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Bruno Bandulet

Als Deutschland Großmacht war

Rezension © 2014 by Martin Wagner für BookOla.de
Bruno Bandulet: Als Deutschland Großmacht war
Titel: Als Deutschland Großmacht war
Art: Bericht
Genre: Geschichte
Sprache: Deutsch
Verlag: KOPP Verlag
Publikationsjahr: 2014
Autor: Bruno Bandulet
Umschlaggestaltung: Christine Ibele
Umfang: 306 Seiten
Bindung: Hardcover
Preis: 19,95€

Kurzbeschreibung
Dass der Erste Weltkrieg zur europäischen Urkatastrophe wurde, ist allgemein akzeptiert. Wenn es darum geht, wer verantwortlich war, scheiden sich die Geister. Historisch und politisch korrekt war es lange Zeit, dem Deutschen Reich und Kaiser Wilhelm II. einen Griff nach der Weltmacht zu unterstellen. Neuerdings beginnt sich eine andere Version durchzusetzen: dass alle europäischen Regierungen wie Schlafwandler in den Krieg geschlittert seien.

Aber stimmt das wirklich? Dieses Buch stellt die Frage: Cui bono?, die Frage nach den Motiven der Kriegsparteien. Das Ergebnis: Ein ebenso spannender wie faktenreicher Bericht über das Kaiserreich, seine Feinde und die Entfesselung des Ersten Weltkriegs. Undogmatisch und unvoreingenommen führt der Autor seine Recherchen. Auf diese Weise sammelte er Fakten, die Sie in den Mainstream-Medien vergeblich suchen.

Meine Meinung:
„Der Krieg, der alle Kriege beenden soll“, so wurde der 1. Weltkrieg von Zeitgenossen bezeichnet und doch führte direkt und indirekt zu viel schrecklicheren Dingen und wirkt sich dementsprechend auch noch auf das Jetzt aus. Dadurch, dass Deutschland in der Form des Deutschen Reiches damals eine große Rolle spielte, ist der 1. Weltkrieg und wie es dazu kam und wie er geführt wurde, immer noch ein interessantes Thema, das nicht nur in der Schule nach wie vor Thema ist, sondern auch regelmäßig Sendeplätze in Form von Reportagen oder in Filmen erhält.

Mit seinem „Bericht über das Kaiserreich, seine Feinde und die Entfesselung des Ersten Weltkriegs“ widmet sich Dr. Bruno Bandulet, der unter anderem der Chef vom Dienst der Tageszeitung Die Welt und Referent für die CSU-Landesleitung war, aber auch Kolumnist der kritisch zu betrachtenden Wochenzeitung Junge Freiheit ist, diesem hochinteressanten Thema und verspricht eine zwar nicht total neue Sicht auf das Geschehen um den Ersten Weltkrieg aber doch eine, die sich eher den Motiven aller Kriegsparteien widmet als nur dem Verhalten und den Motiven einer Kriegspartei, was meistens die Deutsche Seite ist und war.

Kaum aufgeklappt begrüßt uns im Einband eine Karte des Deutschen Reichs von 1871-1918 die, obwohl schwarz-weiß, doch dessen Ausmaße deutlich macht. Nach der Karte begrüßen ein detailliertes und viel versprechendes Inhaltsverzeichnis - uns erwarten sieben große Kapitel, ein Vorwort und die wissenschaftlich zwingend erforderlichen Inhalte am Ende, wie Endnoten, Literatur- und Bildquellenverzeichnis – und eine Liste aller handelnder Personen.
Den Anfang macht, wie kaum anders zu erwarten, das Vorwort, in dem Dr. Bandulet nicht nur begründet, wieso er nun so ein Buch schreibt, sondern auch andere Historiker und deren Theorien nennt, bevor er deutlich macht, dass viele Dinge, die damals zum Krieg führten heute immer noch reale Probleme sind, auch wenn natürlich die Gefahr eines Weltkrieges nicht so groß ist wie damals.

