Cookies sind für die korrekte Funktionsweise einer Website wichtig. Um Ihnen eine angenehmere Erfahrung zu bieten, nutzen wir Cookies zum Speichern Ihrer Anmeldedaten, um für sichere Anmeldung zu sorgen, um statistische Daten zur Optimierung der Website-Funktionen zu erheben und um Ihnen Inhalt bereitzustellen, der auf Ihre Interessen zugeschnitten ist. Klicken Sie auf „Stimme zu und fortfahren“, um Cookies zu akzeptieren und direkt zur Website weiter zu navigieren.
Header6.jpg
Stephen King
Puls

Rezension © 2006 by Tiberius
für www.bookola.de/wiki.stephen-king.de

Originaltitel »Cell«
Hardcover
Heyne Verlag, 19,95 Euro
556 Seiten
Übersetzung von Wulf Bergner

 

 

Schon die Widmung des Buches sollte Hinweis genug sein. Für Richard Matheson und George Romero steht dort geschrieben. Matheson ist Autor vieler Horror-, Fantasy- und Science-Fiction-Geschichten, die King beeinflussten. Romero seinerseits Regisseur bekannter Zombiefilme wie Night of the living Dead oder Dawn of the Dead außerdem arbeitete er an vielen Projekten von King mit. So führte er bei Creepshow Regie.

Und so beginnt Kings Roman wie ein typischer Romerofilm: Schnell, blutig und mit sehr viel Brutalität. Wir folgen Clayton Riddell durch das Chaos Neuenglands. Zuerst kämpft er gegen wahnsinnige Zombies, die durch einen Impuls ihrer Mobiltelefone komplett aus dem Ruder schlagen. Anschließend gegen den mysteriösen Lumpenmann und seinen Anhängern. Zu guter letzt um seine Familie und speziell um seinen Sohn.

Allerdings gelingt King diese Hommage nur bedingt. Der Anfang gleicht Romeros Dawn of the Dead, jedoch verpasst der Autor dem Roman den typischen King-touch darauf. Er versucht uns die Charaktere zu erklären, sie uns ans Herz zu legen. Doch wer öffnet sein Herz, wenn er vorher gelesen hat, wie Tausende zerrissen wurden? Die Geschichte selbst verliert dadurch an fast schon liebgewonnener Fahrt. Der tragischste Moment für mich als Leser: Der Tod von Alice. Doch nicht, weil ich so traurig wäre, sondern weil ich eben so rein gar nicht berührt werde. Ich schiebe es darauf, dass King sich anfangs keine Zeit lassen konnte, weil er das BLut zeigen wollte. So fühle ich mich in einem schlecht durchdachten Zombie-Film aus dem die Luft raus ist.

King scheint beim Schreiben immer noch die Stimme von Gan gehört zu haben. Der Lumpenmann und die Arten seiner magischen Kontrolle erinnern an Randall Flagg. Ich würde mich nicht wundern, wenn unter seinem Dress Jeans und Cowboystiefel stecken würden.

Wie auch in Dawn of the Dead müssen die Helden ihren Endkampf austragen. Doch während der zusammengewürfelte Haufen mit Verstand in Romeros Remake von 2004 sich an einem Arsenal aus Waffen bedient, zeigt sich den Helden von Kings Roman eine kleine Deus ex machina. Diese kleine Hilfe bringt Tod und Zerstörung über den Lake Kashawamak und die Rettung für die Gruppe um Clay. Der Großteil der versammelten Zombies wird mit einer riesigen Detonation getötet, die Überlebenden sind zu verwirrt um gefährlich zu sein.

King hätte an dieser Stelle den Abspann bringen sollen. Noch wäre es offen gewesen, ob er seinen Sohn findet, ob er seinen letzten Kampf gewinnen kann. Doch wie eine schlechte Fortsetzung von Kinder des Zorns, verpasst er es. Wir begleiten Clayton bei seiner letzten Suche und finden Johnny-Gee, der aber nicht mehr sein Sohn ist. Aber es vielleicht noch werden kann?

Alles in allem eine gute Geschichte. King setzt auf zwei Sachen: Die Brutalität, die am Anfang deutlich zu sehen ist und immer wieder aufflammt einerseits und die Tiefe an Handlung auf der anderen Seite. Allerdings habe ich auch im Kino noch keinen Splatterfilm mit Tiefgang gesehen. Jeder Film, der das versucht hat, gerät leider schnell in Ungunst. So ist es beinahe auch hier. Trotz einer Idee, die meine Paranoia stärkt, wirkt das Gesamtwerk "nur" solide aber nicht herausragend.

Copyright 2019 by www.BookOla.de
Joomla templates by a4joomla