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Peter Lancester
Die Chroniken der Anderwelten

Band 1: Das blaue Portal

Rezension von Eva Schuster für stephen-king.de und BookOla.de

Hessen in den Achtziger Jahren. Auf Burg Grauenfels lebt eine verschrobene Adelsfamilie. Da ist zunächst das Oberhaupt Otto von Grauenfels, seine Frau Eusebia, sein Bruder Friedrich und die fünfzehnjährige Tochter Eva. Der ehemalige Germanistik-Professor Friedrich ist dem Alkohol zugeneigt, Otto dagegen besitzt die überkorrekte Mentalität eines Vorstandsvorsitzenden. Eusebia wiegt seit dem Tod ihrer beiden Söhne vor Jahren doppelt so viel wie früher und verlässt ihre Couch nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Der jüngste Spross Eva hat eine Vorliebe für Punkerkluft und grün gefärbte Haare.

Eines Tages geschieht etwas Seltsames, dass das Leben für alle Beteiligten für immer verändern wird:

Auf der Suche nach einem guten Tropfen Wein entdeckt Friedrich im Keller ein paar fremde Wesen, die an hundegroße Pferde erinnern. Hinter einem Regal befindet sich eine Treppe, die scheinbar endlos in die Tiefe führt. Wenig später kommt es zum Zusammentreffen der Familie mit den Pferden, die zu allem Überfluss auch noch sprechen können - und zwar in Mittelhochdeutsch. Mühsam gelingt es Friedrich, sich mit dem Anführer der Pferde, Lesly, zu verständigen. Tatsächlich wollen die Pferdchen nichts Böses, sondern befinden sich auf der Flucht. Sie kommen aus einer mittelalterlichen Welt namens Unterhessen, die unter Burg Grauenfels verborgen liegt. Die kleinen Pferde leben dort als Sklaven der Menschen. Grauenfels gilt als "Gelobtes Land", denn es heißt, dass ihre Artgenossen in der oberen Welt viel größer als die Menschen seien und sie daher regieren.

Fünf von ihnen wagten deshalb unter Leslys Leitung die Flucht aus Unterhessen - doch bei ihrer Ankunft mussten sie feststellen, dass die Pferde auch hier oben keine Herrscher sind ...

Je mehr Friedrich über die seltsame Welt unter der Burg erfährt, desto größer wird sein Interesse.  Währenddessen steigen Eva und der Butler Johann die Treppe hinab, bis sie an ein geheimnisvolles Portal gelangen, das nach Unterhessen führt. Von dort bringt Eva sechs Tagebücher mit, die ihr Vater untersucht. Der Verfasser ist Wilhelm von Grauenfels, ein Urahn der Familie aus dem 15. Jahrhundert. Es stellt sich heraus, dass bereits Wilhelm das geheimnisvolle Portal entdeckte und Unterhessen erforschte.

Bald darauf droht auch seinen Nachkommen Gefahr aus der Parallelwelt: Ein Trupp Soldaten hat die Verfolgung der flüchtigen Pferde aufgenommen und verwandelt Burg Grauenfels in ein Blutbad ...


*

Fünf Bände wird die Reihe um die "Chroniken der Anderwelten" insgesamt umfassen. Im regelmäßigen Abstand von sechs Monaten erscheinen die einzelnen Teile. "Das blaue Portal" bildet den Auftakt zu einem spannenden Fantasyabenteuer mit skurilen Charakteren und originellen Wesen aus einer fremden, unterirdischen Welt. Der Autor spielt geschickt mit den Erwartungen der Leser, ohne dabei den Klischees zu erliegen. Die Mitglieder der Familie Grauenfels sind allesamt außergewöhnliche Figuren mit jeder Menge Ecken und Kanten. Aus den verschiedenen Temperamenten ergeben sich zahlreiche spitzzüngige Dialoge, die dem Buch einen angenehm humorvollen Unterton verleihen. Vor allem die äußerlich kaltschnäuzige, innerlich aber doch sensible Eva lädt den Leser zur Identifikation ein und sorgt mit ihrem schlagfertigen Bemerkungen für die angemessene Dosis an Amüsement.

Doch gleichzeitig steckt in diesem Roman ein brandgefährliches Abenteuer, dass das Leben aller Beteiligten in Gefahr bringt. Der Leser tut gut daran, sich nicht von dem niedlichen Erscheinungsbild der Pferchen täuschen zu lassen - hinter dem Portal befindet sich eine Welt, die für die Bewohner von Burg Grauenfels jede Menge Schrecken bereit hält ... "Das blaue Portal" ist also weit entfernt von einem Kinderbuch, sondern versteht es, gängigen Fantasymustern eine erfrischende Note einzuhauchen. Der erste Roman der Pentalogie vermischt Historie mit Phantastik und Horrorelementen, auch eine kleine Lovestory findet dabei ihren Platz. So kommt jeder Leser auf seine Kosten - diejenigen, die Historienromane lieben, werden gebannt Wilhelms Studien im Prag des 15. Jahrhunderts verfolgen, die Fantasy-Freunde erwartet eine komplexe Parallelwelt und die Horrorfans erleben vor allem gegen Ende eine ordentliche Portion an Splatter und Thrill.

Die Sprache ist durchweg flüssig und sorgt dafür, dass sich die gut 360 Seiten in einem Rutsch herunterlesen lassen. Das Buch endet mit dem Beginn der Expedition nach Unterhessen - ein geschickter Cliffhanger, der den Leser in gespannter Erwartung auf den nächsten Teil zurücklässt .....


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