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Michael Hesemann

Das letzte Geheimnis von Fatima

Marienerscheinungen,
der Papst und die Zukunft der Menschheit

Rezension © 2017 by Martin Wagner für BookOla.de
Titel: Das letzte Geheimnis von Fatima – Marienerscheinungen, der Papst und die Zukunft der Menschheit
Art: Sachbuch
Genre: Religion
Sprache: Deutsch
Verlag: KOPP Verlag
Publikationsjahr: 2016
Autor: Michael Hesemann
Umschlaggestaltung: Christine Ibele
Umfang: 414 Seiten
Bindung: Hardcover
Preis: 24,95 €

Kurzbeschreibung

Als der Vatikan im Juni 2000 das »Dritte Geheimnis von Fatima« veröffentlichte, wollte jeder glauben, dass es sich auf die Vergangenheit bezieht. Gerne sah man in der Vision der drei Seherkinder von einem alternden Papst, der »von Schmerz und Sorge gebeugt« durch »eine große Stadt ging, die halb zerstört war«, um schließlich selbst ermordet zu werden, eine symbolische Darstellung der schrecklichen Kriege und Christenverfolgungen des 20. Jahrhunderts, gipfelnd in dem Attentatsversuch des Türken Ali Agca am 13. Mai 1981, dem 74. Jahrestag der ersten Erscheinung von Fatima, auf Papst Johannes Paul II.

Doch zum 100. Jahrestag der Erscheinungen, der 2017 begangen wird, ist man sich auch im Vatikan nicht mehr sicher. Längst hat der »Islamische Staat« mit seiner internationalen Terrorarmee nicht nur der Zivilisation an sich, sondern auch ganz speziell dem Christentum und seinem Zentrum »Rom« den Krieg erklärt. Immer lauter werden die Warnungen aus Geheimdienstkreisen vor einem islamistischen Terroranschlag auf den Vatikan und den Papst. Wollte uns davor die Gottesmutter vor 100 Jahren warnen?

Tatsache ist: Bei den Erscheinungen von Fatima, gipfelnd in einem großen Sonnenwunder mit 70000 Augenzeugen, handelte es sich um den machtvollsten Eingriff Gottes in die Geschichte der Gegenwart. Präzise sagte die Gottesmutter den drei Seherkindern den Aufstieg und Fall der Sowjetunion, den Zweiten Weltkrieg und die an ein Wunder grenzende Bekehrung Russlands voraus. Wie kein anderes mystisches Ereignis prägte Fatima seitdem aber auch die Geheimpolitik der Päpste, bis hin zu Johannes Paul II., der überzeugt war, mit einer von der Gottesmutter erbetenen Weihe den Kommunismus besiegt und die Spaltung Europas überwunden zu haben.

Papst Franziskus, der am Fatima-Tag gewählt wurde, weihte der Gottesmutter sein Pontifikat - und betonte damit die Aktualität der marianischen Botschaft auch und gerade in den Krisen unserer Zeit. Noch ist es möglich, die prophezeite Katastrophe zu verhindern. Den Schlüssel dazu aber liefert, so glaubt er, das letzte Geheimnis von Fatima.

 

Meine Meinung:

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich von diesem Verlag ein anderes Buch rezensiert, dabei ging es in einem Nebensatz auch um das dritte und letzte Geheimnis von Fatima. Der Autor des Buches schrieb Mitte 2016, dass das dritte Geheimnis noch immer nicht offenbart wurde und dass dies nur aus einem Grund geschieht, Außerirdische. Im November des Jahre erschien dann eben das vorliegende Buch und ich frage mich nun, hätte der Lektor seinen Schützling nicht darauf hinweisen können, dass ein inhaltlicher Fehler vorliegt, denn das dritte Geheimnis wurde im Juni 2000 veröffentlicht? Aber das ist Thema der anderen Rezension.

In der heutigen Rezension widmen wir uns Michael Hesemanns Buch „Das letzte Geheimnis von Fatima – Marienerscheinungen, der Papst und die Zukunft der Menschheit”. Erschienen ist das Buch, wie oben bereits geschrieben, im November 2016 beim Kopp Verlag. Es handelt sich dabei nicht um ein neues Buch, es ist eine Neuinterpretation zum 100. Jahrestag der Erscheinungen. Der Autor ist Historiker, Journalist und Anthropologe und hat innerhalb des Vatikans einen guten Ruf. Wahrscheinlich gelang es ihm deshalb für sein Buch Kardinal Meisner für ein Vorwort und Kardinal Koch für das Nachwort zu gewinnen.

Der erste Blick ins Buch fällt auf die Widmung. Das Buch ist Johannes Paul II. Gewidmet und damit dem Papst, den viele als das vorhergesagte Opfer der Offenbarungen sehen. Anschließend folgt ein zweiseitiges Inhaltsverzeichnis mit 13 Kapiteln und einer längeren Anhangliste. Alles sehr wissenschaftlich und das hatte ich mir gewünscht.

