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Julianna Baggott
Memento
Rezension © 2012 by Martin Wagner für BookOla.de
memento
Ab 14 Jahren
Verlag: Baumhaus Verlag
Hardcover, 461 Seiten
ISBN: 978-3-8339-0113-3

Kurzbeschreibung

Eine amerikanische Stadt, neun Jahre, nachdem die Bomben fielen. Majestätisch thront die Kuppel des Kapitols über den Trümmern – in ihr leben die Reinen, die Makellosen. Sie wurden auserwählt, eine neue, bessere Menschheit zu begründen. Unten in der Stadt kämpfen alle Übrigen ums Überleben.  
Auch die 16-jährige Pressia hat es schwer, sich und ihren Großvater durchzubringen. Und dann soll sie auch noch eingezogen werden, um für das grausame Militärregime zu arbeiten, das Angst und Schrecken in der Stadt verbreitet. Als sie den Verschwörungstheoretiker Bradwell kennenlernt, scheint das zunächst ihre Rettung zu sein. Er kennt den Untergrund und hilft ihr, unterzutauchen. Doch dann wird sie erwischt ...

Meine Meinung:
Das Ende der uns bekannten Welt, von vielen Leuten an unterschiedlichen Orten für verschiedene Zeiten vorhergesagt und doch bisher nie eingetreten. 2012 soll sich das ändern. Fundamentalistische Christen, Sektenführer und nicht zuletzt einige Deuter des Maya-Kalenders sind sich dessen absolut sicher und beziehen schon Stellung an prophezeiten Bergen. Zum Glück gibt es auch Menschen, die sich mit dem Thema Apokalypse, Weltuntergang und dem Danach auf noch unterhaltsamere Art und Weise beschäftigen, nämlich Autoren. Bei denen weiß man auch woran man ist und muss weder sein ganzes Vermögen verschenken, noch an ungewöhnliche Orte fahren, um etwas außergewöhnliches zu erleben.  Es genügt deren Bücher zu lesen.

Eine dieser Autoren ist die Amerikanerin Julianna Baggott. Sechzehn veröffentlichte Bücher in zehn Jahren und ein Lehrstuhl für kreatives Schreiben an der Universität Florida versprechen so einiges. Der Titel ihres aktuellen Romans „Memento – Die Überlebenden“, erschienen beim Baumhaus Verlag ist im ersten Moment etwas nichtssagend und der englische Titel „Pure“ gefällt mir da etwas besser und ist auch etwas passender. Bei dem Roman handelt es sich zum Einen um einen postapokalyptischen Roman und zum Anderen um einen Coming-of-Age-Roman, da die Protagonisten allesamt Jugendliche und junge Erwachsene mit typischen aber auch untypischen Problemen sind. Letztere sind der Situation geschuldet, in denen sich die Protagonisten und auch die Welt befinden.

Bei der Welt handelt es sich um unsere Welt in einer nicht allzu fernen Zukunft. Der Ort ist irgendwo in den Vereinigten Staaten von Amerika, oder besser gesagt, irgendwo in dem durch Bomben zerstörten Amerika, in dem immer noch Asche vom Himmel fällt und indem Menschen mit den unterschiedlichsten Krankheiten und verschmolzen mit Alltagsgegenständen gegen mutierte Tiere und Menschen ums nackte Überleben kämpfen müssen. Es ist aber auch der Teil Amerikas, in dem sich das Kapitol befindet. Ein Ort, in dem die Reinen leben und der von der Außenwelt abgeschottet ist und der von den Bomben und ihren Auswirkungen nicht betroffen wurde. Hier leben unsere Protagonisten.
Pressia lebt außerhalb der Kuppel bei ihrem Großvater und muss, weil sie bald ihren sechzehnten Geburtstag feiert vorsichtig durch die Ruinen schleichen, da sie jederzeit zum Militär eingezogen werden könnte. Pressias Verschmelzung ist ein Puppenkopf der sich an und in ihrer Hand befindet. Mit ihrer Flucht vor den Häschern des Militärs beginnt für sie ihr größtes Abenteuer, bei dem sie Bradwell, einem Untergrundanführer kennenlernt, der sich um Jugendliche kümmert, die untertauchen wollen.
In der Kuppel lebt der zweite Protagonist, Partridge, Sohn eines hohen Tiers der Kuppel, stur und, vor allen Dingen, teilweise immun gegenüber den Drogen, die den Bewohnern der Kuppel verabreicht werden, um diese gefügig zu machen. Als er neuen Testverfahren, die vor allem schmerzhaft sind, unterzogen werden soll, flieht er aus der Kuppel nach draußen, um sich auf die Spur seiner Mutter zu machen.
Draußen treffen Pressia und Partridge aufeinander und das wahre Abenteuer, das Abenteuer, das die Welt verändern könnte, beginnt.

Viele Romane beschäftigen sich mit dem Thema Strahlung und Mutationen beziehungsweise Genetik, und doch hat Julianna Baggott es geschafft, einen Aspekt neu zu erfinden. Die Idee der Verschmelzung mit Alltagsgegenständen, wie sie hier zu finden ist, ist neu und passt wunderbar in die Welt und zum Genre-Mix zwischen Postapokalypse und Coming-of-Age. Zusätzlich zu dieser tollen Idee und der gelungenen Beschreibungen der Verschmelzungen, sind es aber vor allen Dingen die Protagonisten und Antagonisten, die überzeugen können. Man erkennt eine deutliche Entwicklung der bereits zu beginn runden Charaktere, was diese nur noch runder macht. Damit wäre aber noch nicht alles gesagt. Neben tollen Figuren und einer atemberaubenden Welt, ist das Buch auch äußerst spannend geschrieben und bietet jede Menge Überraschungen. All dies führt dazu, dass man Julianna Baggott bittet, den Folgeband schneller zu schreiben, denn der Cliffhanger ist wirklich kaum auszuhalten.

Fazit:
Julianna Baggotts „Memento – Die Überlebenden“ entführt den Leser in eine düstere Zukunft unserer Welt in der tolle Protagonisten um ihr Überleben kämpfen und das Abenteuer ihres Lebens erleben. Spannend vom Anfang bis zum Ende und mit tollen Beschreibungen, die die Welt zum Leben erweckt. Mehr kann man nicht wollen und dennoch bietet Memento noch mehr, nämlich eine ganz neue Art von Mutation, die nicht passender für einen Roman sein könnte, der Postapokalypse und Coming-of-Age verbindet. Ein Muss!

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