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Als Gott Witze machte

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Ihren Geburtstag groß zu feiern lag sicherlich nicht in Sallys Natur. Jedoch wurde sie von ihrer Sekretärin in einem günstigen Moment darauf aufmerksam gemacht, dass alle führenden Mitarbeiter in dieser Abteilung daraus eine Art Brauch gemacht haben. Sally war neu in der großen Firma und hätte nie den Mut aufgebracht sich diesem Brauch zu widersetzen. Noch am selben Tag begann sie mit den Vorbereitungen. Von ihrer Sekretärin ließ sie sich das Wichtigste aufschreiben. Welche Getränke angesagt waren, wen sie einladen sollte und noch so Allerlei mehr. Nun wusste sie, dass die Feier in ihrer Wohnung stattfinden musste. Sie wusste, dass sie der Form halber auch alle Chefs einladen musste, obwohl außer dem schusseligen Dr. Simmens keiner von denen dort auftauchen würde. Schon am nächsten Morgen gingen die Einladungsemails in den jeweiligen Postfächern ein und noch am selben Tag erreichten Sally 34 Zusagen. Am darauffolgenden Samstag war es dann soweit. Sally hatte auf 20:00 Uhr eingeladen, weil das bisher alle so gemacht hatten. Von einem Partyservice hatte sie sich für 50 Gäste eindecken lassen. Schließlich waren ihre Kollegen eingeladen, ihre Partner mitzubringen. Sallys Sekretärin verwies aber auch darauf, dass die meisten Single waren und so berechnete Sally diese Anzahl. Punkt 20:00 Uhr saß Sally alleine in ihrer 90 Quadratmeter großen Wohnung. Sie war sichtlich nervös. Ständig rückte sie die Gläser zu recht oder wandelte scheinbar sinnlos in der Wohnung auf und ab. Nachdem sie bereits zum dritten Male von ihrem Balkon im dreizehnten Stock zur Straße hinunter sah, schellte endlich die Türglocke. Auf dem engen Flur stapelten sich mehr als zwei Dutzend Menschen. Sally freute sich sichtlich darüber. Mehrere Flaschen Wein und Sekt wurden ihr überreicht. Von ihrer netten Sekretärin bekam sie sogar einen selbstgebackenen Kuchen, von dem Sally allerdings nie ein Stück probieren konnte. Im Laufe des Abends wurden die Gäste lockerer und Sally war überrascht, dass selbst ihre Sekretärin einige der Leute nicht kannte. Wusste sie doch ansonsten auch immer, wer mit wem und seit wann liiert war. Aber auch das schien nach dem vierten oder fünften Glas Sekt keine Rolle mehr zu spielen. Auch Dr. Simmens war anwesend. Er kam wie erwartet alleine und war bereits nach kürzester Zeit stark angetrunken. Einige Stunden später waren bereits viele der Gäste verschwunden. Dr. Simmens lag mehr, als dass er saß auf einem der Gartenstühle draußen auf dem Balkon. In der linken Hand hielt er eine halbvolle Flasche Rotwein fest, als sich zwei fremde Männer neben ihn saßen und ihn in ein Gespräch verwickelten. Die drei Männer gaben ein peinliches Bild ab, denn sie waren alle stark betrunken und kicherten und alberten wie Schulmädchen. Urplötzlich sprang einer der Männer auf und schlug eine Wette vor: " Wetten, dass ich hier vom Balkon springen kann, ohne dass mir etwas geschieht?" Dr. Simmens brüstete sich sogleich damit, dass er jeden Einsatz mithalten würde. "Einigen wir uns darauf, dass, wenn ich gewinne, sie die nächste Runde bezahlen müssen!" Dieses Angebot erntete schallendes Gelächter, da auf der Geburtstagparty die Getränke sowieso frei waren. Dr. Simmens ließ sich gerne darauf ein und reichte den beiden Männern nacheinander die Hand. "Also gut", so der erste, "nun werde ich mal springen, damit ich für uns eine Freirunde raushole!" Noch mit seinen letzten Worten stand er bereits auf der Brüstung und sah noch einmal kurz zur Straße hinunter. Die anderen Gäste in der Wohnung bemerkten von dem Wahnwitz nichts. Dr. Simmens hob der Schreck vom Stuhl und noch bevor er schreien konnte, machte der fremde Mann einen Satz nach vorne. "Um Gottes Willen!" rief Dr. Simmens entsetzt. "Wir müssen einen Krankenwagen rufen!" Doch der andere Mann beruhigte Dr. Simmens erst einmal damit, dass sein Freund noch nie eine Wette verloren hatte, und somit wird er gleich wieder in der Tür stehen und ihn um seine Freirunde bitten. Dr. Simmens wirkte verstört, denn alles war so unwirklich. Konnte das der Alkohol in ihm auslösen, oder war das bitterer Ernst? Noch während er den Gedanken zu verstehen versuchte, schob sich die Glastür zum Balkon auf, und der Springer stand unversehrt vor ihm. "Na, wo ist mein Drink?" fragte er sogleich. Dr. Simmens machte sich auf, um ihn den verdienten Drink zu holen. Ungläubig sah er ihn sich genau an, blickte hinab zur Straße und dann wieder auf den Mann, der gerade aus dem dreizehnten Stock gesprungen war. Kaum, als sie ihre Gläser geleert hatten, meldete sich der zweite der Männer und meinte, dass er das Gleiche machen könnte. Dr. Simmens wollte den Einsatz wissen, um was sie dieses mal wetten sollten. Er wurde schon etwas zaghafter. "Ach", so der Mann, "ich wette eigentlich nur um die Ehre." Dr. Simmens gefiel dies und schlug auch hierauf wieder ein. Schon war der Mann in der Tiefe verschwunden. "Wahnsinn!" rief Dr. Simmens ihm nach. Wiederrum bemerkten die anderen Gäste der Party nichts von alledem. Wenige Minuten später stand auch der zweite unversehrt auf dem Balkon und erfreute sich seiner bestärkten Ehre. Dr. Simmens stieß mit ihnen immer wieder an und sie feierten sich und den herrlichen Sommerabend. Kurz vor Sonnenaufgang bot Dr. Simmens den beiden anderen die gleiche Wette an. Dr. Simmens wettete am liebsten um Geld, und deshalb wollte er um einen Monatslohn wetten, was ihm gestattet wurde. Die beiden Männer lehnten sich an das Geländer und sahen Dr. Simmens lächelnd nach, wie er Meter um Meter in die schwarze Nacht stürzte. Sie lauschten und als sie den dumpfen Aufprall hörten, meinte einer der beiden, als er sein Glas zum Anstoßen anbot: "Es ist manchmal schon sehr lustig, ein Engel zu sein."


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