Cookies sind für die korrekte Funktionsweise einer Website wichtig. Um Ihnen eine angenehmere Erfahrung zu bieten, nutzen wir Cookies zum Speichern Ihrer Anmeldedaten, um für sichere Anmeldung zu sorgen, um statistische Daten zur Optimierung der Website-Funktionen zu erheben und um Ihnen Inhalt bereitzustellen, der auf Ihre Interessen zugeschnitten ist. Klicken Sie auf „Stimme zu und fortfahren“, um Cookies zu akzeptieren und direkt zur Website weiter zu navigieren.
Header2.jpg
Jean M. Auel
Ayla und das Lied der Höhlen
Rezension © 2011 by Gerald Schnellbach für BookOla.de
Ayla und das Lied der Höhlen
Originaltitel: The Land of Painted Caves
Originalverlag: Crown
Übersetzung:
Susanne Aeckerle, Marion Balkenhol, Ursula Wulfekamp
Hardcover, 1.120 Seiten
ISBN: 978-3-453-26543-1
€ 27,99 [D] | € 28,80 [A] | CHF 41,50
Verlag: Heyne

Kurzbeschreibung
Von Millionen Lesern sehnsüchtig erwartet: Jean M. Auel legt nun den krönenden Höhepunkt ihrer Steinzeit-Saga vor, einer der erfolgreichsten Romanserien aller Zeiten. Ayla wird von der großen Heilerin der Neunten Höhle als Nachfolgerin auserkoren. Sie bricht auf zu Reisen der Initiation voller Erkenntnisse und Gefahren. Dabei merkt sie kaum, wie sehr ihre Beziehung zu Jondalar darunter leidet . . .

Es ist viele Jahre her, dass das Cro-Magnon-Mädchen Ayla vom Neandertalerclan des Bären verstoßen wurde und ihre lange Reise durch das eiszeitliche Europa begann. Nun ist sie mit ihrem Gefährten Jondalar bei seinem Volk, den Zelandonii der Neunten Höhle, heimisch geworden und hat ein süßes Töchterchen. Obwohl Ayla als junge Mutter alle Hände voll zu tun hat, lässt ihr die Heilerin und spirituelle Anführerin der Neunten Höhle eine gewaltige Ehre zuteilwerden: Sie nimmt Ayla als ihre Gehilfin an. Voll Eifer stürzt sich Ayla in die Jahre währende Ausbildung und die verschiedenen Reisen, die dazugehören. Doch die dauernde hohe Belastung zehrt auch an der Beziehung zu Jondalar, der sich vernachlässigt fühlt. Bis er sich verletzt von ihr abwendet. Einmal mehr lässt Jean M. Auel mit ihren wunderbaren Figuren das Leben vor rund 30.000 Jahren wiederauferstehen. Meisterhaft webt sie ihr gigantisches Wissen über die frühmenschliche Kultur und Lebensweise in einen packenden epischen Bilderbogen.

Meine Meinung:
Bereits im Jahr 1977 hatte die 1937 geborene Schriftstellerin Jean Marie Auel die Idee zu einer Geschichte über ein prähistorisches Mädchen im Kopf. Ursprünglich sollte das Ganze nur eine Kurzgeschichte werden, aber diese „Kurzgeschichte“ sollte ihr Leben verändern. Nachdem sie mit dem Schreiben angefangen hatte, merkte sie schnell, dass die Geschichte wohl doch etwas umfangreicher werden würde. Mit der Zeit kristallisierte sich heraus, dass der Stoff sogar für eine mehrbändige Romanreihe reichen würde. Die Bücher entwickelten sich schnell zu Bestsellern und Auel wurde zur Expertin auf steinzeitlichem Gebiet. Die Recherchen für den Zyklus führten sie im Laufe der Jahre unter anderem zu prähistorischen Orten in Frankreich, Deutschland, Österreich und Russland. Damit nicht genug, nahm Auel sogar an einem eiszeitlichen Überlebenstraining teil und lernte, wie Fleisch und Felle bearbeitet und Werkzeug aus Stein hergestellt werden. „Ayla und das Lied der Höhlen“ ist der die Saga wohl abschließende sechste und letzte Band.

