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Stephen King
Der Buick
Autor und Copyright der Rezension Fabian Scherle von www.moonlight-bay.de.vu
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Ullstein

 

Lange haben die Fans auf diesen Roman gewartet. Bereits in seinem im Jahre 2000 erschienenen Sachbuch "On Writing" erzählte Stephen King von einem bereits beendeten Buch namens "From a Buick 8". Er schrieb eine Inhaltsangabe und schilderte sogar einige Szenen. Im Frühjahr 2002 sollte das Buch erscheinen. Die amerikanische und die englische Ausgabe wurden aber aus Gründen, die angeblich mit den Ereignissen des 11. September zusammenhängen, auf den Herbst verschoben. Glücklicherweise blieb der deutsche Termin bestehen und in diesem März erschien bei uns die Welterstausgabe des Buches "Der Buick".

Seit der Originalfassung, die King 1999 begann und ein Jahr später beendete, hat er das Buch noch mehrmals überarbeitet und die Handlung in dieses Jahr gelegt.

Da in der Inhaltsangabe aus "On Writing" ein Mann in Schwarz erwähnt wurde, glaubten viele Fans, dass es in dem Buch Verbindungen zu Kings "Dark Tower"-Saga gäbe, oder dass gar Randall Flagg eine Rolle spiele. In den Inhaltsangaben von Simon & Schuster und später von Ullstein war von einem Auto die Rede, dass ein "ungewöhnliches Eigenleben" entwickelt. Dabei denken King-Fans natürlich direkt an "Christine".

Doch "Der Buick" hat weder Ähnlichkeit mit "Christine", noch enthält er Verbindungen zum "Dunklen Turm". Die einzige Verknüpfung zu Kings Gesamtwerk, stellt die Erwähnung von "Inside View" dar, einem Magazin, dass u.a. in "The Dead Zone" und der Kurzgeschichte "The Night Flier" auftaucht. Somit hat der Roman für das gesamte King-Universum wenig Bedeutung.

Zum Plot: Der junge Ned Wilcox kommt nach dem Tod seines Vaters an dessen Arbeitsplatz, die Polizeikaserne der Troop D in Pennsylvania und schließt Freundschaft mit den ehemaligen Kollegen seines Vaters. Als er dort einen Ferienjob annimmt, fällt ihm ein Auto in Schuppen B auf, mit dem etwas nicht zu stimmen scheint. Als er danach fragt, erzählen ihm Sander "Sandy" Dearborn und die anderen Mitglieder der Troop D die Geschichte des Buick. Vor Jahren, als sein Vater bei der Polizei anfing, tauchte dieser Wagen praktisch aus dem Nichts aus, an einer Tankstelle zurückgelassen von seinem Fahrer, der auf geheimnisvolle Weise verschwand. Schon bald stellt sich heraus, dass mit dem Wagen etwas nicht stimmt. Der Buick scheint eine Fehlkonstruktion zu sein, aber dennoch ist er gefahren. Er erzeugt Temperaturstürze in seiner Umgebung und verursacht grelle Lichtgewitter, die Tiere und einmal sogar einen Menschen verschwinden lassen. Er scheint das Tor in eine andere Welt zu öffnen. Manchmal öffnet sich dieses Tor auf der anderen Seite und seltsame Lebewesen tauchen im Kofferraum des Buick auf. Ein fledermausähnliches Wesen, eines das wie ein Fisch aussieht, seltsame Pflanzen und einmal kommt aus dem Buick ein wahrhaftiger Außerirdischer, den die Polizisten in einem Anfall von Panik auf grausame Weise töten. Nachdem Ned das alles erfahren hat, glaubt er, dass der Wagen am Tod seines Vaters schuld ist, der ein Jahr zuvor von einem Betrunkenen überfahren wurde. Er nimmt sich vor, den Buick zu zerstören.

Der Schreibstil des Romans hat mir wieder einmal besonders gut gefallen. Die Ich-Perspektive, paßt gut zu Kings Stil, da man bei King oft den Eindruck eines Erzählers hat, der einem die ganze Geschichte erzählt. Das wird hier besonders deutlich, da die Polizisten (hauptsächlich Sandy) ja wirklich eine Geschichte erzählen.

Den Ortswechsel von Maine nach Pennsylvania hat King auch sehr gut hingekriegt. Es gibt kaum Landschaftsbeschreibung, aber King hat sich sehr intensiv mit der State Police beschäftigt (wie er bereits in "On Writing" erzählte), wodurch das Buch sehr realistisch wirkt. Auch "Christine" spielt in Pennsylvania, aber in einem ganz anderen Milieu. Obwohl der Buick "wartet" und "atmet", bekommt der Leser nie den Eindruck eines lebenden Wesens, wie es bei "Christine" der Fall war.

Was mich ein bißchen gestört hat, ist dass das eigentliche Rätsel nie wirklich aufgeklärt wird. Na gut, der Buick ist eine Art Tor in eine andere Welt / Dimension, aber welche Rolle spielt er dabei? Wie konnte das Ding überhaupt fahren? Wer (oder was) war der Fahrer? Warum ließ er den Buick zurück? Wenn man es sich recht überlegt, ergibt das ganze (wie Ned Wilcox richtig bemerkt) kein befriedigendes und logisches Ende. Aber immerhin zerfällt der Buick am Schluß, was immerhin seine Geschichte zu einem Ende bringt.

Die meisten gruseligen Szenen fand ich sehr gut beschrieben. Besonders gut fand ich den unterschwelligen Horror, bevor diese Szenen passieren. Bei manchen Szenen setzt King allerdings auf billige Horroreffekte, die fast an Splatter-Filme erinnern. Das hat er meiner Meinung nach nicht nötig und sollte deshalb in Zukunft Szenen wie die mit der "Fledermaus" nicht so übertreiben.

Wie in vielen King-Geschichten ist es wieder eine Gruppe von Leuten (Troop D), die mit dem Übernatürlichen konfrontiert wird und sich in einer solchen Situation bewähren muß. Die Charaktere sind alle sehr sympathisch beschrieben und wirken durch Kings Schreibstil sehr realistisch und lebendig.

Toll fand ich, wie King den Unfall am Ende beschreibt und der Leser automatisch denkt, Ned hätte in dem Wagen gesessen (dann kommt heraus, dass er Eddie den Wagen verkauft hat). Insgesamt ist "Der Buick" ein solider King-Roman. Er zählt nicht zu seinen großen Werken, beweist aber, dass er immer noch gute Horror-Romane schreiben kann, was einige Leser (ich nicht!) nach "Dreamcatcher" bezweifelten.

Interessant ist auch das längere Nachwort, in dem King seine Recherchen für den Roman schildert und die Parallelen zwischen seinem eigenen Unfall und dem von Curtis Wilcox (der vor Kings Unfall geschrieben wurde).
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