Cookies sind für die korrekte Funktionsweise einer Website wichtig. Um Ihnen eine angenehmere Erfahrung zu bieten, nutzen wir Cookies zum Speichern Ihrer Anmeldedaten, um für sichere Anmeldung zu sorgen, um statistische Daten zur Optimierung der Website-Funktionen zu erheben und um Ihnen Inhalt bereitzustellen, der auf Ihre Interessen zugeschnitten ist. Klicken Sie auf „Stimme zu und fortfahren“, um Cookies zu akzeptieren und direkt zur Website weiter zu navigieren.
Header1.jpg

Rezension
Stephen King, Owen King
Sleeping Beauties

Rezension © 2017 by Croaton für kingwiki.de
Sleeping Beauties Heyne

Übersetzung: Bernhard Kleinschmidt
Erschienen: 13.11.2017
Taschenbuch, 960 Seiten
ISBN: 978-3453271449
€ 28,00 [D]* inkl. MwSt.
€ 31,40 [A]* | CHF 38,90*
(* empf. VK-Preis)
Verlag: Heyne Verlag
bestellen bei Amazon

 

Kurzbeschreibung:

Die Welt sieht sich einem faszinierenden Phänomen gegenüber. Sobald Frauen einschlafen, umhüllt sie am ganzen Körper ein spinnwebartiger Kokon. Wenn man sie weckt oder das unheimliche Gewebe entfernen will, werden sie zu barbarischen Bestien. Sind sie im Schlaf etwa an einem schöneren Ort? Die zurückgebliebenen Männer überlassen sich zunehmend ihren primitiven Instinkten. Eine Frau allerdings, die mysteriöse Evie, scheint gegenüber der Pandemie immun zu sein. Ist sie eine genetische Anomalie, die sich zu Versuchszwecken eignet? Oder ist sie ein Dämon, den man vernichten muss? Schauplatz und Brennpunkt ist ein kleines Städtchen in den Appalachen, wo ein Frauengefängnis den größten Arbeitgeber stellt.

 

Meine Meinung:

Sicher, man kann dem Roman so einiges vorwerfen, allem voran eine Egozentriertheit, die ihresgleichen sucht. Dafür ist King bekannt: Die Kuppel senkt sich in Die Arena ausgerechnet über eine US-Kleinstadt, die Supergrippe aus Das letzte Gefecht bricht in den USA aus, die einzigen der eigentlich weltüberspannenden Ereignisse, die in Puls beleuchtet werden, spielen in Amerika usw. Nun steht die ostamerikanische Kleinstadt Dooling für die gesamte Erde, deren Frauen für alle Frauen weltweit - USA-zentrierter geht es schlicht nicht mehr, was den allermeisten Amerikanern übrigens gar nicht auffallen dürfte.
In dieser Feststellung aber erschöpft sich schon meine Kritik - der Rest war für mich Lesefreude pur. Das Werk lässt sich als politische, religiöse oder natürlich auch geschlechtsspezifisch motivierte Studie lesen, aber auch - und dafür bürgt der Name King - zur reinen, spannenden Unterhaltung. Wie in so grandiosen Werken wie In einer kleinen Stadt oder auch dem schon genannten Die Arena gelingt es auch hier, eine Vielzahl von Charakteren so darzustellen, dass der Leser nicht nur stets weiß, um wen es geht, sondern auch unbedingt mehr von ihnen erfahren will. Selten habe ich in Kings Werk eine so starke Charakterzeichnung erlebt, herausragend hier für mich Frank Geary, der sich - obwohl er grundsätzlich wohl dem Lager der Bösewichte zuzuordnen ist - jeglicher Schwarzweißmalerei entzieht und so glaubhaft rüberkommt wie selten eine Romanfigur. Ähnliches gilt für seinen Antagonisten Clinton Norcross und dessen Frau Lila, wobei diese Liste lange fortgesetzt werden könnte.
Etwa zur Hälfte des Romans nimmt er eine für mich sehr unerwartete Wendung, als sich ein zweiter Erzählstrang auftut, der immer wichtiger und zentraler wird und den Leser schnell für sich einnimmt. Heimlicher Protagonist des Buchs ist aber sicherlich die Krankheit Aurora selbst, so nimmt es auch nicht wunder, dass sie - oder der vergebliche Kampf dagegen - fast die erste Hälfte des Romans einnimmt.
Die Behauptung vieler Rezensenten, man spüre genau, welcher King was schrieb, ärgert mich im Übrigen. Da sagen die Autoren selbst, dass sie dies im Nachhinein nicht mehr unterscheiden könnten, aber manch einer maßt sich an, das besser zu wissen. Unsinn: Ich habe keine Stilbrüche im Text bemerkt, wenn überhaupt, dann vielleicht eine ungewöhnliche Tendenz zu langen Klammer-Einschüben, die eher King-untypisch ist.
Ab hier enthält die Rezension Spoiler!
Zugegeben, der Leser muss mit ungemein vielen herben Verlusten klarkommen, da die Liste der Versterbenden lang ist (vor allem trauere ich um Jeanette Sorley!), auch kommt einer der Haupt-Fieslinge nicht nur ungeschoren, sondern auch noch mit einem Happy End davon; aber so ist King eben und so fiebert man bis zum Schluss mit seinen Figuren mit. Genial finde ich wie schon erwähnt die konsequent bis zum Schluss wandelbare Charakterisierung von Frank Geary, seine Verbrüderung mit Clint ist der deutlichste Lichtstreif am Horizont einer von Aurora gebeutelten Welt.
Hätte ich mehr über Evie erfahren wollen? Sicher. Wäre das gut gewesen? Weiß nicht. So gebe ich mich mit meinem Halbwissen zufrieden und freue mich jetzt schon auf die Wiederentdeckung per Hörbuch!

Fazit:
Sleeping Beauties ist eine geniale Zusammenarbeit zweier Kings, die so facettenreich ist, dass auf über 960 Seiten kein Moment der Langeweile aufkommt.

 

Copyright 2017 by www.BookOla.de
Joomla templates by a4joomla