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Philipp Vandenberg
Das vergessene Pergament
Rezension © 2013 by Ute Spangenmacher für BookOla.de
Philipp Vandenberg: Das vergessene Pergament
Bastei Lübbe
Taschenbuch, 512 Seiten
ISBN: 978-3404157785

Kurzbeschreibung

Anno Domini 1412: In Köln, Strasburg, Regensburg, 'Chartres und Amiens stürzen Pfeiler ein, bersten Treppen, lösen sich Schlussteine aus den Gewölben der Dome und Kathedralen – Strafe Gottes oder Teufelswerk?

In einem fulminanten Roman erzählt Philipp Vandenberg die abenteuerliche Geschichte des Dombaumeisters Ulrich von Ensingen und der schönen Bibliothekarstochter Afra, die durch Zufall in den Besitz eines geheimnisvollen Pergaments gelangen. Als die Liebenden begreifen, dass sie mit dieser Schrift ein Dokument in Händen halten, für das der Vatikan zu töten bereit ist, sind sie bereits in Lebensgefahr. Gnadenlos von der „Loge der Abtrünnigen“ verfolgt, beginnt eine wilde Jagd durch die größten Kirchen Europas...

Meine Meinung:

Wie immer spannend. Afra, eine Magd, muss vom Hof ihres Herrn verschwinden und kommt so nach Ulm, wo sie Ulrich von Ensigen kennenlernt. Die beiden verlieben sich, aber die Liebe steht unter keinem guten Stern. Schließlich beschließt Afra, die Hinterlassenschaft ihres Vaters, ein scheinbar leeres Pergament, zu Hilfe zu nehmen. Ein Alchimist hilft ihr dabei, die Schrift sichtbar z machen, allerdings kann sie mit dem Inhalt nichts anfangen. Von da an wird sie aber gejagt. Denn der Alchimist hatte dem Papst von der Existenz des Pergaments erzählt und dafür mit seinem Leben bezahlt. Afra muss durch halb Europa reisen. Immer mit der Befürchtung, von einem der zahlreichen Häscher geschnappt zu werden. Sie und Ulrich wurden getrennt. Afra nutzte den Tod einer angeblichen Freundin, ihren eigenen Tod vorzutäuschen und unter deren Namen weiterzureisen. Und eines Tages steht sie in Konstanz wieder Ulrich von Ensingen gegenüber. Auch andere bekannte und unbekannte Gesichter hatten sich dort eingefunden. Auch der Papst, denn dieser hatte das Konstanzer Konzil einberufen. Ach ja, es war Papst Johannes XXIII. Schließlich gab es zu jener Zeit drei Päpste. Nämlich noch Papst Benedikt XIII. Und Papst Gregor XIII. Die hatten es aber wohl alle nicht so wirklich mit Armut, Demut und dergleichen. Sie lebten im Wohlstand und waren wohl auch den Reizen des anderen Geschlechts nicht abgeneigt, übrigens auch nicht den Reizen des eigenen Geschlechts.
Dieses ganze Leben und Wirken der Päpste und anderer hochrangiger Kirchenvertreter brachte wiederum Jan Hus auf den Plan. Dieser wetterte nur allzugern gegen die Kirche und durfte dies mit offizieller Bestätigung von König Sigismund auch auf dem Konzil, ohne das er dafür zum Tode verurteilt würde.

Eine spannende Geschichte, die, wie so oft, im Großen und Ganzen auf Tatsachen beruht. Zumindest die dargestellten Päpste waren wohl nicht ganz so heilig, dafür Jan Hus wohl genauso ehrlich wie beschrieben. Selbst Ulrich von Ensingen gab es und hielt sich wohl auch immer gerade da auf, wo der Autor des Buches ihn brauchte. Einzig Afra, die Hauptfigur, ist erfunden, passt sich aber wunderbar in die Geschichte ein.
Die Charaktere sind glaubwürdig geschildert. Man leidet mit Afra und bangt um sie. Auch die anderen, wie Ulrich von Ensingen, werden so beschrieben, dass man sie sich gut vorstellen kann und je nach Bedarf Mitgefühl oder eher Abneigung empfindet. Das Ganze wird natürlich durch die Wortwahl, die einen automatisch in die Zeit versetzt, verstärkt.

Das Pergament gab es wohl in dieser Form nicht. Zumindest ist es nicht belegt. Wäre ja aber auch nicht das erste Mal, dass die katholische Kirche etwas unter den Teppich kehrt, was ihrem „guten Ruf“ abträglich wäre.

Fazit:
Summa sumarum ein lesenswertes Buch.
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