Im Vorwort, eine Abschrift einer Rede anlässlich der ersten Wallfahrt von Kardinal Meisner nach Fatima, legt der Kardinal den Fokus auf Maria und bittet sie die Europäer auf der Suche nach Christus in der heutigen Zeit zu begleiten. Ein passendes Vorwort, ist es doch Maria, die als Sprachrohr Gottes in Fatima tätig war.
In seiner Einführung entführt uns der Autor nach Fatima, um uns seine Erlebnisse vor Ort zu beschreiben und reist dann mit uns weiter zu anderen Offenbarungen in der Bibel und der Geschichte. Eine Basis für Offenbarungen und Fatima wurde nun geschaffen.
Die nächsten 13 Kapitel einzeln abzuhandeln würde jede Rezension sprengen. Der Autor geht dabei nämlich chronologisch vor, er beginnt mit der Geschichte der drei Kinder zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die die Marienerscheinung erlebten und fortan mit dem Wissen leben mussten. Für die Kinder war dies nicht immer einfach, denn die Regierung und auch die ortsansässigen Priester hatten ihre Zweifel. Erst mit der Zeit glaubten immer mehr Menschen den Kindern und insbesondere Lucia rückte in den Fokus. Der Vatikan interessierte sich natürlich auch bald für die Offenbarung, konnte aber damit bisher nicht viel anfangen, die Zeit war noch nicht reif. Andere Visionen jedoch überzeugten die Kirchenmänner und man begann den Kindern zu vertrauen. Zwei der drei Offenbarungen, jene, die man auf den Zweiten Weltkrieg hin auslegte und jene die den Kalten Krieg beziehungsweise die Verschärfung dessen prognostizierte, wurden dabei eher verbreitet. Immer wieder wandert der Autor zwischen Politik, Religion und Lucia, die ihre anderen beiden Freunde um Jahrzehnte überlebte, hin und her. Das dritte Geheimnis enthält er uns aber vor. Die zweite Offenbarung führte, so der Autor, auch dazu, dass Papst Johannes Paul II. Immer wieder Russland ins Spiel brachte und dort die Religion wieder zurück an die Oberfläche bringen wollte, schließlich lautet die Offenbarung, dass man durch die Weihe dieses Landes im Namen Marias schlimmeres verhindern kann. Das Ziel wurde offensichtlich erreicht, denn der Kalte Krieg wurde nie heiß und doch musste eben jener Papst leiden, und das nicht nur nach der Schusswunde, sondern bis zum Lebensende. Man merkt deutlich, dass der Autor immer wieder Religion und Politik vermischt, für ihn ist das alles gelenkt von weiter oben. Wir nähern uns langsam dem Jahr 2000. Briefe, Presseberichte, private Aussagen, all das führt langsam zur Veröffentlichung der dritten Offenbarung. Diese hat es tatsächlich in sich, offenbart sie doch das Ende der westlichen und christlichen Gesellschaft und den Tod des Papstes und vieler Bischöfe. Diesmal scheint die weitere Zukunft betroffen zu sein und der Autor übernimmt deshalb die Deutung für uns und die kann, laut ihm, nur bedeuten, dass die Muslime Rom angreifen und den Papst durch jagen und töten und damit das Ende der christlichen Welt einleiten. Das ganze eskaliert dabei nicht rasch, der Autor leitet uns langsam zu seiner Deutung hin und verdeutlicht dann, wie wichtig der Kampf gegen den Islam und den islamischen Terror, er macht dabei kaum Unterschiede, wirklich ist. Starker Tobak… denn auch anderen Deutungen sind möglich und muss man wegen ein paar Verrückter eine ganze Religion als feindlich ansehen? Ich denke nein und ich denke weiterhin, dass der Autor sein Buch damit in eine Richtung lenkt, die nicht gut ist und viele Christen und Muslime, die gemeinsam gegen Terrorismus stehen in ein falsches Licht rückt. Gut, dass die katholische Kirche das anders sieht.
Auch im Nachwort finden wir davon nichts, Kardinal Koch widmet sich eher der guten Seite Marias und ihrem Schutz, den sie den Gläubigen schenkt.
Im Anhang finden wir dann noch vorher bereits genannte Quellen, wie Interviews, Auszüge aus Reden und Informationen zu Untersuchungen von Erscheinungen. Neben dem Anhang gibt es in der  Mitte des Buches noch Bilder und Fotografien, diese sind gut ausgewählt, zeigen sie doch alle wichtigen Protagonisten und Antagonisten, die im Buch erwähnt werden.
Den wissenschaftlichen Abschluss bildet ein ansehnliches Literaturverzeichnis, wer mehr Informationen zum Hintergrund möchte, wird hier garantiert fündig. Zur Deutung findet man hier nichts, die basiert auf den Gedanken des Autoren.

Insgesamt ist das Buch vom wissenschaftlichen Standpunkt her fast bis zum Ende überzeugend. Die chronologische Aufarbeitung ist zwar langwierig und auch stellenweise langweilig, der Autor schreibt eben ein Sachbuch und keinen Roman, sie ist aber passend. Bilder und Anhang überzeugen komplett und auch die Nutzung der Quellen ist handwerklich absolut gelungen. Der einzige Schwachpunkt ist die schlussendliche Deutung des Autoren. Sie spielt islamophoben Menschen, die so tun, als wären sie Christen, in die Hände und dagegen werden sich bestimmt auch der Vatikan und insbesondere die Kirchen in Deutschland wehren. Sein Buch ist aber nun einmal veröffentlicht und sollte deshalb mit Sorgfalt und einem wachen Verstand gelesen werden, will man kein Opfer der Deutung werden, schließlich könnte es alles ganz anders gemeint sein, zum Beispiel metaphorisch.

Fazit:
“Das letzte Geheimnis von Fatima” ist ein interessantes Buch und richtet sich an alle, die sich mit den Offenbarungen in Fatima intensiv beschäftigen und darüber hinaus noch mit Politik und Kirchenpolitik auseinander setzen wollen. Die chronologische Aufarbeitung und die Wissenschaftlichkeit kommen nicht zu kurz, allerdings ist die Deutung des Autoren deutlich islamophob und da ist die Gefahr, denn eine Deutung einer Offenbarung ist eben das, eine Deutung, die muss nicht wahr sein. Augen auf beim Lesen!

448 Seiten € 9,99 [D]
Übersetzung: Uta Hege
Broschur
€ 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 13,90
ISBN-13: 9783548284620
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