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Paul Lester
Pink - Zwei Gesichter
Rezension © 2010 by Gerald Schnellbach für bookola.de
Pink - Zwei Gesichter
Broschiert: 211 Seiten
1. Auflage (24. Februar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-13:
978-3854453208
Verlag: hannibal
Kurzbeschreibung
Diese Biografie enthüllt die beiden Pole einer komplexen Persönlichkeit. Pink wird von der Öffentlichkeit als entschlossene und lebenslustige Künstlerin wahrgenommen, die sich in einem immer schneller drehenden Musikgeschäft behaupten kann. Doch in ihrem Leben gibt es auch viele dunkle Seiten, die sie in einen optimistischen, packenden und modernen Pop- Sound umwandelt, der auf einem soliden Rock-Fundament steht. Paul Lester sprach mit vielen Beteiligten und widmet sich neben der Darstellung von Pinks musikalischer Laufbahn vor allem auch den vielfältigen Aktivitäten ihres öffentlichen Lebens: Die engagierte Arbeit für die Tierschutzorganisation PETA (und der Streit mit Beyoncé), ihr politisches Engagement und die schwierige Ehe mit dem Motocross-Fahrer Corey Hart, die immer wieder für Schlagzeilen sorgt, sind nur einige Themen dieser Biografie. Die zahlreichen Fans werden es ihm danken: Laut Veranstalter Peter Rieger erlebten mehr als 300 000 Zuschauer bei insgesamt 27 Konzerten die triumphale Funhouse Tour 2009« in Deutschland.Sie hat den Brit Award gewonnen, zwei Grammy Awards und fünf Video Music Awards. Ihre CDs erreichen regelmäßig Platin-Status, und ihre Singles (wie z.B. So What aus dem Album Funhouse) und LPs landen direkt auf Platz 1 der Hitparaden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Schon im Jahr 2001 hatte sie mit der Coverversion von Lady Marmelade (in Kooperation mit Lil Kim, Christina Aguilera und Mya) ihren ersten weltweiten Platz 1-Erfolg. Dabei ist Pink, die gerne auch »P!nk« geschrieben wird, unberechenbar und steckt voller Überraschungen. Ständig wandelt sie ihr Image und überrascht immer wieder mit neuen exotisch-erotischen Designs. Geboren wurde Pink 1979 in Doylestown (Philadelphia) als Alecia Moore. Die Enkelin deutscher und irischer Vorfahren sang schon früh in verschiedenen Bands. Richtigen Erfolg hat sie aber erst mit ihrer Solo-Karriere erreicht, die sie zu Beginn des Jahrtausends startete. Der langjährige englische Musikjournalist und Biograf Paul Lester verfolgt die außergewöhnliche Karriere von ihrer durch traumatische Erlebnisse zerrütteten Jugend über die Zeit in der Girl-Group Choice bis hin zum Status eines internationalen Popstars. Von der ersten CD Cant Take Me Home bis zum aktuellen Album Funhouse hat Pink eine beachtliche künstlerische Wandlungsfähigkeit bewiesen, die mit traumhaften Umsatz zahlen, ausverkauften Konzerten und zahlreichen Preisen honoriert wurde. Doch was steckt eigentlich hinter dem schrillen Äußeren, den Provokationen und der ungebändigten Kreativität?

Meine Meinung
Mit „Zwei Gesichter“ von Paul Lester liegt zum ersten Mal eine Biografie über die Sängerin P!nk in deutscher Sprache vor. Das Buch ist zwar keine autorisierte Biografie (eigentlich kann man es nicht einmal als Biografie bezeichnen), ist aber trotz dieses Umstandes sehr lesenswert, zeichnet es doch den Weg der Sängerin von frühester Kindheit an bis zur gegenwärtigen „Funhouse“-Tour nach.

