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Shoko Tendo
Ich, Tochter eines Yakuza
Rezension © 2011 by Gerald Schnellbach für BookOla.de
Ich, Tochter eines Yakuza
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten 
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783868831146
ISBN-13: 978-3868831146
Originaltitel: Yakuzana tsuki
Verlag: Riva Verlag

Die Autorin
Geboren als Tochter eines Yakuza-Bosses, wächst Shoko Tendo in den 1970er-Jahren in einer zwar von Luxus geprägten, aber doch bedrohlichen Umgebung auf. An ihrer Schule wird sie als "Yakuza-Kind", also Mafia-Kind, von Schülern und Lehrern gemobbt. Sie tritt einer gewalttätigen Yanki-Girl-Gang bei und beginnt schon mit 12 Jahren, Speed zu konsumieren. Mit 15 wird sie zu einem achtmonatigen Aufenthalt in einer Besserungsanstalt verurteilt. Drogensucht, Armut, psychischer und sexueller Missbrauch ziehen das gutmütige junge Mädchen immer weiter in den Abgrund. Sie verliert zunächst ihre Eltern, dann ein ungeborenes Kind und gerät immer wieder an brutale Yakuza-Männer, die sie nur als Nebenfrau für amouröse Treffen benutzen. Mehrmals versucht sie, sich umzubringen, bis die Entscheidung, sich tätowieren zu lassen, ihrem Leben die entscheidende Wende gibt. In nüchterner, klarer Sprache und ohne jede Bitterkeit zeichnet Shoko Tendo das Porträt ihres von Gewalt und Missbrauch geprägten Lebens und gewährt tiefe persönliche Einblicke in die dunklen Seiten der japanischen Gesellschaft. Ein erschütternd ehrliches und tief bewegendes Buch.

 

Meine Meinung:
Auf Shoko Tendos Autobiografie bin ich bereits vor ein paar Jahren aufmerksam geworden. Damals las ich in einem Tattoo-Magazin, in dem die englischsprachige Ausgabe ihres Buches vorgestellt wurde, einen Artikel über sie. Dieses Buch, in Japan und den USA längst ein Bestseller, ist nun im Riva-Verlag auch in einer deutschen Übersetzung erschienen. Die Übersetzung der Autobiografie einer außergewöhnlichen jungen Frau …

… Shoko Tendo, 1969 geboren, wuchs als eines von vier Kindern eines hochrangigen Mitglieds der Yakuza, der japanischen Mafia, auf. Bereits frühzeitig musste sie feststellen, was dies bedeutet. Schon in der Grundschule wurde sie gemobbt, und das nicht nur von Mitschülern. Auch die Lehrer sind den Yakuza-Kindern gegenüber nicht gerade positiv eingestellt. Shokos Entwicklung beeinflusste das dahingehend, dass sie bereits in sehr jungen Jahren rebellisch wurde und sich als „Yankee“ einer Mädchengang anschloss. Dort lernte sie Drogen, Gewalt und Sex kennen. Schon bald war sie ein Junkie, süchtig nach Speed und anscheinend auch süchtig nach den falschen Männern. Shoko geriet immer wieder an den gleichen gewalttätigen Typ Mann, der sie nur benutze und schlug. Und immer war sie nur das Abenteuer, die Geliebte, die zweite Frau. Irgendwann gelang es ihr jedoch auszubrechen. Alles begann, als sie beschloss, sich tätowieren zu lassen. Ein großes Rückentattoo (in der Mitte des Buches befindet sich ein mehrseitiger Bildteil, in dem unter anderem dieses Tattoo zu sehen ist), wie es eigentlich bei Yakuza-Männern üblich ist, verzierte fortan ihren Rücken und änderte ihr Leben.

Zitat:
„Seit der Tätowierung hat sich meine Einstellung zur Arbeit verändert ….. jetzt nahm ich alles viel ernster, fand einen neuen Sinn ….. das motivierte mich enorm und machte mich zufrieden“.

Shokos Biografie ist mehr als der Titel des Buches vermuten lässt. Es geht in dem Buch nur am Rande um die Yakuza. In erster Linie geht es um eine Frau, die unglaublich viel durchmachen musste, die dadurch aber zur Kämpferin wurde und sich selbst nie aufgab. Durch ihren familiären Hintergrund als Yakuza-Kind lebte sie immer am Rande der japanischen Gesellschaft. Man erfährt von einer starken Frau, die es allein schaffte, sich aus diesem Umfeld zu befreien und ein neues Leben zu beginnen. Dies alles beschreibt sie auf eine erstaunlich nüchterne, geradlinige und sehr ehrliche Art und Weise. Gerade diese Schreibweise schafft es, einen betroffen zu machen, lässt uns mit einem faden Beigeschmack weiter lesen.

Ganz nebenher erfährt man auch einiges über die japanische Gesellschaft, was uns als Europäer ein anderes Bild als das vom immer höflichen und zuvorkommenden Japaner zeigt. Denn auch dort ist nicht alles Gold, was glänzt. Shokos Buch übt, vielleicht ganz unbewusst, viel Gesellschaftskritik und wirft einen Blick auf Vorurteile und Ressentiments in der japanischen Gesellschaft.  Es zeigt, wie junge Mädchen wegen relativ geringer Vergehen in Erziehungsanstalten gesteckt werden oder wie man einen Schulverweis bekommt, weil die Haarfarbe braun statt schwarz ist, um ein paar Beispiele aufzuzeigen.

Heute lebt Shoko Tendo mit ihrer kleinen Tochter in Tokio. Ihre Autobiografie „Yakuza Moon“ ist ein Bestseller in Japan und in den USA und wurde in rund ein Dutzend weitere Länder verkauft. Dieses Buch zu schreiben, war für sie ein weiterer Schritt in ein neues Leben und nach der Lektüre wünscht man ihr von ganzem Herzen, dass sie ihr Glück findet, und der Mond strahlend auf sie herablächelt.

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