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Erich von Däniken

Botschaften aus dem Jahr 2118

Neue Erinnerungen an die Zukunft

Rezension © 2017 by Martin Wagner für BookOla.de
Titel: Botschaften aus dem Jahr 2118 – Neue Erinnerungen an die Zukunft
Art: Sachbuch
Genre: Sciencefiction/Außerirdische
Sprache: Deutsch
Verlag: KOPP Verlag
Publikationsjahr: 2016
Autor: Erich von Dänike
Umschlaggestaltung: Stefanie Huber
Umfang: 226 Seiten
Bindung: Hardcover
Preis: 19,95 €

Kurzbeschreibung

»Die Außerirdischen waren vor Jahrtausenden hier: sie sind es wieder. Jetzt und seit Jahrzehnten. Wir mögen schreien, fluchen, abwimmeln, jammern und nach anderen Erklärungen suchen. Es nützt nichts. Wir sind nicht mehr allein.« Was wollten die ETs eigentlich vor Jahrtausenden? Weshalb beeinflussten sie damals die junge Menschheit? Und was wollen sie jetzt?

Erich von Däniken beantwortet diese Fragen mit einer scharfsinnigen Logik. Er lässt berühmte Persönlichkeiten zu Wort kommen, die mit den ETs bereits Kontakt hatten und dadurch ihre Meinung zu Außerirdischen komplett geändert haben. Dabei geht es um sensationelle Enthüllungen. Weshalb berichten die Medien nicht darüber?

 

Meine Meinung:

Ich gebe zu, ich habe schon früh Kontakt zum Autoren Erich von Däniken (EvD) und seinen Theorien über Außerirdische und deren Einfluss auf uns Menschen gehabt. In meinem Elternhaus standen nämlich drei seiner Bücher herum. Als sich dann das Interesse an Fantasy und Sciencefiction entwickelte, dauerte es nicht lange, bis ich auch eines dieser drei Bücher gelesen hatte. Unterhaltsam fand ich sie und für das Rollenspiel lieferte der Autor einige tolle Idee, überzeugt hatte er mich aber nicht, zu einseitig war seine Betrachtungsweise. Jahre später und mit einem abgeschlossenem Studium der Geschichte las ich seine Bücher abermals und fand meine damalige Meinung bestätigt, unterhaltsam aber unglaubwürdig.

Trotzdem wollte ich dem Autoren eine weitere Chance geben und erhoffte mir von seinem aktuellsten Werk „Botschaften aus dem Jahr 2118 – Neue Erinnerungen an die Zukunft“ einige neue Standpunkte, Beweise und auch wieder Unterhaltung. Das Buch erhielt ich sehr schnell und ich machte mich auch sofort an die Lektüre.

Der erste Blick, wie immer, fiel auf den Einband. Eine Ruine einer vergangenen Zivilisation, die an einen Steinkreis und ähnliche Konstrukte erinnert, begrüßt den Leser mit irgendwie unwirklichen Farben am darüber liegenden Himmel. Im Klappentext macht dann deutlich, worum es EvD geht, nämlich den Menschen auf den baldigen Kontakt mit Außerirdischen vorzubereiten. Dies will er in diesem Buch auf zwei Arten machen. Zu Anfang will er mit einer Geschichte in sein Universum überleiten, bevor er dann im Sachbuchteil seine Theorien und seine Beweise vermitteln will.

Den Anfang macht aber der Autor selbst. Im Vorwort begrüßt er seine Leser und macht deutlich, dass es für ihn ein Faktum ist, dass Außerirdische existieren und vor Jahrtausenden unsere Erde besucht haben. Anschließend macht er deutlich, dass dieses Buch die Fragen nach den Gründen für den damaligen Besuch und aktuelle Besuche liefern wird.

