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Der Turm

Buchrezension von David Richter für literaturportal.org

Ein Mann...eine Bestimmung...und sein Schicksal - der Dunkle Turm! Nein, wir reden hier nicht von dem berühmtberüchtigten Roland von Gilead, der seit Jahrzehnten Leser ihrer Sinne schier beraubt und sie durch das große literarische Fenster, das ein gewisser Autor erschaffen hat, in seine Welt eintauchen lässt, sondern vom Schöpfer der Dunklen Turm-Saga selbst. Ein Viertel eines ganzen Jahrhunderts hat es gedauert bis Stephen King mit seinem abschließendem siebten Band "Der Turm" für Roland und sein Ka-Tet ein würdig erscheinendes Ende auf dem Pfad des Balkens gefunden hat. Und so idealisiert sich der erste Satz unseres Mega-Tests anhören mag - er ist nicht übertrieben. Bezeichnete King doch selbst den "Dunklen Turm" als sein Lebenswerk, als den Jupiter in seinem Sonnensystem voller Romane und Visionen. Kann es ein "gelungenes", ja einen befriedigenden, Abschluss dieses Epos geben? Sicherlich nicht für alle, aber für viele. Und so machen wir uns auf, um mit "Der Turm" den letzten Weg und somit das Ende der Lichtung des "Dunklen Turmes" zu betreten.

Die Story

Der Pfad des Ka-Tet ebnet an jener Stelle den weiteren Fortgang der Geschichte, wo er in "Susannah" aufgehört hat. Das zersplitterte Ka-Tet setzt seinen Weg unbeirrt zum Dunklen Turm fort. Während Roland und Eddie in Maine jemanden suchen, der die Rose beschützen soll, versuchen Jake und Pere im Restaurant, oder besser gesagt Schlachthaus, dem "Dixie Pig", Susannah und Mia vor den finsteren Dienern des Scharlachroten Königs zu retten, die von Sayre angeführt werden.
Während der Auseinandersetzungen gebärt Susannah/Mia ihren Sohn zur Welt, dessen Väter Roland und der Scharlachrote König sind. Von Kindesbeinen an, die Gene zweier Mörder in sich tragend, beschreitet Mordred einen blutigen Weg, dessen Ziel die Ermordung Rolands ist. Werden die Gefährten auch dieses Schicksalsfügung meistern und den Dunklen Turm erreichen?

Volle Fahrt voraus

In seinem letzten "Dark Tower"-Roman zieht Stephen King noch einmal alle Register! Mit geballter Action und Raffinesse, gepackt in einen Mantel aus purer Spannung, wandern die Leser Seite für Seite dem Ende des Pfades entlang. Dieses Buch aus der Hand zu legen - unmöglich. Zu sehr fiebert man jedem neuen Kapitel, jedem neuen Ereignis entgegen und "Der Turm" steckt voller packender und ergreifender Szenen. Allein die Passage in der Brecherstadt wäre ein würdiges Ende für viele Romane gewesen, im abschließenden Band markiert dieser Lesestein nur einen Abschnitt auf dem Weg zum Dunklen Turm. Zwar zieht sich das Lesen etwas, wenn Roland und Susannah in der gebirgigen, kahlen Landschaft Endwelts rasten, tut dem allgemeinen fantastischen Lesespaß jedoch keinen Abbruch. Manche Leser werden es im Gegenteil als willkommene Ruhe vor dem Sturm ansehen.

Das große Sterben

Ein Wiedersehen gibt es übrigens mit vielen bekannten Charakteren des Stephen King-Universums. Der finstere Sayre betretet auf der Seite der Bösen ebenso die Bühne genauso wie Rolands Erzfeind Walter (alias Randall Flagg) und Mordred. Ted Brautigan, der legendäre Brecher, tretet ebenfalls in Erscheinung. Besagter Sohn Rolands und des Scharlachroten Königs bereichert die Geschichte im puncto Handlung und Spannung ungemein, hätte allerdings eine gewichtigere Rolle bekommen sollen. Das Stück Geschichte, das Mordred tragen muss, wurde im Roman auf ein Minimum reduziert. Ein weiteres Problem des Romans: Es beginnt das große Sterben! Bei den vielen Show-Downs wirken manche Persönlichkeiten (vor allem Walter) wie verkommene Nebendarsteller, die nur für den Abschuss freigegeben worden sind und damit gleichzeitig ihre Daseinsberechtigung begründet wird. Für die hätte sich King etwas Besonderes ausdenken können.

Der fünfte Akt

Beim finalen Schlussakt, in dem wir auf den etwas charakterflachen Scharlachroten König treffen, stellt sich die bereits erwähnte und immer wiederkehrende Frage bei großen Romanen: Ist das Ende eines fantastischen Epos würdig? Oder wirkt es aufgesetzt? Möglicherweise sogar verkommen und abgehackt. Wir als Leser erleben auf jeden Fall einen überraschenden, spannenden und sehr bewegenden, ja depressiven Abschluss der großen Saga. Vor allem das Wort des Autors vor dem abschließenden Kapitel bündelt noch einmal alle Energien und schafft eine unglaublich, bewegende Atmosphäre, die mit den letzten Seiten ihren Höhepunkt erreicht. Der Vorhang des letzten Aktes der Dunklen Turm Reihe fällt und lässt den Leser mit vielen Gefühlen zurück. Irgendwann öffnet sich im Herzen des Lesers die Erkenntis, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, wie es endet, sondern dass man dabei war. Bei der vielleicht größten Fantasyerzählung unserer heutigen Zeit.

Der Lesespaß schrammt haarscharf an 10 Punkten vorbei. Zu langatmig ist die Passage in den Bergen "Endwelts". Alle Leser des Dunklen Turmes werden ansonsten auch von diesem Roman ergriffen sein und das letzte Werk voller Erwartung und Spannung lesen. Die Charaktere sind zwar, vor allem durch die langen Vorgeschichten, die Stephen King in einige eigenständige Romane wie "Atlantis" eingebaut hat, ausgezeichnet geschaffen und glaubwürdig, manche verschwinden allerdings etwas sehr sang-, und klanglos aus der Geschichte. Da hätte sich Stephen King mehr Mühe geben können. Das wars aber auch schon mit der Kritik. Die Handlung wird sehr gut aufgebaut, es gibt fast keine langwierigen Passagen und der Leser wird von einem Meilenstein zum Nächsten geradezu mitgerissen. Eine Achterbahnfahrt voller Gefühle und Spannung in bester Stephen King Manier. Perfekt!

 

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

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