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Philip K. Dick
Nach der Bombe
Autor und Copyright der Rezension by torsten
Visionen vom nuklearen Ende der Zivilisation bzw. den Folgen eines nuklearen Atomkrieges gehören sicherlich mit zum Schrecklichsten, was es in der zeitgenössischen Science-Fiction bzw. modernen Unterhaltungsliteratur zu lesen gibt - nicht zuletzt auch deshalb, weil aus solchen "Fiktionen" sehr schnell Realität werden kann. Grund genug also auch für Philipp K. Dick, 1965 die Dinge einmal aus seiner Sicht anzugehen.
Herausgekommen ist mit "Nach der Bombe" einer der vielleicht besten und auf jeden Fall originellsten Texte, die den globalen Holocaust im Mittelpunkt stehen haben. Doch Dicks Roman behandelt das "Wie" oder das "Warum" eher nur kurz, dafür umso erschreckender. Dank seiner neutralen, nüchternen Erzählweise kommt das Grauen umso hässlicher und furchtbarer daher. Was danach - genauer gesagt sieben Jahre später - auf das Unvorstellbare folgt, sind zum einen die Folgen des radioaktiven Niederschlags (u.a. Mutationen und der Rückfall ist post-industrielle Zeitalter), zum anderen aber die typischen Dickschen Ansichten einer Zivilisation, die trotz aller Schrecken und Leiden noch immer die gleiche geblieben ist und im Grunde gar nichts aus ihren Fehlern gelernt hat. Mit dem für ihn ganz eigenen Gespür skizziert Dick Charaktere, die oberflächlich vielleicht verrückt und grotesk wirken mögen, sich bei genauerer Betrachtung allerdings als Reflexionen von niemand geringerem als uns selbst erweisen. Obwohl "Nach der Bombe" bereits in den 60er geschrieben worden war, hat der Roman nicht ein Fünkchen von seiner Faszination und Sogwirkung verloren, die bereits vor vier Jahrzehnten deutlich zu spüren war. Anders als so viele andere mehr oder weniger prominente Kollegen, ist Dick zweifellos das Kunststück gelungen, einen Roman zu schreiben, der zwar in einem bestimmten Zeitabschnitt des 20. Jahrhunderts spielt, dessen Inhalt allerdings zeitlos ist, egal, auf welchen Aspekt des Buches man sich damit beziehen mag.
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