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Sebastian Fitzek
Der Augensammler
Rezension © 2010 by Karen Bartel
augensammler
Verlag Droemer Belletristik
Seitenzahl 448
Ausstattung HC + SU  HC
Preis EUR (D) 16,95
ISBN
3-426-19851-7
ISBN
978-3-426-19851-3
Erscheinungstermin 1.06.2010

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Kurzbeschreibung
Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken.
Er spielt es mit deinen Kindern.
Er gibt dir 45 Stunden, sie zu finden.
Doch deine Suche wird ewig dauern.
Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Kinderleichen fehlt jeweils das linke Auge.
Bislang hat der „Augensammler“ keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße Körperberührungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt …

Über den Autor
Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Gleich sein erster Psychothriller "Die Therapie" eroberte die Taschenbuch-Bestsellerliste, wurde als bestes Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und begeisterte Kritiker wie Leser gleichermaßen. Mit den darauf folgenden Bestsellern "Amokspiel", "Das Kind", "Der Seelenbrecher" und "Splitter" festigte er seinen Ruf als DER deutsche Star des Psychothrillers. Seine Bücher werden in über zwanzig Sprachen übersetzt. Als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in den USA und England, der Heimat des Spannungsromans.

Rezension
Alexander Zorbach, ehemaliger Polizist, hat sich als Reporter einer Zeitung dem Fall des "Augensammlers" angenommen, der Berlin immer mit dem gleichen Procedere in Atem hält: Erst bringt er die Mutter um, entführt das Kind und stellt dann dem Vater ein Ultimatum von 45 Stunden innerhalb dessen er sein Kind finden muss, das ansonsten stirbt. Seinen Namen verdankt der Augensammler seiner Eigenart, dass den Kinderleichen immer das linke Auge fehlt.
Gerade hat der Mörder sich die vierte Familie vorgeknöpft und diesmal steht sogar das Leben von zwei Kindern auf dem Spiel! Die Polizei verzweifelt an der Aufklärung und ist am Rande ihrer Nerven, sowie ihrer Toleranz. Sie ist machtlos gegen das Phantom, das immer weiter durch Berlins Familien zieht und diese auf brutalste Weise zerstört.
Doch da scheint sich plötzlich ein Weg zu ebnen, der eine vielversprechende Spur aufweist: Am Tatort wird die verschwunden geglaubte Brieftasche von Zorbach gefunden und lässt die Polizei hellhörig werden: Denn Zorbachs Artikel sind immer gut recherchiert - zu gut, wie die Polizei findet - und auch ist er immer als erster am Ort des Geschehens. Heißt das aber auch das er der Gesuchte ist? Für die Polizei, die keinen anderen Ansatz hat, steht das jedenfalls fest und somit begibt sich Zorbach auf die Flucht während der Kreis sich um ihm immer enger zieht. Doch sein geheimgeglaubter Aufenthaltsort entpuppt sich als nicht sicher, denn er wird dort bereits erwartet: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, taucht in der Dunkelheit der Nacht unter mysteriösen Umständen plötzlich dort auf und behauptet den Augensammler vor kurzem behandelt zu haben. Durch die Berührung mit ihm habe sie Visionen gehabt, bei denen sie einen Mord und das Geschehen darum herum durch seine Augen miterlebt hätte. Mit ihrer Hilfe und der Polizei im Nacken begibt er sich auf die Suche nach dem Augensammler. Doch kann Zorbach ihr trauen und ist sie wirklich der gesuchte Schlüssel um seine Unschuld zu beweisen?

