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Rolf Potthoff und Achim Nöllenheidt
Mini, Beat und Texashosen
Erinnerungen an die 60er Jahre im Ruhrgebiet
Rezension © 2013 by Martin Wagner für BookOla.de
Rolf Potthoff und Achim Nöllenheidt: Mini, Beat und Texashosen
Rolf Potthoff, Achim Nöllenheidt (Hrsg.)
Erinnerungen an die 60er Jahre im Ruhrgebiet
178 Seiten, zahlr. Abb., 13,95 €
ISBN: 978-3837507218
Umschlaggestaltung: Volker Pecher
Preis: 13,95€

Kurzbeschreibung
Die 60er Jahre was für eine dramatische Zeit! Der erste Mensch auf dem Mond, die DDR mauert sich ein, die 68er rebellieren, die Anti-Baby-Pille kommt auf dem Markt. Flower-Power ist angesagt, die Beatles und Rolling Stones erobern die Hitparaden, Oswald Kolle klärt auf, der Minirock kommt. Auch im Ruhrgebiet gründen junge Leute Beat-Bands und hoffen auf Ruhm. Die 60er sind ein Jahrzehnt des Umbruchs und Wandels. Das Leben wird bunter, der Alltag vor allem der Jugend ist nicht mehr so steif wie in den 50er Jahren.
In diesem Buch erzählen Frauen und Männer in mehr als 60 kurzen und langen Geschichten, was sie damals erlebten. Sie berichten von der ersten Reise im eigenen Auto über die Alpen; vom Petticoat als Mädel-Status-Symbol; von der Texashose , die den Eltern gar nicht gefiel und vom Briefträger, der noch die Rente auszahlte. Sie schreiben über den ersten, verstohlenen Kuss; von der Schule, wo noch strenge Disziplin herrschte, und sie verraten, was ihnen im Fernsehen außer Bonanza und Der Goldene Schuss sonst noch so alles gefiel. Dieses mit Fotos und Repros von Zeitungs-Titelseiten reich bebilderte Buch entstand aus den Zuschriften auf einen Aufruf, in dem die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) ihre Leserinnen und Leser bat, ihre 60er Jahre zu schildern. Es sind Geschichten aus einer prickelnden Zeit.

Meine Meinung:
Unsere Eltern und Großeltern und natürlich auch wir selbst erzählen gerne Geschichten aus vergangenen Tagen. Bei einigen von uns bedeutet das, wir reden über die 70er und 80er, bei unseren Eltern und Großeltern sind das die 40er, 50er und 60er, Jahre, in denen wirklich viel passiert ist, das noch immer großen Einfluss auf das Heute hat. Es gibt dabei natürlich immer Themen über die man weniger gerne spricht, wie den Krieg, aber auch Themen, die immer wieder gerne besprochen werden, wie zum Beispiel das Wirtschaftswunder, der erste Fernseher und das erste Auto.

Nachdem der Klartext-Verlag aus Essen zusammen mit der WAZ bereits die 50er Jahre im Ruhrgebiet durch kurze Erinnerungen der WAZ-Leser in den Blick genommen hat, was war da naheliegender als auch die 60er Jahre durch die Erinnerungen der Leserinnen und Leser zum Leben zu erwecken. Entstanden ist das Buch „Mini, Beat und Texashosen – Erinnerungen an die 60er Jahre im Ruhrgebiet“, das, wie bereits auch das erste Buch, von Rolf Potthoff und Achim Nöllenheidt herausgegeben wurde.

Wie im Buch über die 50er Jahre begrüßen die beiden Herausgeber die Leser im Vorwort und beschreiben zum einen wie es zum Buch kam und zum anderen welche Ereignisse, Erfindungen und Veränderungen die 60er Jahre zu etwas Besonderem machten.
Das erste Kapitel widmet sich dann dem Thema, das viele als das wichtigste Thema der Zeit ansahen, der Musik. Beatmusik eroberte die Weltbühne und besonders die Herzen der jungen Menschen. Davon blieb auch das Ruhrgebiet nicht verschont und auch nicht die Eltern der jungen Fans. Als dann, nach Beatclubs und einheimischen Bands, noch die Beatles und die Rolling Stones in den Pott kamen war es sowieso vorbei und die Erinnerungen machen das mehr als deutlich.
Aber auch die Mode änderte sich. Mit dem Mini wurden Frauen offensiver und die ausgefallenen Farben der Kleidung, so langsam schwappte die Flower-Power-Bewegung nach Deutschland, und die modernen „Texashosen“ sorgten für irritierte aber auch interessierte Blick auf der Straße.
Genau diese Mode und die Bewegung dahinter führte zu einer sich ändernden Moral, dem nächsten Thema des Buches. Die Pille, von Papst verdammt, war überall Gesprächsthema und die Filme Oswalt Kolles, sorgten für die dringend nötige Aufklärung.
Dabei war der Alltag der Bewohner des Ruhrgebiets zwar deutlich weniger wild, aber doch nicht ohne, wie in vielen Erinnerungen deutlich wird. Schule, Arbeitsplatz, Elternhaus, Sportveranstaltungen und der Rauch und der Schmutz über dem Ruhrgebiet, all das wird hier erinnert.
Den Abschluss bildet das Kapitel „Auf Achse“, in dem es nicht nur um das erste Auto und die erste Autofahrt um den Block, sondern auch um die ersten Urlaubsfahrten mit dem Auto nach Italien geht. Damit verbunden viele Erlebnisse auf und neben der Strecke und dem ersten Urlaubsflirt.
Den Abschluss des Buches, vor der Nennung der Autoren und dem Bildnachweis, bildet die Chronik der 60er Jahre, in der alle wichtigen Ereignisse, sowohl national als auch international, kurz aber prägnant aufgezählt werden. Das Buch wird damit wirklich gut abgerundet und ruft viele Ereignisse, die in den Erzählungen nicht erwähnt oder nur angedeutet wurden, in Erinnerung.

Ein tolles Buch, das nicht nur mit den Erzählungen der Erinnerungen überzeugt, sondern auch durch die tolle Auswahl und Bereitstellung teilweise privater Fotos und Plakate, die die Erinnerungen optisch unterstützen und die 60er Jahre wie im Kino vor dem geistigen Auge ablaufen lassen. Dazu kommt der stabile Einband, das ansprechende Layout und vor allen Dingen das perfekte Lektorat und Korrektorat. Da können sich viele Verlage eine Scheibe abschneiden. Bleibt nur eins zu sagen: Beteiligt euch an den 70er Jahren, damit es bald weiter geht mit der Reihe für das Ruhrgebiet.

Fazit:
Die Gemeinschaftsproduktion von der WAZ und dem Klartext-Verlag, „Mini, Beat und Texashosen – Erinnerungen an die 60er Jahre im Ruhrgebiet“, ist die logische und vor allen Dingen gelungene Fortsetzung der Erinnerungen-Reihe. Viele Beteiligte sorgen für tolle Erinnerungen und viele Bilder vertiefen diese sogar noch. Mehr davon!

448 Seiten € 9,99 [D]
Übersetzung: Uta Hege
Broschur
€ 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 13,90
ISBN-13: 9783548284620
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