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Neil Gaiman
American Gods
Rezension © by Sascha Vennemann

Sprache: Deutsch
Broschiert - 624 Seiten - Heyne
Erscheinungsdatum: Juni 2005
Auflage: 1
ISBN: 3453400372
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Manchmal liest man ein Buch und weiß, dass es das Potential hat ein Klassiker seines Genres zu werden. Neil Gaimans Roman „American Gods“ ist ein solches Buch. Denn wie schon seine Kollegen und Freunde Terry Pratchett (bekannt durch seine „Scheibenwelt“-Romane) und der leider verstorbene Douglas Adams („Per Anhalter durch die Galaxis“) hat er das
gewisse Etwas beim Erzählen seiner Geschichte getroffen. Diese ist allerdings eher eine von einer amüsierten Ernsthaftigkeit durchzogene Fantasy-Geschichte geworden, als eine Persiflage auf das Genre. Zum Inhalt: Shadow, ein undurchsichtiger mysteriöser Typ von Mann in mittleren Jahren, sitzt seit drei Jahren im Gefängnis und wird ein paar Tage vorzeitig entlassen, als er erfährt, dass seine Frau ihn mit seinem besten Freund betrogen hat und beide bei einem Autounfall ums Leben kamen. Den Sinn im Leben suchend bietet ihm ein alter Mann namens Mr. Wednesday einen Job als Chauffeur an, den Shadow annimmt. Aber Mr. Wednesday ist nicht irgendwer, er ist die menschliche Inkarnation des nordischen Gottes Odin bzw. Wotan, der im ganzen Land herumfährt, um andere menschgewordene Götter des Altertums um sich zu scharen – für eine letzte Schlacht, gegen die ebenfalls von Menschen repräsentierten Göttern der Neuzeit, um sich zu scharen. Dabei verbringen Shadow und sein neuer Chef einige Zeit mit den ägyptischen Göttern Horus, Thot und Anubiz, die heutzutage ein Bestattungsunternehmen führen – mit dem Spezialgebiet der Einbalsamierung. Die alten Götter wirken abgehalftert und erschöpft, denn niemand glaubt mehr an sie oder opfert ihnen. Währendessen fahren die Götter des Fernsehens, Internets und der Börsenspekulation in schicken Nobelkarossen vor und erfreuen sich im modernen Amerika größter Beliebtheit. Später würzt Neil Gaiman seinen Roman noch mit einer ordentlichen Brise Stephen-King-Kleinstadtszenerie, eine magische Münze kostet einen Kobold einen Tod, kann aber auch Leben schenken. In kleinen eingestreuten Geschichten erfährt man von den frühen Einwanderern Amerikas und wie sie ihre Götter ins neue Land mitbrachten – z.B. wie der Voodoo auf die Südseeinseln kam. Alles führt zum unausweichlichen Finale – eine Götterschlacht im Herzen der USA.

„American Gods“ ist alles andere als ein leicht zu lesendes Buch. Neben der völlig abgedrehten, aber in sich logischen Grundidee ist die Erzählstruktur verzweigt und strotzt nur so vor Sätzen, die man sich ohne zu Überlegen auf T-Shirts drucken lassen möchte. Die Coolness der Hauptperson Shadow und ihre Gelassenheit gegenüber den eigentlich unmöglichen Dinge, die da vor sich gehen, überträgt sich auf den Leser und macht derartig Spaß, dass man selbst über die nicht wirklich spannenden, aber interessanten Nebengeschichten nicht einfach nur hinwegliest. Erwartet wird vom Leser eine gehörige Portion Vorstellungskraft und Fantasie. Ein Götter-Glossar erläutert Hintergründe zu den menschgewordenen und deswegen auch sehr menschlichen Göttern. Road-Movie, amerikanischer Geschichtsroman und eine Lehrstunde über alte mythologische Götterwelten – alles das ist „American Gods“ im modernen Gewand. Dabei spannend und der eigentlichen Grundprämisse treu zu bleiben ist das eigentlich Meisterhafte, was Neil Gaiman hier geleistet hat – mit dem Zeug es eines Tages zu einem Klassiker zu schaffen. Der Roman umfasst etwa 600 Seiten, erschienen, jetzt auch als Taschenbuch, im Heyne Verlag.

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