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Geschöpfe der Nacht

 

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Licht. Jetzt bloß kein Licht. Ihr Kater war schon ohne Licht kaum auszuhalten. Es würde nicht reichen, wenn sie einfach nur die Augen zu lassen würde. Alles nur kein Licht. Aber was bemitleidete sie sich selbst. Wenn sie die ganze Nacht um die Häuser ziehen und sich bis fast bis zur Ohnmacht zukippen konnte, musste sie auch diesen Kater aushalten. Wenn sie nur beim Alcohol bleiben konnte, aber nein, sie musste dieser Sucht unterliegen. Diesem verteufelten Fluch, der sie heimsuchte, und Nacht für Nacht sein Opfer forderte. Sie musste es endlich sein lassen, endlich damit aufhören... Morgen oder Übermorgen oder vielleicht erst nächste Woche. Aber sie musste,.... sie musste. Und nun war doch Licht in den verlassenen Luftschutzbunker eingedrungen.

"Nein." Hauchte sie nur und zog sich in eine dunkle Ecke zurück.

"Gott, wie siehst du denn aus? Leg dich hin und schlaf erst einmal deinen Rausch aus!" schallte eine Stimme aus dem Licht.

Sie ließ den letzten noch gebliebenen Soldaten auf dem Boden liegen. Wenn ihn jemand finden würde, gut so. Wenn nicht, würde er verbluten. Harte Zeiten, harte Sitten. Und sie schlief, bis zum nächsten Abend um wieder einmal ihrer Sucht zu erliegen. Und um Menschen ihr Leben zu rauben um an das Lebenswichtige Blut zu kommen....

Zweihundert Jahre später.

Es war Nacht, sie schlenderte durch die Straßen. Nicht durstig, sondern hungrig. Hungrig nach Leben. Sie kam an einem Kino vorbei. Dort hing ein Plakat, mit einem wunderhübschen Jüngling in Gold und Silber gehüllt. Eine prunkvolle Gruft im Hintergrund mit Blitzen umrahmt. Das war die achtundsiebzigste Neuverfilmung von "Dracula". Die Menschen hatten mit ihrer Technik so manche neue Erungenschaft gemacht, aber ihren Filmen und ihrem Kino, das sie so liebte, waren sie treu geblieben.

"Alles Quatsch." Murmelte sie vor sich hin.

"Die Menschen trauern zu sehr ihren alten Zeiten hinterher, nicht wahr, Zarah!" Aus dem dunkel einer Hauswand kam ein Geschöpf hervor, ähnlich einer Katze, doch aufrecht gehend und so häßlich, dass die Nacht gut daran tat, sie zu verstecken.

"Nein, ich meine den Film. Die Menschen sind so von ihrem Fortschritt geblendet, dass sie die wesentlichen, gefährlichen Dinge des Lebens nicht mehr wahr nehmen. Blutsauger, Menschenmörder... oder wie werden wir noch genannnt...? Vampire...?"

"Nun, ich kann mich noch gut erinnern, da warst du auch ein solcher Blutsauger und das nicht zu kurz." fauchte diese Kreatur.

"Ach lass mich in Ruhe, Katzenmann. Wir Geschöpfe der Nacht sind alle gleich. Du weißt ja gar nicht...."

"Was? Ich weiß nicht, wie es ist, in einem Körper gefangen zu sein, der sich jeden Abend sobald die Sonne unter geht, verändert, und ein Monster aus dir macht? Oh doch, ich weiß es. Und ich weiß es schon länger als du, Jahrhunderte länger. Ich hatte meine Sucht schon unter Kontrolle, da hast du in Schützengraben der Weltkriege Angst und Schrecken verbreitet!"

"Ich bin kein Monster."

"Wie du sagst, wir Geschöpfe der Nacht sind alle gleich." Und damit war er wieder in der Dunkelheit verschwunden.

Sie blieb lange vor dem Kinoplakat stehen. "Dracula... Ihr Menschen wisst gar nicht, dass der, der euch diese Figur geschaffen hat, auch nichts Anderes war. Er wollte euch täuschen, damit ihr euch sicher fühlt... Wir zerfallen nicht, wenn wir ins Licht treten, nein, das Licht tut nur unseren Kopfschmerzen nicht gut, das ist alles. Knoblauch? Muss nicht sein, aber wir scheuen es auch nicht. Die meisten von uns versinken im Blutrausch, aber es ist auch machbar, seine Sucht in den Griff zu bekommen. Es braucht Zeit und Gedult, aber es ist möglich. Er wollte euch nur täuschen, nur täuschen..... nur täuschen." Sie kickte eine Dose zur anderen Seite der Straße und im Schein des Mondlichts glänzte eine Träne auf ihrer Wange.