Was ich an Fitzek so liebe, sind seine außergewöhnlichen Ideen, die er dann zu einem Thriller verarbeitet in dem er die Tiefgründe der menschlichen Psyche erforscht. So ist es auch diesmal wieder mit dem Augensammler.
Man taucht während der Geschichte in verschiedene Charaktere ein und erfährt aus ihrer Perspektive die Ereignisse. Besonders gelungen ist hierbei die Einführung der Gedanken eines der entführten Kinder, das seine Situation parallel zum Ablaufen des Ultimatums schildert. Immer wieder fühlt man mit ihm mit und hofft, dass er sich sogar selbst aus seinem Gefängnis befreien kann. Natürlich ist diese Schilderung sehr verstörend, was ebenfalls eine signifikante Eigenschaft von Fitzeks Schreibstil und seinen Büchern ist. Doch das gerade zeichnet ihn aus und macht seine Bücher so gut und lesenswert!
Auch fließen neben dem eigentlichen Handlungsstrang Zorbachs persönliche Probleme mit in die Geschichte ein, die Fitzek zunehmend auch in das Hauptgeschehen einflechtet. Somit erfährt man auch etwas über Zorbachs Persönlichkeit und seinen Hintergrund, was sehr hilfreich und wirklich interessant ist, da er als Protagonist meistens die Geschichte erzählt. Gleich zu Anfang warnt er auch schon die Leser, dass einen die Geschichte nicht mehr loslassen wird und sie zutiefst verstörend ist, man solle am besten die Finger davon lassen. Das spornt natürlich noch einmal mehr an, weiterzulesen und in die Ereignisse Einblick zu bekommen.
Was mir bei diesem Buch stark aufgefallen ist, dass es hier wie in einem Film oder Serie vom Aufbau her abläuft: Innerhalb einer Folge (in diesem Fall das Buch) gibt es mehrere kleine Episoden (in diesem Fall die Kapitel, die aus verschiedenen Perspektiven geschrieben sind) und immer wenn es am spannendsten und interessantesten ist, wechselt das Bild und die nächste Episode (also das nächste Kapitel) beginnt mit einer anderen Person und Thema. Das ist wirklich geschickt gemacht und steigert enorm die Spannung des Buches! Hat mir echt super gefallen!
Eine weitere Besonderheit ist, dass sich der Countdown, der über das ganze Buch präsent ist, mitverfolgen lässt: Zum einen steht über jedem Kapitel, wie viel Zeit noch übrig ist bis das Ultimatum abläuft und zum anderen zählen die Kapitel- und Seitenzahlen rückwärts runter. Das war ebenfalls sehr spannend mitzuverfolgen.
Die Auflösung um das Geheimnis der Identität des Augensammlers war für mich allerdings keine allzu große Überraschung und wird es auch für alle anderen Leser, die aufmerksam mitlesen und -denken, nicht sein, dennoch ist es sehr interessant und spannend die Motive des Täters und seine Geschichte kennenzulernen, die er in Briefen selbst erzählt.  Dies war sehr wichtig für das Verständnis und um die Handlungen des Augensammlers nachvollziehen zu können. Hierzu ein passendes Zitat: "Ich teste die Liebe der Väter zu ihren Kindern. Immer und immer wieder, in der Hoffnung, endlich ein anderes Ergebnis zu erhalten als das, was ich selbst erfahren habe." Ebenfalls interessant ist es durch Alina in die Gedanken und Handlungen des Augensammlers zu schlüpfen, wodurch man mitten im Geschehen ist.
Was mich beim Lesen immer wieder beschäftigt hat, war was genau der Augensammler mit Zorbach zu tun hat, denn anscheinend will er ihm die Schuld in die Schuhe schieben, zumindest sieht es so aus. Was bezweckt er damit, dass er Alina Gregoriev zu Zorbach schickt und die beiden sich an seine Fährte hängen? Wer das genau wie ich herausfinden will, muss das Buch lesen, es lohnt sich auf jeden Fall!
Fitzek liefert am Buchende einen nervenaufreibenden Showdown, der sich schon durch spannende Stationen auf Zorbachs Flucht ankündigt, und hat mich damit noch tiefer in seinen Bann gezogen.
Die finale, unerwartete Wendung, die Fitzek super gelungen ist, lässt ein offenes Ende, was ein guter Abschluss ist, da ich selbst nicht wüsste, wie ich den neuen Verlauf hätte enden lassen und so bleibt es dem Leser selbst überlassen. Hierbei kommt auch die Tragik, wie zuvor schon bei "Splitter" nicht zu kurz und hält den Leser in Atem.
Wieder einmal hat Sebastian Fitzek es geschafft, dass er mich mit seinem Buch fesselt und in seine Welt entführt aus der es kein entrinnen gibt. Das Buch ist für Fitzek-Fans und alle, die Psychothriller lieben, ein Muss! Also, auf in die nächste Buchhandlung und den Augensammler kaufen!

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