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Rebecca Bradley

Temutma

Autor und Copyright der Rezension 2005 by Barney G.


Ein Mörder macht Hongkong unsicher. Das ist nichts Ungewönliches, aber daß in den Opfern keine Tropfen Blut mehr ist, fällt auf.
Die Polizei ist ratlos. Die Spur führt dorthin, wo die supermoderne Finanzmetropole am ältesten ist: in die Ummauerte Stadt von Kowloon. Sie soll abgerissen werden, die Bewohner will man „umsetzen“. Schlägt die Vergangenheit zurück? Was schlummert in den vergessenen Kellergewölben?

Am Buchanfang gefiel mir die – teilweise ironisch übertrieben – bildhafte Sprache sehr gut, erinnernd an die ausdrucksstarke, bebilderte chinesische Sprache. „Satt und zufrieden, gewindelt in Zerfall, beruhigt durch Stille, umhüllt von Dunkelheit, Fäulnis und dem Gestank tropfenden Mauerwerks, (…)“.
Leider geht das Autorenteam nicht mehr weiter auf das „Chinesische“ ein, (Themen wie Philosophie werden nur äußerst am Rand gestreift) und der Roman könnte genausogut in den Hinterhöfen Berlins oder Hamburgs spielen.
Die Sprache verliert nach und nach ihren Wortwitz, ihre Wort-Gewalt.

Es wird Spannung aufgebaut, der man sich zu Anfang nicht zu entziehen vermag. Aber der Spannungsbogen bricht unvermittelt ab, man wird nicht auf falsche Spuren geführt, und weiß lang vor den Protagonisten, wie sich der Handlungsstrang entwickeln wird. Schade eigentlich, denn als Kriminalroman zu unspektakulär einfach. Vielleicht aber dem Horrorgenre zuzuordnen?
Es gibt zwar einige blutige Szenen, vor allem zu Anfang lebhaft und überzeugend dargestellt (vor allem die Küchenszene), je mehr Morde aber geschehen , desto – im wahrsten Sinne des Wortes – blutleerer werden sie dargestellt.

Und Temutma selbst? Wie ein Kind, das, aus seinem Schlaf und Träumen gerissen, bockig wird und wütend. Mehr aber auch nicht, von wegen Faszinosum Vampir, von wegen bösartige, Ewigkeiten überdauernde Bestie, die letztlich in einem Abklatsch von Showdown besiegt wird.

Nun gut, als so schlecht, wie es sich jetzt vielleicht hier liest, habe ich „Temutma“ nicht empfunden, aber das Potential der Geschichte wurde von den Autoren meines Erachtens bei weitem nicht voll ausgeschöpft. (Was hätte man aus der Szene machen können, als Claudia Lau im „bewachten Haus“ in den Flur tritt, und von der Kindheitsassoziation an die Ummauerte Stadt überwältigt wird).

Fazit:
Unterhaltung, solide, aber nicht mehr.
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