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Matinee im Heylshof, Worms

Mein Land ist mir zerfallen
GEDICHTE. TEXTE. MUSIK
9.11.2014, 11.00 UHR
mit Karl-Heinz Deichelmann, Jörg Koch, Walter Passian
und Preisträgern der Jugendmusikschule

Museum Heylshof, Stephansgasse 9 in Worms Der Eintritt beträgt 5 € (3 € ermäßigt)

„Mein Land ist mir zerfallen“ ist die mittlerweile fünfte „Matinee im Heylshof“. Die Veranstaltungsreihe verbindet – wie schon im Rahmen der vergangenen Matineen zur Erinnerung an den 80. Jahrestag der Bücherverbrennung, den 75. Jahrestag der Reichspogromnacht und den 100. Jahrestag des Ausbruchs des ersten Weltkrieges im vergangenen Jahr – auch dieses Mal in bewährter Form Gedichte der Zeit mit lokalhistorischen Schilderungen und ergreifender Musik.

von links nach rechts:
Emilie Granson, Dr. Jörg Koch, Karl-Heinz Deichelmann, Julia Panzer, Walter Passian


Luisa Bodensohn, Emilie Granson, Julia Panzer, Philipp Langlitz, und Jan Yang, „Jugend musiziert“-Preisträger der Lucie-Kölsch-Jugendmusikschule bereichern die Veranstaltung mit Ausschnitten aus Dmitri Schostakowitschs „Erlebnisse eines Tages“, Dr. Jörg Koch schildert fesselnd die Reaktionen der Wormser Bevölkerung auf historische Ereignisse, die mit Tagen wie dem 17. Juni 1953 oder dem 13.08.1961 untrennbar verbunden sind. Walter Passian und Karl-Heinz Deichelmann rezitieren Gedichte von bekannten DDR-Lyrikern wie Reiner Kunze, Jürgen Rennert oder Volker Braun.
Die vom Förderkreis Museum Heylshof in Kooperation mit dem Nibelungenmuseum ausgerichtete und vom EWR, der Sparkasse Worms-Alzey-Ried, der Volksbank Alzey-Worms und der Stadt Worms unterstützte Matinee findet am 09.11.2014 um 11.00 Uhr im Museum Heylshof, Stephansgasse 9 in Worms statt. Der Eintritt beträgt 5 € (3 € ermäßigt). Der Reinerlös der Veranstaltung ist für einen wohltätigen Zweck bestimmt. Karten sind erhältlich an der Tageskasse sowie im Vorverkauf bei Bücher Bessler, der Kunsthandlung Steuer und im Museum Heylshof. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Sitzplätzen und der freien Platzwahl ist es ratsam, sich Karten bereits im Vorverkauf zu sichern und rechtzeitig zur Veranstaltung zu erscheinen.

„Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich“ Mit diesen Worten setzte Günter Schabowski, der damalige „Sekretär des ZK der SED für Informationswesen“ am 9. November 1989 im Rahmen einer Pressekonferenz zu Fragen des neuen Reiserechts für DDR-Bürger einen Prozess in Gang, der noch am gleichen Tag dazu führte, dass sich die innerdeutsche Grenze öffnete und die Berliner Mauer fiel.
Am Abend des 9. November war die Grenze offen. In Erinnerung geblieben sind Bilder von jubelnden Menschenmengen und hupenden Trabbi-Konvois. 40 Jahre DDR gingen zu Ende.
„Mein Land ist mir zerfallen“, die nächste Matinee im Heylshof, beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Beschreibung jenes 9. November und darauf, wie die Ereignisse dieses Tages in Worms aufgenommen wurden. Vielmehr läßt sie auch noch einmal die Entwicklung der DDR literarisch Revue passieren. Vom Optimismus und der Zuversicht der Anfangsjahre sowie dem Willen, es besser zu machen über die ersten Zweifel bis hin zur Ernüchterung, dem Wunsch nach Veränderung und den neuen Erfahrungen während und nach der Wende: All dies wird in den rezitierten Gedichten deutlich.

„Mein Land ist mir zerfallen, sein Macht ist abgetan“ schrieb der DDR-Lyriker Jürgen Rennert im Januar 1990 als Reaktion auf die historischen Ereignisse. Lyriker wie Rennert haben ihr Land stets kritisch begleitet. Sie erlebten bereits die siebziger Jahre als Verfestigung von Verhältnissen, die dann in den Achtzigern in eine Erstarrung übergehen sollte. Die Implosion der DDR und ihre skeptische Sicht auf die Einverleibung in die damalige Bundesrepublik bilden deshalb einen zentralen Punkt ihrer literarischen Arbeit und vermitteln dadurch einen interessanten Gegenpol zu den Bildern der überschäumenden Begeisterung, an die wir uns vor allem erinnern.
„Nach den Matineen, die wir zu Themen wie der Bücherverbrennung, der Reichspogromnacht oder dem Beginn des Ersten Weltkrieges veranstaltet haben, wollten wir dieses Mal ein Ereignis aus der jüngeren Vergangenheit in den Mittelpunkt stellen. Jeder kann sich noch daran erinnern, wo er am 9. November 1989 war und welche Gefühle ihn an diesem Tag bewegten. Insofern ist die Matinee für jeden Zuschauer auch eine kleine Zeitreise zurück in seine eigene Vergangenheit“, so Karl-Heinz Deichelmann, der Initiator und Organisator der Matineen im Heylshof.

 

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