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Sebastian Fitzek
Rezension Copyright 2009 by Karen Bartel für BookOla.de
splitter
Splitter

VERLAG Droemer Belletristik
SEITENZAHL 384
AUSSTATTUNG HC + SU  HC
PREIS EUR (D) 16,95
ISBN3-426-19847-9
ISBN 978-3-426-19847-6
ERSCHEINUNGSTERMIN 11.08.2009

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Kurzbeschreibung
Was wäre, wenn wir die schlimmsten Erlebnisse unseres Lebens für immer aus unserem Gedächtnis löschen könnten? Und was, wenn etwas dabei schief geht?

Viel stärker als der Splitter, der sich in seinen Kopf gebohrt hat, schmerzt Marc Lucas die seelische Wunde seines selbst verschuldeten Autounfalls - denn seine Frau hat nicht überlebt. Als Marc von einem psychiatrischen Experiment hört, das ihn von dieser quälenden Erinnerung befreien könnte, schöpft er Hoffnung. Doch nach den ersten Tests beginnt das Grauen: Marcs Wohnungsschlüssel passt nicht mehr. Ein fremder Name steht am Klingelschild. Dann öffnet sich die Tür - und Marc schaut einem Alptraum ins Gesicht …

Über den Autor
Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Gleich sein erster Psychothriller "Die Therapie" eroberte die Taschenbuch-Bestsellerliste, wurde als bestes Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und begeisterte Kritiker wie Leser gleichermaßen. Mit den darauf folgenden Bestsellern "Amokspiel", "Das Kind", "Der Seelenbrecher" und "Splitter" festigte er seinen Ruf als DER deutsche Star des Psychothrillers. Seine Bücher werden in über zwanzig Sprachen übersetzt. Als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in den USA und England, der Heimat des Spannungsromans.

Rezension
In dem Thriller „Splitter“ von Sebastian Fitzek geht es um den wahr gewordenen Albtraum von Marc Lucas, der nach einem Besuch in einer Klinik nicht mehr zu existieren zu scheint.

Marc Lucas wird seit dem tödlichen Unfall seiner Frau Sandra und seines ungeborenen Kindes jeden Tag mit seiner Schuld konfrontiert. Jeden Tag erinnert ihn der Splitter in seinem Kopf daran, dass er der Fahrer des Unfallwagens war und er überlebt hat. Doch da scheint sich plötzlich die Lösung für seine Trauer und seinen Schmerz zu eröffnen: In einer Annonce sucht eine Psychiatrische Klinik nach Freiwilligen für das Memory-Experiment. Lernen zu vergessen, so lautet der Titel. All der Schmerz wird durch eine künstliche retrograde Amnesie aus dem Gedächtnis gelöscht – für immer. Es scheint die perfekte Lösung für sein Problem zu sein. Doch als Marc sich genauer über das Programm informiert, wird klar, dass ihm nicht nur die schmerzhaften Erinnerungen gelöscht werden, sondern alle. Nach und nach würden ihm dann Teile seiner Erinnerung wieder zugeführt werden. Dennoch lässt sich Marc verschiedenen Tests unterziehen, beschließt aber danach nie wieder in die Klinik zurückzukehren. Als er nach Hause kommt, wartet der erste Schreck schon auf ihn: Auf seinem Klingelschild steht ein anderer Name, wenn auch ein bekannter. Senner. Der Mädchenname seiner toten Frau. Und als sich die Tür dann plötzlich öffnet, blickt er genau ihr ins Gesicht. Doch sie erkennt ihn nicht wieder... Ab da beginnt ein atemloser Albtraum für Marc Lucas bei dem er nicht weiß, wem er vertrauen kann und wieso er plötzlich für die Umwelt nicht mehr zu existieren scheint. Er hat das Experiment doch nicht durchgezogen, oder doch?

Die Geschichte ist ein endloses Verwirrspiel für den Leser in dem erst ganz am Ende Licht ins Dunkel kommt. Man ahnt immer schon etwas, wer jetzt damit etwas zu tun hat, aber immer bleibt eine Frage: Warum? Genau wie Marc Lucas fragt man sich, warum das alles passiert, wem man nun trauen kann. Dem eigenen Bruder? Dem Stiefvater? Einer Fremden? Es ist sehr schön geschrieben, so dass man die Situation von Marc Lucas wie am eigenen Leib miterfährt und der Kopf zu rattern beginnt, was den jetzt eigentlich genau hier vorgeht. Man versucht mit ihm gemeinsam das Unbegreifliche zu begreifen.

Das Ende hat es wirklich in sich. Es kommt so eine unglaubliche und erschreckende, wie auch banale Erklärung heraus, dass man sich nicht sicher ist, ob man wirklich richtig zugehört hat. Auf der einen Seite denkt man, wie kann man nur solche grausamen Dinge einem Menschen antun, wieso musste das alles auf so eine grausame Weise geschehen – nur um Marc Lucas zu schützen?! Und auf der anderen Seite kann man die Fürsorge die in diesen Ereignissen liegt, verstehen.

Besonders tragisch ist das Ende. Wer das Ende noch nicht erfahren will, bevor er das Buch nicht selbst gelesen hat, sollte jetzt hier am besten nicht mehr weiter lesen. =) Ich selbst weiß, wie nervig es ist, wenn man schon das Ende eines Buch kennt und den Rest aber noch vor sich hat. Trotzdem mussten die folgenden Zeilen in die Rezession.

Es ist für Marc Lucas okay zu sterben, damit sein Bruder und sein Kind leben konnten. Als ich das zuerst las, hatte ich das Gefühl, mich vielleicht verlesen zu haben, doch dem war nicht so. Diese Entscheidung fühlte sich irgendwie richtig an, hörte sich aber doch so falsch an. Ob das nun moralisch ist oder nicht, muss man letztendlich mit sich selbst ausmachen, genau so, ob der ganze Grund für diese Odyssee von Marc Lucas moralisch zu verantworten ist, oder nicht.

Im Großen und Ganzen war es wunderbar diesen Thriller zu lesen und miterleben zu dürfen. Ich habe bereits alle vorhergegangen Bücher von Fitzek gelesen, bzw. gehört und als ich dieses Buch bekam, hatte ich in einigen Reviews schon gelesen, dass das Werk enttäuschend sei und nicht an seine Vorgänger heranreichen würde. Dies muss ich widerlegen. Es stimmt zwar, dass dieser Thriller nicht so genial wie zum Beispiel „Der Seelenbrecher“ oder „Das Kind“ ist, aber das heißt nicht, dass er schlecht ist. Hier muss ich Fitzek eindeutig verteidigen: Er kann nicht immer einen Bestseller schreiben, der seinen Vorgänger noch übertrifft. Dieses Werk ist sehr spannend und hat eine tolle Story! Und deshalb hat es mir auch gut gefallen! Manchmal fehlt zwar ein bisschen der rote Faden, aber man findet ihn dennoch immer wieder, wie z.B. bei den Einschnitten in der Geschichte, wenn von Marcs Bruder Benny erzählt wird und erst gegen Ende seine Rolle in der ganzen Geschichte klar wird.

Fitzek schildert das Ende, diese geballte Ladung an Gefühlen und Ereignissen mit einer erschreckenden Klarheit, die den Leser packt und das hat mir wirklich gut gefallen, wenn auch das Ende manchmal etwas weit hergeholt klang. Doch ich liebe Dramas und deshalb bin ich auch ein Fan von dem todtraurigen Schluss, den Fitzek toll rübergebracht hat.

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