweils anderen zu imitieren. Das ist anscheinend gut gelungen. Bis auf wenige Passagen, die sich durch Details in der Ausdrucksweise verraten, kann man nicht unterscheiden, was von King ist und was von Straub. Der erste Teil erinnert aber eher an King (obwohl Straub angeblich den Anfang geschrieben hat). In “Welcome to Coulee Countee” werden die kleine Stadt French Landing und ihre Bewohner vorgestellt. Der Erzähler führt den Leser herum und stellt ihm die Personen vor. So hat es King in Büchern wie “Needful Things” gemacht. Wie ihr wißt, hat er oft über Kleinstädte geschrieben (Castle Rock, Derry etc.). Und seinen Stil, den Leser praktisch bei der Hand zu nehmen und ihn persönlich anzusprechen, kennen wir seit der Einleitung zu “Night Shift”. Dieser erscheint hier gemischt mit Straubs präziserem, geradlinigen Stil. Straub hat dieses Stilmittel übrigens auch einmal angewandt (bei der Kurzgeschichte “A short Guide to the City”). Es erinnert ein bißchen an Charles Dickens, dessen Roman “Bleak House” im Buch eine Rolle spielt. Auffällig ist auch, dass der Roman komplett (bis auf die Rückblicke) im Present Tense geschrieben ist.
French Landing liegt außerdem nicht in Maine, sondern in Wisconsin, Peter Straubs Heimat und Schauplatz vieler seiner Geschichten. Es gibt auch ein paar Verbindungen. Beispielsweise wird Duane Updahl aus dem Roman “If You could see me now” genannt.

Wie viele King-Bücher beginnt auch “Black House” erst ganz langsam, ohne viel Spannung und mit ein paar Längen. Die Haupthandlung dürfte den meisten von euch bekannt sein. Ein Kindermörder, der “Fisherman” genannt wird, terrorisiert die Kleinstadt. Jack Sawyer, der Held aus dem “Talisman” kommt in die Stadt, um den Mörder zu stellen. In Teilen wird die Handlung des “Talismans” wiederholt, damit auch der Leser, der das Buch nicht kennt, “Black House” verstehen kann. Jack wird unterstützt von seinem blinden Freund Henry Leyden, dem Polizeichef Dale Gilbertson, der Motorrad-Gang “Thunder Five” und Fred Marshall, dessen Frau von der Region weiß und die nach schlimmen Visionen fast den Verstand verliert. Tyler, ihr Sohn, versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dann verschwindet er spurlos. Die Spur führt in die Region und Jacks einzige Chance ist es, wieder dorthin zurückzukehren.
Dies führt ihn schließlich zum Schwarzen Haus, abseit von French Landing, das ein Grenzort zwischen unserer Welt und einem Ort darstellt, der “The Furnace–Lands” heißt. Dort wird Ty gefangengehalten.

Noch etwas über den Fisherman. Am Telefon, wo er den Fundort mehrerer Leichen verrät, antwortet er auf die Frage nach seiner Identität: “Mein Name ist Legion und wir sind viele”. Das dürfte King-Lesern bekannt vorkommen. Schließlich ist auch Randall Flagg, ebenso wie André Linoge, einer dieser biblischen Dämonen.

Zu den “Dark Tower”-Zusammenhängen: Tyler Marshall ist ein Brecher, der die Macht hat, die Balken zu zerbrechen. Ebenso wie Ted Brautigan aus “Hearts in Atlantis”, der kein Brecher sein wollte, aber am Ende doch von den Niederen Männern geschnappt wurde. Der Scharlachrote König (“Insomnia”) will die Balken zerstören und braucht deshalb die Brecher. Bei zwei der sechs Balken hat er es bereits geschafft. Er ist physisch in der Spitze des Dunklen Turms gefangen. Und wenn die Balken zerbrochen sind, stürzt der Turm, was den Untergang aller Welten zur Folge hätte. Nur der Revolvermann und sein Ka-tet können das verhindern und natürlich Jack, der Tyler zurückholen muß.
Der richtige Name des Scharlachroten Königs ist Can-Tah Abbalah. Soweit ich mich erinnere, heißt “can-tah” in der Sprache der Toten “kleiner Gott”.

Später, als Jack in die Region zurückkehrt, liest sich das Buch immer mehr wie ein “Dark Tower”-Roman. Viele Dinge aus der Serie werden erwähnt, wie z. B. Die Kleinen Schwestern von Eluria und die Langsamen Mutanten. Die Handlung könnte auch für den weiteren Verlauf der “Dark Tower”-Reihe wichtig sein.
Insgesamt ist es ein großartiger Roman für beide Autoren. Und vor allem viel besser als “Dreamcatcher“. Anfangs denkt man noch eher an einen Horror-Roman oder einen Psycho-Thriller im Stil von Thomas Harris, wenn man die grausamen Szenen mit dem Fisherman liest, aber dann entwickelt es sich doch eher zu einem klassischen Fantasy-Roman. Da schwindet dann scheinbar auch Straubs Einfluß und das Buch wird immer mehr zu einem King-Roman.

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