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Lesung aus

Erich Mühsams Kriegstagebüchern
6.11.2014, 19.00 - 21.00 UHR
gelesen von Herausgeber Chris Hirte


Erich Mühsam 1919

Museum Heylshof, Stephansgasse 9 in Worms
Karten für die Kooperationsveranstaltung der Museen
mit dem Worms-Verlag gibt es für drei Euro ausschließlich an der Abendkasse.

Erich Mühsam, 1878 in Berlin geboren, war Dichter, Anarchist und politischer Publizist. 2014 jährt sich sein Todestag zum 80. Mal. In seinen Aufzeichnungen schildert er die Geschehnisse der Jahre 1914 bis 1916. Mühsam erzählt von der anfänglichen Kriegsbegeisterung und verfolgt ohnmächtig die Berichte der nationalen und internationalen Presse über die Kriegsgräuel sowie den Völkermord an den Armeniern.

Herausgeber Chris Hirte liest am Donnerstag, 6. November, um 19 Uhr im Museum Heylshof aus den Kriegstagebüchern von Erich Mühsam, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt. In seinen Aufzeichnungen schildert Mühsam die Geschehnisse der Jahre 1914 bis 1916. Er erzählt von der anfänglichen Kriegsbegeisterung und verfolgt ohnmächtig die Berichte der nationalen und internationalen Presse über die Kriegsgräuel sowie den Völkermord an den Armeniern. Seit 2009 arbeitet Chris Hirte gemeinsam mit Conrad Piens an der Gesamtausgabe der Tagebücher Mühsams. In Worms liest er aus den Bänden drei bis fünf. 

Bei den Kriegstagebüchern von Erich Mühsam aus den Jahren 1914 bis 1916 handelt es sich um eine Chronik des Ersten Weltkrieges aus der Sicht eines Anarchisten: Immer wieder sucht Mühsam vergeblich nach Verbündeten für eine Antikriegsbewegung. Aber auch den Alltag abseits der Front schildert er eindringlich: die steigenden Lebensmittelpreise, die Proteste dagegen und den aufkeimenden Antisemitismus. Als 1914 der Krieg beginnt, nutzt Erich Mühsam seine Aufzeichnung, um Schock und Verzweiflung in Worte zu fassen. Es dauert lange, bis er die Propagandalügen durchschaut und zu einer eigenen Haltung findet. Die Tagebücher dokumentieren sein Tasten und Irren, seine Suche nach der Wahrheit über den Krieg und nach einer neuen Rolle für sich selbst. Mühsam verfolgt die Berichte von den vielen Fronten und macht sich sein eigenes Bild. Zerstörung, Elend, millionenfaches Leid, die Triumphe der Militärtechnik mit U-Boot-Krieg, Giftgas und die Bombardierung wehrloser Städte quälen ihn täglich von neuem. Verzweifelt sucht Mühsam nach Möglichkeiten, die Wahrheit zu verbreiten sowie Widerstand und Revolte zu schüren. Seine Suche nach Verbündeten bei Schriftstellern wie Heinrich Mann oder bei linken Sozialdemokraten wie Karl Liebknecht führt allerdings nicht weit. Im Herbst 1916 kommt es in München, wo Mühsam seit 1909 lebt, dann doch zu Protesten und er fasst neuen Mut.

Der Verfasser der Tagebücher
Erich Mühsam, 1878 in Berlin geboren, war Dichter, Anarchist und politischer Publizist. Seit 1909 lebte er in München-Schwabing. Als zentrale Figur der Schwabinger Bohème war er unter anderem befreundet mit Heinrich Mann, Frank Wedekind und Lion Feuchtwanger. Mühsam war Mitarbeiter des Münchner Kabaretts und verschiedener satirischer Zeitschriften wie des „Simplicissimus“. Er war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde.1933 wurde Mühsam verhaftet und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS-Wachmannschaft ermordet. Sein Tod jährt sich 2014 zum 80. Mal.

 

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