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Dreams

© 2004 Sven Schwanke

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Prolog

  • Wo bin ich? Es ist so Dunkel!
  • Du bist in Sicherheit.
  • Wer bist du?
  • Ich bin dein Freund.
  • Warum sehe ich dich nicht?
  • Ich bin in deinem Herzen.
  • Was willst du von mir?
  • Nimm meine Hand. Wir gehen ein Stueck miteinander.
  • Warum ist deine Hand kalt und was ist das Ziel?
  • Unser Ziel ist der Weg. Und ich bin kalt, weil unsere Arbeit kalt ist…

 

1.

Einlieferungsdokument * 33A319

Shelbyville Sanatorium fuer geistig gestoerte

Datum: 3.3.1990

Personalien:

Name: Doe, John

Geburtstag: Unbekannt

Geburtsort: Unbekannt

Wohnhaft: Unbekannt

Grund der Einlieferung:

AK 339 (HOPS mit Wahnvorstellung / HirnOrganisches PsychoSyndrom)

Bemerkung:

Patient Doe, John reagirte mit Wahnvorstellungen und sehr ausgepraegten Aggressionen; Er verletzte mehrere Personen Toetlich und/oder Schwer; Einlieferung in das staedtische Sanatorium durch Richter Edward Hawkings; Momentan nicht Schuldfaehig;

Behandlungsvorschlag:

Medikamentoes zur Beruhigung, evtl. Schocktherapie durch Strom

Einlieferung durch:

Radcliffe, Lucien (Sanitaeter)

Rhodan, John (Sanitaeter)

Howard, Edward (Sanitaeter)

Newton, Ronald (Oficer)

Carrington, Buster (Oficer)

Einlieferungszeit: 21.13 p.m.

Gez. Arzt: Dr. Henry Olden

 

2.

Seit Tagen hatte es geregnet und jeder der nicht unbedingt zum Einkaufen oder zur Schule musste oder einen anderen Grund hatte um nach draussen zu gehen, tat gut daran, sich die Decke ueber den Kopf zu ziehen, sich ein gutes Buch in die Hand zu nehmen oder einfach den Fernseher einzuschalten. Es regnete, wie man so schoen sagte, Hunde und Katzen und genau die waren schlau genug, nicht nach draussen zu wollen.

Am zweiten Maerz 1990 klarte es soweit auf, das der Regen zum ueberwiegenden Teil vertrieben wurde und am dritten Maerz war es zum ersten Mal in diesem Jahr so schoen, das diejenigen, die sich am tiefsten in die Betten verkrochen hatten, als erste nach draussen gingen um einen Bummel durch die Innenstadt von Shelbyville zu machen. Etliche Schaufenster wurden betrachtet und zahlreiche Plaene wurden ausgearbeitet, was gekauft werden sollte oder was nicht. Viele von den Frostbeulen tauten in den ersten dreizehn Grad celsius soweit auf, das sie Eis nicht verschmaehten und so sah man in der Fussgaengerzone zahlreiche Paerchen mit Eis oder einfach nur Haendchenhaltend. Sie waren Gluecklich mit dem Gedanken das Schlimmste in diesem Winter ueberstanden zu haben.

In der Mitte der Fussgaengerzone stand ein Brunnen, von dessen Mitte her ein riesiger Engel ueber alles wachte. Vom Kopf des Engels rieselte Wasser herab und einiges Wasser tropfte vom Gesicht, so das es aussah, als wuerde der Engel traenen vergiessen. Vor diesem Brunnen und dem dazugehoerigen Engel hatten sich einige Personen angefunden und fluesterten zum Teil aufgeregt hinter vorgehaltener Hand. Es war ungewoehnlich. So ungewoehnlich, das Officer Hank Anderten sich einen Weg durch die Menschentraube bahnte.

Es war nicht verboten, sich zu versammeln, aber dennoch gab es Leute (Wie Hank Anderton) die Neugierig wurden und wissen wollten, was los war. Fuer ihn war es keine Schwierigkeit sich einen Weg zum Brunnen hin zu Bahnen. Zum einen wirkte seine Unifrom auf die Menschen einschuechternd und zum anderen war er ziemlich stabil gebaut.

"Geht beiseite Leute, lasst mich durch" sagte er im halblauten Tonfall.

Und dann stand er im Zentrum von allem. Und vor ihm lag ein Mann. Er sah nicht gut aus und um ehrlich zu sein, der erste Anblick und der Geruch, der von dem Mann ausging, sagte ihm, da ist nichts mehr zu machen. Der hat es hinter sich. Er verstroehmte einen leicht suesslichen Gestank vermischt mit Pisse und Scheisse. Himmel, das war grauenvoll. Aber seine Aufgabe war klar. Er musste Pruefen, ob der erste Anblick nicht vielleicht truegte. Er trat naeher an den Mann heran und warf einen kurzen Blick ueber die Schulter.

"Geht zurueck Leute" sagte er, "Hier gibt es nichts mehr zu sehen. Ich hab alles unter Kontrolle."

Gar nichts hast du unter Kontrolle! fluesterte eine Stimme in seinem Ohr. So nah, das sich Anderten umsah. Aber da war nichts.Anderte liess sich auf ein Knie nieder, der Gestank war beinahe unertraeglich. Er sah sich den Mann genauer an. Er war Blass im Gesicht (Zumindest soweit Anderten das sehen konnte, der Mann lag auf der Seite) Auch aus der Naehe sah der Mann aus, als waere er nicht mehr am Leben und die Brust des Mannes hob und senkte sich nicht. Zumindest sah Anderten nichts dergleichen. Langsam tastete er nach dem Puls am Hals des Mannes, verdrehte beinahe seine Augen vor Uebelkeit und schloss sie einige Sekunden lang. Als er dann endlich die richtige Stelle am Hals entdeckte, spuerte er keinen Puls. Langsam drehte Anderten den Kopf und rief zu irgendjemanden, er solle einen Krankenwagen anrufen, falls das noch nciht geschehen sei.