Ich bin ein Mädchen, dass durch einen unglücklichen Zufall der Dinge zu einem Geschöpf der Nacht wurde. Ich war süße 21 Jahre. Und das bin ich immer noch. Nein, wir zählen nicht, wieviele hundert Jahre wir schon alt sind, nein. Wir sind so alt, wie am Tage unseres Todes. Ich habe eine Wohnung, eine Job in einer Untergrundorganisation, die die Vorstellungen von FBI und CIA bei Weitem überschreiten und wir sind alle vom gleichen Meister geschaffen worden, wenn Sie verstehen was ich meine. Weiter gibt es auch einen Freund, der denkt dass ich jeden Morgen ins Büro gehe und abends gestresst wieder heim komme, und eine Katze. Ich habe auch Sex, so wie jeder normale Mensch auch. Nur habe ich nun einmal hin und wieder das Verlangen nach Blut. Mein Freund weiß nichts von meinem richtigen, toten Leben, glaube, hoffe ich. Für ihn bin ich einfach nur seine Freundin. Jeder hat seine kleinen Geheimnisse und dies hier ist meines.

Als sie um eine Hausecke schlich, kam ihr auf der anderen Seite eine Gruppe betrunkener entgegen. Sie waren schon von weitem zu hören gewesen und wo Lärm und Geschrei war, war leicht Beute zu machen. Alles war menschenleer. Nur sie und die Gruppe auf der anderen Seite. Sie erwartete Pfiffe und blöde Sprüche, aber als die Burschen sie erblickten, wurden sie ruhig und versuchten sich zu benehmen. Doch ging eine Spannung von der Gruppe aus, und Zarah wusste, wo Spannung ist, ist Blut.... die Gruppe bleib stehen und sie steckten die Köpfe zusammen. Plötzlich holte einer aus und schlug einem anderen eine Flasche über den Kopf. Blut tiefrotes Blut, lief ihm über das Gesicht. Und da war es schon geschehen. Sie hatte Blut gerochen und sofort setzte ihr Verstand aus. Im Rausch der Gefühle schlenderte sie über die leere Straße, zielstrebig auf die Gruppe zu. Sie sah schon den Hals in ihren Händen und sich an dem noch warmen Lebenssaft nähren. Doch ruhig, es war zu gefährlich unüberlegt zu handeln.

"Kann ich euch helfen?" hörte sie sich selber in ihrem verführerischsten Ton hauchen.

"Er hat gesagt, ich trau mich nicht dich mit nach Hause zu nehmen, dabei hat so ne süße Biene wie du keine andere Gesellschaft als meine verdient... " lallte der, der die Scherben aus seinem Haar versuchte zu zupfen, aber in seinem Rausch immer nur ins Leere griff.

"Komm, setz dich erst mal und lass dir das Blut aus dem Gesicht wischen." Rauhnte sie ihn an. Die anderen stießen nur einige verwunderte Pfiffe aus, während sie sich mit dem Kerl auf eine kniehohe Mauer setzte. Sie musste auch die anderen erst gar nicht verscheuchen, sie trollten sich von alleine, in der Gewissheit, dass ihr Kumpel eine Schlafgelegenheit für diese Nacht gefunden hatte. Ihre Hände zitterten vor Hunger. Von dem Rudel Halbstarker war schon lange nichts mehr zu hören. Die Nachtluft schien ihr Opfer wieder etwas nüchterner gemacht zu haben. Sie nahm seinen Hals in die Hände und er spitzte die Lippen zum Kuss. Doch sie hatte ganz anderes vor. Plötzlich zuckte er zusammen und stieß einen leisen, heiseren Schrei aus. Er sah über ihre Schulter an ihr vorbei, in das Gesicht des Katzenmannes.

"Der ist meiner!" fauchte er "Ich bin ihm nicht die ganze Nacht hinterhergeschlichen um ihn nun an dich zu verlieren!"

Der Kerl drückte sich an Zahra. Scheinbar aus Hoffnung, sie würde ihn beschützen.

"Ruhig Blut, Katzenmann. Ich brauche nur ein bisschen..."

"Nichts brauchst du! Lass ihn los!"

Sie sah ihrem Opfer in die Augen. Es spiegelte sich Angst und entsetzen darin.

"Keine Angst, es tut nicht weh. Ich werde dir nicht weh tun." Mit diesen Worten bohrte sie ihre Zähne in seinen Hals. Das Blut schmeckte süß und ein bisschen nach Alkohol. Gute Jahrgänge waren in diesen Zeiten noch schwer zu bekommen. Der Katzenmann fauchte und stürzte auf sie zu, riss sie weg. Aus dem ängstlichen Blick des jungen Mannes war Erstaunen geworden. So hatte er sich wahrscheinlich nicht gedacht sterben zu müssen.

"Wag es nie wieder, in meinem Revier jagen zu gehen! Hörst du, nie wieder! Geh mir aus den Augen!" brüllte er sie an und schlug gleichzeitig dem Kerl die Pranke ins Gesicht. Dieser stolperte über die kleine Mauer von der er aufgestanden war und fiel rücklinks in ein Blumenbeet. Es war unüberhörbar, dass ein Bein, mehr als einmal, brach. Während der Katzenmann auf Zarah losstürmte versuchte sich der Kerl in sicherheit zu robben, doch er kam nicht weit mit seinem Bein.