Die Handlung beginnt ca. sechs Monate nach „Ayla und der Stein des Feuers“. Ayla ist mittlerweile die erste Gehilfin der Zelandoni der Neunten Höhle. In dieser Eigenschaft muss sie diese auf diverse Reisen begleiten. Vor allem, um heilige Stätten zu besuchen, aber auch um andere Zelandoni kennenzulernen. Ihre Ausbildung nimmt sie zeitweise so sehr in Anspruch, dass Jondalar sich zurückgesetzt fühlt. Dies hat für die beiden dramatische Folgen. Aber nicht nur Jondalar, auch ein paar andere Leute machen Ayla das Leben schwer. Beim großen Sommertreffen kommt es dann zum Showdown, bei dem nicht nur Aylas und Jondalars Beziehung auf dem Prüfstand steht. Auch der Ärger mit ihren beiden anderen „Problemfälllen“ bedürfen einer endgültigen Lösung …

Wohl zum letzten Mal nimmt Auel uns zu einer phantastischen Reise mit, bei der es ihr wieder einmal gelingt, uns glaubhaft in die Eiszeit zu versetzen. Man staunt immer wieder über das profunde Wissen, das sie sich angeeignet hat und uns in dem Buch vermittelt. Nicht nur Flora und Fauna, auch die Jagd, das Herstellen von Kleidung, Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen wird genauestens beschrieben und erläutert. Oft werden Dinge jedoch schon fast zu explizit beschrieben, hierbei und bei Wiederholungen der Abenteuer der vorangegangen Bände wäre manchmal weniger sicher mehr gewesen. Man ist schon etwas hin und her gerissen. Staunt einerseits über das eben erwähnte Wissen, ärgert sich aber gleichzeitig, dass es doch zu häufig und ausführlich eingesetzt wird. Vor allem da Auel eben viele Dinge beschreibt, die man bereits aus den vorangegangen Bänden kennt, und „Ayla und das Lied der Höhlen“ sicher nur von Lesern gelesen wird, die mit der Saga vertraut sind. Nichtsdestotrotz ist Auel eine meisterhafte Erzählerin, die mit Ayla und Jondalar zwei Charaktere erschaffen hat, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Dies liegt vor allem daran, dass diese, wie eigentlich alle Personen in dem Buch, überaus überzeugend dargestellt werden. „Ayla und das Lied der Höhlen“ ist ein urzeitlicher Abenteuerroman, der uns neben den Abenteuern, die die Protagonisten zu bestehen haben auch noch zeigt, dass viele „Probleme“, die wir heute haben, nicht alle auf die Industrialisierung zurückzuführen sind. Gerade, was das Zwischenmenschliche betrifft, sind diese sicher so alt wie die Menschheit selbst. Aber wer ein Abenteuerepos lesen will, wäre vielleicht wirklich besser bedient, mit Band vier aufzuhören. Dieser Band hat auch den schönsten Schluss. Das eine oder andere mal ertappt man sich bei der Frage, warum Auel nicht eben dort aufhörte. Wer doch weiterlesen möchte und nach Band fünf auch Band sechs lesen möchte, sollte bei diesem Band vielleicht nur die letzten 400 Seiten lesen. Allein da kommt wirklich Spannung auf und zeigt, was für eine meisterhafte Erzählerin Auel sein kann. Die ersten 700 Seiten könnte man selbst bei einer ausführlichen Inhaltsangabe mit sehr wenigen Sätzen beschreiben.

Als Gesamtwerk betrachtet, ist die „Kinder der Erde“-Reihe ein eiszeitliches Epos, wie es in der Literatur sicher kein Zweites gibt. Trotz mancher Längen, vor allem in den letzten beiden Bänden, hat es Spaß gemacht, ihre Hauptcharaktere über die Jahre hinweg zu begleiten.

Copyright 2020 by www.BookOla.de
Joomla templates by a4joomla