Die Geschichte selbst ist schnell erzählt. Ein pensionierter Lehrer aus der Nähe von Genf langweilt sich und findet eines Abends in seiner Wohnung ein leuchtendes Rechteck mit Streifen. Mit zwei Physikern an seiner Seite gelingt ihm die Entschlüsselung eines Codes, der mit diesem Rechteck verschickt wurde. Der Code ist ein Datum, der 16.12.2118 und weitere Kommunikation mit der Zukunft offenbart eine neue Welt, die in knapp 100 Jahren Wirklichkeit werden wird.

Nach 20 Seiten beginnt nun der Sachbuchteil und da legt EvD richtig los. Es gibt Außerirdische, folgende Personen können das bezeugen und er selbst behauptet, dass Außerirdische uns alle beeinflussen. Gut, diese Personen sagen, dass es unbekannte Flugobjekte gibt, das allerdings ist in meinen Augen kein Beweis für Außerirdische, sondern erst einmal nur Beweise für unbekannten und unidentifizierte Flugobjekte. Das können auch Luftballons, Drohnen oder andere Dinge sein. Für EvD sind das immer Außerirdische. In einem Nebensatz spricht er dann allen Menschen, die nicht an Außerirdische glauben die Vernunft ab. Gut, unendliches Universum entspricht auch unendlichen Möglichkeiten für andere Lebewesen, aber dann geht er fließend über zu den Besuchen jener Außerirdischen und damit macht er es sich zu einfach. Die Wahrscheinlichkeit ist kein Beweis für deren Besuche hier. Anschließend legt er überzeugend dar, wieso die Außerirdischen keinen Grund hätten, uns wegen unserer Bodenschätze zu vernichten, alles was sie brauchen könnten, gibt es in riesigen Mengen im Weltall. Weniger überzeugend ist seine Argumentation im Hinblick auf das Schweigen seiner Außerirdischen, er selbst geht dabei mit allen Religionen hart ins Gericht, beleidigt in Nebensätzen wichtige Personen der Religionen und auch Wissenschaftler werden angegriffen. Dann gibt es ein Beispiel einer außerirdischen Erscheinung, die Erscheinung von Fátima. Angeblich unter Verschluss gehalten, ist das letzte Geheimnis, das Geheimnis der Außerirdischen. Übrigens gibt es beim Verlag auch ein Buch zu diesem dritten Geheimnis, soviel zur Geheimhaltung. Geheimhaltung ist sowieso ein großes Thema, denn dann liefert der Autor eine Deklaration aller Wissenschaftler zum Umgang mit Beweisen zur Existenz von Außerirdischen. Natürlich soll alles geheim bleiben. Das steht zwar so nicht in der Deklaration, aber wenn man einige Passagen und ganze Artikel weglässt, drei von sieben werden mit Lücken vorgelegt, dann passt das eben zur eigenen Wahrnehmung und lässt sich als Beweis nehmen. Über Kornkreise geht es dann zu Steinkreisen und natürlich sind diese auch Beweise für die Existenz und den Besuch von Außerirdischen.
In Kapitel 3 wird der Blick auf die Außerirdischen und auf uns gelenkt. Der Autor stellt dabei die Wahrscheinlichkeit der Entstehung des Menschen in de Fokus und versucht mittels seiner Evolutionstheorie zu verdeutlichen, dass Darwin absolut nicht recht haben kann und unsere DNS von Außerirdischen in einen Affen eingebracht worden sein muss. Ich gebe zu, dass einige seiner Theorien zur Entstehung der Arten, zum Beispiel der des Bombardierkäfer mein Wissen um Evolution übersteigen, aber vielleicht kann sich dem ein Biologe annehmen.
Der Übergang zu Raumschiffen in allen Religionen der Welt ist dann fließend. Darum geht es nämlich im 4. Kapitel. Eine Barke eines Sonnengottes ist natürlich ein Raumschiff, Hawaiianische Götter flogen zu den Sternen und auch in der Bibel gibt es einige Hinweise. Alles Außerirdische, was auch sonst? So langsam stellt sich mir die Frage, „Ist das noch Pseudowissenschaft oder schon Religion?“. Für EvD jedenfalls sind alle diese Auszüge aus den unterschiedlichen Religionen Beweise, an denen man nicht rütteln kann.
Im 5. Kapitel richtet er den Blick nach vorne. Wie wird es in zehn, wie ihn zwanzig Jahren, ja wie wird es im Jahr 2118 aussehen? Vor Jahren prognostizierte man quasi das Ende der Welt für das Jahr 2000 und doch leben wir alle noch und zwar mit allen Annehmlichkeiten wie zuvor. Der Übergang zum Thema „Gender“ ist dann schnell und da poltert EvD auch gleich los. Gender ist eine giftige Ideologie, die Geschlechter leugnet und den Menschen zu geschlechtsneutralen Wesen werden lässt. Was passiert hier? Diese Kritik ist völlig abgehoben und passt so gar nicht zum Buch. Zum Glück kommen bald wieder Außerirdische vor. Diesmal wird Juncker ins Gespräch gebracht, der vor dem EU-Parlament von ihnen gesprochen haben soll. Eine Quelle gibt es dafür nicht, aber EvD hat es gehört und das genügt ja. Es folgen ein Exkurs zu künstlichen Intelligenzen, alsbald ist aber wieder der Mensch und seine Archen und Bunker, in denen all das menschliche Wissen lagert, das Thema. Was alles werden wir noch unter Pyramiden und anderen historischen Bauwerken finden? Wann werden wir es finden? Wann werden sich die Außerirdischen offenbaren? Das weiß er natürlich auch nicht, aber dank ihm sind wir nun auf deren Existenz vorbereitet.