Niemand bewegte sich.

"Nun macht schon Leute. Ruft einen Krankenwagen und steht da nicht einfach nur herum."

Ein Mann bewegte sich Schlaftrunken und marschierte zum naechsten Café. Anderte beugte sich zum Mann herunter. Er hielt seine Wange direkt vor dem Mund des Mannes und konnte nichts spueren, ausser Kaelte. Er wuenschte sich, er haette einen Spiegel fuer diese art Arbeit bei sich. Aber er hatte keinen. Als er sich wieder aufsetzte schloss er erneut fuer einige Sekunden seine Augen. Tja, dachte er, der hat es wirklich hinter sich. Und dann spuerte er an seinem Hals ein leichtes ziehen. Er kratzte sich an der Stelle und oeffnete wieder seine Augen. Er fuehlte etwas Warmes an seinem Hals. Warm und Klebrig. Als er auf seine Haende starrte, spuerte er schon, wie ihm benommen wurde. Rot. Blut. Seine Hand fuehlte sich merkwuerdig kribbelig an. Irgendjemand schrie, moeglicherweise eine Frau, er war sich nicht sicher. Die Welt geriet vor seinen Augen aus den Fugen. Er starrte auf den Boden und sah dort den Mann, wie er zu ihm hinauflaechelte. In seinen Augen flimmerte purer Hass. Anderten oeffnete seinen Mund, aus dem sofort Blut quoll. Dann kippte er zur Seite.

3.

Shelbyvill News, 06. Maerz 1990

Der Schrecken von Shelbyville sitzt noch vielen Menschen in den Knochen, nachdem am Morgen des 03. Maerz das Grauen in die Stadt gekommen war. Ein Fremder in Lumpen hat neben Officer Hank Anderton noch sechs weitere Menschen ermordet und vier Schwer verletzt. Die Tatwaffe, ein etwa 13 centimeter langes Messer, konnte noch vor Ort in Verwahrung genommen werden, nachdem sieben Beamte es schafften den Fremden (John Doe anm. Der Redaktion) ueberwaeltigen konnten.

Richter Edward Hawkings konnte bei der einberufenen Gerichtsverhandlung keine Schuldfaehigkeit erkennen und liess Doe in das hier ansaessige Sanatorium fuer geistig gestoerte Personen einweisen. Dort wurde er der Kompetenten Obhut von Dr. Henry Olden uebergeben, in der Hoffnung auf Heilung und endgueltiger Schuldzuweisung.

Die Stadt trauert um…

4.

Den ganzen Tag, am dritten Maerz, war es kaum bewoelkt. Erst gegen Abend zogen die ersten Wolken wieder auf. Am spaeten Nachmittag erreichte die Temperatur sagenhafte 17 grad Celsius aber fuer die meisten Menschen in Shelbyville war es ein kalter Tag, den jeder schnell vergessen wollte.

Das Bezirksgericht traf sich am Nachmittag zu einer eiligst einberufenen Sondersitzung, bei der Richter Hawkings den Vorsitz hatte. Der Amtsarzt Dr. Monroe Stevenson legte eine Diagnose ueber John Doe vor. HOPS oder Hirnorganisches Psychosyndrom.

"HOPS hat viele Erscheinungsform, wobei die heufigste Aehnlichkeiten mit Alzheimer aufweist" erklaerte Dr. Stevenson, " Gedaechtnisluecken sind jedoch in jeder Erscheinungsform ueblich oder komplette Blackouts, die sich ueber Tage hinaus ziehen koennen. Anders jedoch wie bei Alzheimer schreitet diese Krankheit nicht voran und fuehrt nicht zum Tode. Im Volksmund wird HOPS auch einfach nur als Altersvergeslichkeit bezeichnet. Im Fall von John Doe ist es jedoch eine sehr schlimme Form von Hops. Sie ist gebuendelt mit Aggresion und Mordgier. Man konnte es bei Doe besonders gut beobachten, insbesondere, als man ihn ueberwaeltigen wollte. Er reagierte wie ein wildes Tier.

HOPS an sich gesehen ist Heilbar. Insbesondere bei juengeren Pesonen. Was jedoch hier zu beachten ist, bei John Doe sieht die Chance auf Heilung aeusserst gering aus. Dennoch halte ich es fuer dringend erforderlich, das John Doe fuer Schuldunfaehig erklaert wird und meinen werten Kollegen im Sanatorium zur Behandlung uebergeben wird. Sollte in ferner Zukunft eine Schuldfaehigkeit feststellbar sein, ist es dem Gericht ueberlassen, weitere Verfahren gegen Doe einzuleiten. Danke."

Richter Hawkings notierte die Entscheidung des Amtsarztes und zog sich mit seinen Kollegen zurueck. Die Entscheidung wurde am spaeten Nachmittag, als die ersten grauen Wolken aufzogen, bekanntgegeben.

"Schuldunfaehig, bis eine Besserung des jetzigen Gesundheitszustandes festzustellen ist. Bis auf weiteres wird John Doe dem Sanatorium in Shelbyville uebergeben. Die Sicherheit wird auf Stufe III festgelegt, was bedeutet: Strengste Sicherheitsmassnahmen durch Fxierung am Krankenbett und Bewachung durch Polizisten. Doe wird noch heute eingeliefert. Die Sitzung ist geschlossen."

Die Einweisung erfolgte am Abend um 21.13 Uhr. Es regnete ununterbrochen und Donnergrollen und helle Blitze zerrissen diese Nacht.

to be continued ...

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