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Günther Högl und Karl-Peter Ellerbrock
Die 1920er Jahre
Dortmund zwischen Moderne und Krise
Rezension © 2013 by Martin Wagner für BookOla.de
Günther Högl und Karl-Peter Ellerbrock: Rezension Die 1920er Jahre – Dortmund zwischen Moderne und Krise
Günther Högl, Karl-Peter Ellerbrock (Hrsg.)
160 Seiten
Umschlaggestaltung: Volker Pecher
Preis: 10,00€

Kurzbeschreibung
Die 1920ewr Jahren werden von vielen als die Goldenen Zwanziger und auch die Roaring Twenties genannt. Dazu gibt es auch allen Grund, denn die 1920er Jahre waren gute Jahre für die Welt. Der 1. Weltkrieg war zu Ende und es ging gerade im kulturellen Leben wieder aufwärts. Leider ging es auch für Parteien am politischen rechten Rand aufwärts und somit sind die 1920er auch weniger golden sondern auch braun, was sich oftmals gerade bei kulturellen Veranstaltungen zeigte.

Meine Meinung:
Auch für Dortmund waren die 1920er prägend, entwickelte die Stadt doch damals durch innovative Ansätze ihre großstädtische Infrastruktur und war durch den entfachten Kulturboom auch Vorbild für andere Städte Westfalens und des Ruhrgebiets. Der Klartext-Verlag aus Essen hat mit der Sonderausgabe der Zeitschrift Heimat Dortmund (Doppelheft 1+2/2012) mit dem Titel „Die 1920er Jahre – Dortmund zwischen Moderne und Krise“ die innovativen Ansätze und den Kulturboom Dortmunds genauer beleuchtet und lässt 26 Historiker aus der Region zu den Themen in Essays zu Wort kommen.

Das Cover, nachdem man ja ein Buch niemals beurteilen soll, zeigt vier Gebäude, die eine große Bedeutung für das alte und das moderne Dortmund haben, nämlich die Reinoldikirche, das Westfalenhaus, das Lagerhaus der Union-Brauerei und den Wasserturm am Südbahnhof. Diese Auswahl, übrigens ein Ausschnitt aus einem Plakat von Max Aurich mit dem Titel „Die alte Stadt im neuen Kleid“, ist absolut passend gewählt, ist doch genau das, was der Inhalt auch zeigen will.
Im Buch begrüßen einen dann Adolf Miksch, der Vorsitzende des Historischen Vereins und die Grafschaft Mark, der kurz etwas zum Inhalt sagt und sich dann bei den wichtigsten Personen bedankt.
Anschließend wird der Blick zuerst auf die Entwicklung der Stadt durch von der Provinzstadt zur modernen Großstadt geworfen. Bürgertum, Architekten und vor allen Dingen die Industrie haben daran großen Anteil, wobei der Übergang zum nächsten Thema, der Politik und den Politikern, dabei mehr als fließend ist, denn die Politik trifft viele wichtige Entscheidungen. Aber auch die vierte Macht im Staat, die Zeitungen, übt Einfluss aus.
Von dort aus wendet sich der Blick wieder zurück zur Industrie und den Wandel den diese in Dortmund erlebt und selbst auslöst, von den Brauereien über Zapf- und Tankstellen bis hin zum Bergbau, bei dem auch das „Deutsche Institut für technische Arbeitsschulung“ ein Wort mitredet.
Worte sind dann auch der passende Übergang zur Kultur, von der es in Dortmund viel gab und immer noch gibt. Ein Zeichen dafür ist die Westfalenhalle, die nach wie vor jährlich tausende Menschen anlockt. Daneben gab es natürlich noch andere Orte und vor allen Dingen viele anderen kulturelle Erlebnisse, Kunstgalerien, Literatur, Theater, Kinos, Tanzpaläste und nicht zu vergessen viele Plakate, die alle Ereignisse ankündigten und eine eigene Kulturgattung sind. All das wird in vielen Essays beleuchtet und macht dabei deutlich, dass Dortmund in den 1920ern wirklich zur Großstadt mit viel Kultur wurde.

Neben den tollen Essays, die nicht nur von Fachleuten geschrieben, sondern auch von Fachleuten lektoriert und korrigiert wurden, finden sich auch viele tolle Fotografien und Abdrucke von Plakaten und Aufrufen aus der Zeit, die das Leben in Dortmund und die Stadt selbst in den 1920er Jahren vor dem Augen erlebbar machen. Ich hätte mit vielleicht noch mehr normales Leben der Dortmunder und den Einfluss nach Westfalen und ins Ruhrgebiet gewünscht, aber dann wäre das Buch wahrscheinlich zu soziokulturell und nicht mehr Dortmund spezifisch geworden, was nicht unbedingt der Autoren war. Kurzum, meckern auf hohem Niveau, denn das Buch erfüllt, was es verspricht und zeigt das Dortmund der 1920er Jahre in Wort und Bild.

Fazit:
„Die 1920er Jahre – Dortmund zwischen Moderne und Krise“ ist eine tolle Essay-Sammlung mit einer absolut gelungenen Bilderauswahl, die die kulturelle, industrielle und städtische Entwicklung Dortmunds in den goldenen Zwanzigern gut beschreibt und die Geschichte einer der interessantesten Großstädte NRWs erlebbar macht. Ich freue mich auf andere Bücher über andere Städte, denn die 1920er sind ein spannendes Jahrzehnt und keinesfalls überall identisch abgelaufen.

448 Seiten € 9,99 [D]
Übersetzung: Uta Hege
Broschur
€ 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 13,90
ISBN-13: 9783548284620
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