In einfachen Verhältnissen aufgewachsen, wollte P!nk schon immer das werden, was sie nun auch ist, eine bekannte Musikerin. Um ihre Asthmaerkrankung besser in den Griff  zu bekommen, schickten ihre Eltern sie zum Singen in einen Gospelchor. Dort, als einzige Weiße, musste sie früh lernen, mit den Stimmen ihrer Chorkollegen mitzuhalten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie bis heute eine eher „schwarze“ Stimme hat. Später, im Alter von 13/14 Jahren sang die aufsässige Teenagerin in diversen Punkbands. Ihr Ziel immer vor Augen, half ihr das auch über ihre Drogenprobleme hinweg, die sie zu der Zeit hatte. Nach dem sie im Alter von 16 Jahren fast an einer Überdosis gestorben wäre, hörte sie einfach mit den Drogen auf. Nicht weil sie Angst um ihr Leben hatte; nein, weil die Drogen ihr bei ihrem Ziel im Wege standen.

Der Autor zeigt auf, was P!nk so besonders macht, sie aus dem Pulk der unzähligen Sängerinnen, Pop-Schnuckelchen, von denen sie sich bewusst abgrenzt (musikalisch gehört sie da eh nicht dazu) und der vielen „Stupid Girls“, heraus hebt.
Sie versucht sich selbst treu zu bleiben, lässt sich auch von Plattenfirmen nicht vorschreiben, was sie machen und vor allem, was sie singen soll. Sie ist politisch interessiert und engagiert sich sehr für den Tierschutz. Dabei schreckt sie auch nicht davor zurück, dem britischen Königshaus böse Briefe zu schreiben. Sie ist, wie sie selbst sagt, einfach ein wenig verrückt.

Eigentlich müsste das Buch „Drei Gesichter“ heißen: wir lernen die politische P!nk, die Rockerbraut, die mit ihrer Triumph und ihren Kumpels über die Highways brettert und den hochkonzentrierter Vollprofi bei ihrer Arbeit kennen. Wohl keine der zur Zeit angesagten Künstelrinnen beherrscht den Spagat zwischen High-Heels und Motorradstiefeln so gekonnt und glaubwürdig wie sie.

P!nk selbst versucht sich immer so zu geben wie sie eben ist (manchmal sehr zum Leidwesen diverser Journalisten). Ihrer Musik tut das keinen Abbruch. Sie ist großer Fan von Aerosmith, Led Zeppelin und vor allem Janis Joplin, die sie sehr verehrt. Stimmlich steht sie der großen Janis in nichts nach. Wer da jetzt den Kopf vorsichtig schüttelt, sollte einfach mal bei youtube „P!nk @ Bravo Songwriters Hall of Fame“ eingeben und sich das Ganze bis zum Schluss anschauen.

Der Schwerpunkt des Buches liegt jedoch eindeutig bei P!nks Arbeit. Hier wurde mit sehr viel Liebe zum Detail fast jedes Lied analysiert. Man erfährt viel über die Hintergründe der Songs, deren Inhalt (was natürlich interessant ist, wenn man der englischen Sprache nicht ganz so mächtig ist) und vieles mehr, wie z.B. die Personen, die bei der Entstehung beteiligt waren. Sie schreibt zwar die meisten Lieder selbst, aber dennoch sind bei vielen immer auch andere Personen beteiligt. Dabei kommen teils sehr interessante Details ans Tageslicht, z. B., dass einer ihrer Songs bereits vor Jahrzehnten von ihrem Vater geschrieben wurde. Darin verarbeitete dieser seine Erlebnisse aus dem Vietnamkrieg. Außerdem erhält man viele Informationen über die Chartpositionen und Verkaufszahlen in diversen Ländern sowie Hintergründe zu Videoclips und Liveauftritten.

Abgerundet wird das Ganze übrigens durch 16 Seiten s/w-Fotos und eine Diskografie.

Ein wenig mehr Privates wäre zwar schön gewesen, aber dass kann man wohl nur von einer von ihr selbst geschriebenen Biografie erwarten. „So What“, der Journalist Paul Lester hat hier eine gute Arbeit abgeliefert, mit sehr vielen Informationen, denen man die akribische Recherchearbeit, gerade im Bezug auf Zahlen und Fakten, sehr genau anmerkt.

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