"Na Katerchen, hab ich dich wütend gemacht?" verspottete sie den Katzenmann. "Komm schon, die Stadt ist groß genug für uns beide."

"Schnauze! Denkst du, die Leute werden es ewig hinnehmen, dass Nacht für Nacht Menschen in ihrer Stadt sterben? Irgendwann werden sie sich fragen warum, und wenn sie uns finden, ergehts uns schlecht."

"Und deswegen soll ich weichen? Träum weiter, Katerchen. Du bist nur ein kleiner Fisch für mich, mit dir werde ich locker fertig und irgendwann wirst du dir wünschen, diese Stadt niemals betreten zu haben! Überleg dir gut, was du tust, denn ich kann dir das Leben zur Hölle machen!"

Der Katzenmann ging zurück zu dem verblutenden Kerl und zertrennte ihm mit seinen Krallen die Schlagader. Dann war es vorbei.

"Verschwinde, nur der Stärkere kommt durch." sagte er, als er sich über sein Fleisch her machte um nichts mehr von ihm übrig zu lassen. Zarah zeigte ihm ihre Blutverschmierten Zähne und wich rückwärts in die Dunkelheit zurück. Sie war nicht abhängig, nein. Und morgen, morgen war auch noch ein Tag...

Sie machte sich auf den Weg nach Hause. Sie musste da sein, bevor ihr Freund von der Nachtschicht zurück war. Er stellte immer komische Fragen wo sie denn gewesen wäre und ob sie ihn betrügen würde. Sie kannte ihn nun schon etwa drei Jahre, oder waren es vier? Für sie hatte die Zeit aufgehört. Nur die Welt um sie herum drehte sich weiter. Er brachte auch diese Katze in ihr Leben. Dieses kleine Wesen, das scheinbar zu wissen schien, was sie ist, wer sie war. Denn ihrem Freund strich sie immer um die Beine, war sie aber mit dieser Katze alleine und verspürte wieder ihre Lust nach Blut, dann fauchte sie und streckte ihren Buckel mit den aufstehenden Haaren in den Himmel. Sie war ein Wesen, ein Ding, mit Feingefühl. Wie jede Katze eben.

Sie öffnete die Haustür und atmete erleichtert durch. Er war noch nicht da. Sie legte ihren Mantel über einen Stuhl und begab sich ins Badezimmer um sich das Blut von den Händen zu waschen. Dann ging sie ins Schlafzimmer und machte sich fertig um zu Bett zu gehen. Doch heute hatte sie so ein Gefühl, so als ob... als ob sie warten sollte, bis ihr Freund nach Hause kommen würde... Also setzte sie sich auf die Couch und schaltete den Fernseher ein. Es dauerte auch nicht lange, da schob sich ein Schlüssel ins Schloss und die Tür sprang auf. Durch den Spalt sprang ihre Katze. Sie blieb vor ihr stehen und blickte sie mit ihren hasserfüllten Augen an. Doch die Spannung ließ nach, als ihr Freund die Wohnung betrat. Er gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Stirn und verschwand im Schlafzimmer. Wenig später erschien er mit einer Reisetasche in die er einige Kleidungsstücke gepackt hatte.

"Wo willst du hin?" fragte sie.

"Fort. Ich habe auf dem Heimweg eine... eine... alte Bekannte getroffen. Und sie droht mir Ärger an. Ich muss die Stadt verlassen."

"Nein, sag dass das nicht wahr ist! Das ist ein Witz!"

"Ist es nicht. Ich werde gehen. Bitte halte mich nicht auf."

"Liebst du mich nicht mehr? Willst du deswegen fort?"

"Nein, es ist nur... nur wegen... wegen..."

"Wegen ihr? Du liebst sie? Stimmt das, du liebst sie?" kreischte sie hysterisch.

Er zögerte: "Ja, ich liebe sie. Und deswegen muss ich gehen, denn ich will ihr nicht weh tun... Und willst du noch was wissen? Ich gehe schon lange nicht mehr zur Arbeit! Ich treffe mich fast jede Nacht mit IHR! Genügt dir das?" er sagte es so grausam und hart, dass sie es ihm glaubte. Sie sah ihn verständnislos an, ging zur Tür und öffnete sie. "Wenn ich dich nicht länger halten kann, dann geh. Ich hoffe nur, das du es nicht irgendwann bereuen wirst."

Er ging zur Tür, die Katze folgte ihm ohne Zarah auch nur anzusehen. Er wollte ihr zum Abschied noch einen Kuss geben, doch sie drehte sich weg.

"Glaub mir," flüsterte er "Glaub mir, das fällt mir nicht leicht. Doch ich liebe sie, ich liebe dich! Vielleicht wirst du es irgendwann verstehen, und dann komme ich wieder."

"Was ist an ihr so besonderes, was hat sie, was ich nicht habe?" wisperte sie, während ihr die Tränen das Gesicht überfluteten.

"Sie hat ein Geheimnis, jeder hat sein kleines Geheimnis." sagte er und verschwand. Er verschwand, um in einer anderen Stadt, weiterhin als Katzenmann sein Unwesen zu treiben.

 
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