Der eigentliche Einstieg ins Buch ist das Kapitel über die Länder des alten Europas inklusive Deutschland und die Regierungen und Machthaber der Länder. In diesem Kapitel wird deutlich, dass Europa enger verbunden war als man es vermuten würde, wenn man die Verflechtungen des Adels nicht kennt. So sind der König von England, der Kaiser von Deutschland und der Zar enge Verwandte und sogar Freunde. Trotz all dieser Freundschaften, gibt es aber genug Dinge, die die Länder der Herrscher entzweien.
Das zweite Kapitel wirft einen Blick auf den mächtigsten Mann im Deutschen Reich, Bismarck, der mit seiner Politik das Reich zusammenhält und dem es gelingt Frankreich zu isolieren und Deutschland durch Bündnisse in eine gute Ausgangslage zu bringen. Leider muss er dann Bord gehen und die Geschichte um die Isolation Deutschlands nimmt ihren Lauf.
Genau dort geht es im nächsten Kapitel weiter, denn Deutschland wird immer isolierter und die Marokko-Krisen und auch die vermuteten wahren Pläne Englands offenbaren sich langsam.
Ein weiteres Thema, das immer wieder als Argument für die Provokation Deutschlands herangezogen wird und dem das nächste Kapitel auch gewidmet ist, ist die Flottenpolitik. In diesem Kapitel widmet sich der Autor den unbegründeten Ängsten der Engländer, die ein Wettrüsten verursachten, das Deutschland nie gewinnen konnte und wohl auch gar nicht wollte. Doch ein weiterer Tropfen war ins Fass gefallen.
Der Tropfen, der von vielen als der Tropfen gilt, der das Fass zum Überlaufen brachte, war der Mord in Sarajewo durch Terroristen. Dieser Mord, der eigentlich verhindert hätte werden können, löste eine Kettenreaktion aus, die schlussendlich im Ersten Weltkrieg gipfelte. Vom Blankoscheck der Deutschen, über die haltlosen Forderungen der Österreicher und dem Wissen der Serben, all das wird beleuchtet.
Die Katastrophe konnte dann zwar immer noch verhindert werden, aber so richtig hatte daran keiner mehr Interesse. Chancen gab es einige, sogar bis zur letzten Minute, aber keine Einigung mehr. Genau darauf und auf den Kriegsbeginn und das Scheitern des Feldzugs im Westen sind Themen des vorletzten Kapitels.
Das letzte Kapitel widmet sich dem Weg der Deutschen Niederlage. Mit den Meutereien, dem Sieg im Osten und dem Eintritt der USA, der einen deutlich besseren Waffenstillstand und vielleicht Friedensvertrag verhinderte. Die Gründe für den Kriegseintritt der USA sind, laut Autor, sehr simpel, es dreht sich, anders als in aktuellen Kriegen nicht um Öl, sondern um Geld. Dieser Grund führt schließlich zum Vertrag von Versailles, der wiederum zum Zweiten Weltkrieg führte.
Es folgen, neben den schon genannten wissenschaftlichen Dingen wie Endnoten, dem Literatur- und Bildquellenverzeichnis auch ein Personenregister, eine Karte Europas, ebenfalls und as Jahr 1914 herum, und eine Chronik, die in Kurzform alle wichtigen Ereignisse nennt, und die insgesamt das Buch wirklich gut abschließen.

Es ist die Aufgabe des Historikers Geschichte auf Basis von Quellen zu deuten, mehr kann er nicht, denn mehr als eine Deutung vergangener Ereignisse ist schlichtweg nicht möglich. Genau das macht Dr. Bandulet, er deutet, mit Quellen, die Hintergründe des Ersten Weltkrieges. Dabei geht er auch auf andere Deutungen ein, insbesondere au die Fischer-Kontroverse und auch den Deutungen von Historikern aus anderen Ländern, die die Geschichte Deutschlands, durchaus begründet, auch etwas anderes betrachten als es deutsche Historiker tun. Trotz kritischem Blick, weil der Autor eben für eine kritisch zu betrachtende Zeitung schreibt, konnte ich an seiner Deutung keine Fehler finden. Natürlich hat er einige Quellen, die anderen Historikern wichtig waren, außen vor gelassen, aber genau so, haben diese anderen Historiker Quellen vernachlässigt. Deshalb, und auch, weil das Buch unterhaltsam geschrieben und mit Dingen, die man so vielleicht bisher nicht wusste, ausgestattet ist, bin ich vom Buch sehr begeistert. Etwas, das mich ganze besonders überrascht hat, waren die Bezüge zum aktuellen Terrorismus und den aktuellen Problemen, die der Autor scheinbar im Januar 2014 schon vorhergesehen hat. Die Bilder, die verwendet werden sind quasi die Kirsche auf der Sahne und machen das Buch optisch und inhaltlich wirklich zu einem richtig guten Buch.

Fazit:
Mit seiner Deutung der Ereignisse die zum Ersten Weltkrieg führten und auch dem Blick auf die ähnlichen Ereignisse in der heutigen Zeit, ist das Buch „Als Deutschland Großmacht war“ nicht nur für Historiker und historisch Interessierte, sondern auch für andere Leseratten absolut zu empfehlen. Man erhält eine neue Sicht auf die Dinge, die zu einem schlimmen Krieg mit noch schlimmeren Folgen führte.

448 Seiten € 9,99 [D]
Übersetzung: Uta Hege
Broschur
€ 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 13,90
ISBN-13: 9783548284620
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