Ja…. Gut…. Das war eine interessante Lektüre. Mehr Glaube als Wissenschaft, mehr alternative Fakten als gewünscht und leider nur wenig nützliches. Auch wenn ich noch eine Weile über den Bombardierkäfer nachdenken werde. Die Geschichte am Anfang des Buches ist gut und auch die ersten Kapitel noch lesbar und interessant, wenn auch eben mit Vorsicht zu genießen, da viele Dinge einfach nicht beweisbar sind und der Autor trotzdem von Beweisen spricht. Das letzte Kapitel ist dann aber völlig verrückt. Hier wirft der Autor mit Aussagen um sich, die mich an seinem Verstand zweifeln lassen. Das Thema „Gender“ ist teilweise wirklich ein Wahn, aber was er darüber erzählt ist einfach Blödsinn. Was mir aber gut gefallen hat, und das muss ich auch erwähnen, sind die authentischen Fotos, teilweise von EvD selbst aufgenommen, teilweise von Freunden. Die Fotos überzeugen nicht, weil sie so professionell sind, ganz im Gegenteil, sie überzeugen, weil sie so laienhaft sind. Das ist nicht negativ gemeint, mir gefallen die Aufnahmen wirklich gut, weil ich sie vermutlich genau so hinbekommen hätte. Lesernah ist er dabei aber ebenso, wie bei seinem Schreibstil. Ansonsten muss man auf jeden Fall auch das Korrektorat und die Bindung loben. Alles gut gemacht dabei, nächstes Mal sollte nur der Lektor etwas mehr Mumm haben.

Fazit:
Das war definitiv die letzte Chance, die ich Erich von Däniken gegeben habe. Seine Beweise sind keine, seine Zitate so gekürzt, dass sie seine These untermauern, und insgesamt schreibt er einfach zu viel Blödsinn. Da helfen weder die gelungene Kurzgeschichte noch die tollen Fotografien im Buch. Schade eigentlich, denn ich hatte viel erwartet vom Wissenschaftler Däniken, leider wirkt er hier eher wie ein religiöser Führer einer Sekte. Immerhin ist er dabei lesernah in Wort und Bild.

448 Seiten € 9,99 [D]
Übersetzung: Uta Hege
Broschur
€ 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 13,90
ISBN-13: 9783548284620
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