Kingverfilmungen
Das geheime Fenster
Das geheime Fenster
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Oríginaltitel : Secret Window
USA 2004
104 Min / geschnittene Kinofassung / Ab 16 Jahre
Regie : David Koepp
Produktion : Gavin Polone
Drehbuch : David Koepp
Kamera : Fred Murphy
Musik : Phillip Glass
Darsteller :
Johnny Depp (Mort Rainey)
Kyle Allatt
Maria Bello
Len Cariou
Charles Dutton
Gillian Ferrabee
Timothy Hutton
Richard Jutras
John Turturro (John Shooter)
u.v.a.
Inhalt (Online-Filmdatenbank) :
Autor Mort
Rainey (Johnny Depp) hat sich nach einer gescheiterten Beziehung in ein
Holzhaus in der abgelegenen Wildnis zurückgezogen, um sein neues Buch
zu schreiben. Bis eines Tages ein aggressiver Unbekannter vor seiner
Tür steht: John Shooter (John Torturro) ist fuchsteufelswild und
behauptet, Mort hätte den Schluss seines Buchs "Das geheime Fenster"
bei seinem Buch abgeschrieben. Nun verlangt er Gerechtigkeit. Und
obwohl Morts Story früher veröffentlicht wurde und ein Abschreiben
unmöglich ist, fängt Shooter an, Rainey und sein Umfeld zu
terrorisieren und schreckt auch nicht vor Mord zurück.
Dumm nur, das Rainey tatsächlich schon mal abgeschrieben hat und seine Ex-Frau davon weiß...
Kritik :
Um es gleich vorwegzunehmen, "Das
geheime Fenster" gehört eher zu den ruhigeren King-Verfilmungen. Wer
hier Horror der derberen Art erwartet wird eher enttäuscht sein. Andere
wiederum, die dem schleichenden Grusel und dem subtileren,
psychologischen Thrill im Sinne von "The Sixth Sense" zugeneigt sind,
werden eher etwas mit dieser kingschen Novellenverfilmung anfangen
können. Darstellerisch herausragend ist vor allem (wie schon so oft)
Johnny Depp ("Fluch der Karibik"), weil er der Rolle des etwas
derangierten (weil gerade in anfänglicher Scheidungsphase) vor sich
dahinvegitierenden Schriftstellers den richtigen Humor und die nötige
Portion Ironie verleiht.
John Turturro("The Big Lebowski") ist ihm
da in seiner wesentlich eingeschränkteren Rolle recht ebenbürtig, und
nimmt sich darstellerisch sehr zurück, um so dem Ablauf der Ereignisse
den nötigen Spielraum zu lassen. Timothy Hutton als Liebhaber und neuer
Mann im Leben von Depp's Ex-Frau ist ebenfalls recht sehenswert, gerät
im Laufe der Handlung aber zusehends in den Hintergrund, ebenso wie die
anderen Nebenfiguren der Geschichte, die eher blass bleiben und an
deren Schicksal man weitaus weniger Anteil nimmt als es für die
Spannung der Geschichte von Vorteil wäre.
Wovon der Film eindeutig
lebt ist seine doch recht dichte Atmosphäre, die einerseits von der
ruhigen Kamera Fred Murphys ("Die Mothman Prophezeihungen"),
andererseits von der äußerst stimmungsvollen und dramaturgisch
hervorragenden Musik des Avangard - Komponisten Phillip Glass ("The
Hours") lebt.
Allerdings hätte man trotz einiger Stärken
wesentlich mehr von Regisseur David Koepp erwarten können, der immerhin
die Drehbuch-Adaptionen zu einigen Genreknallern wie etwa "Panic Room";
"Spider Man" oder aber "Jurassic Park" geschrieben hat. Stattdessen
werden dann hier und da doch eingehend Klischees bemüht, wie man sie in
Thrillern der letzten Jahre schon mehrfach gesehen hat, und zum Finale
hin werden dann auch einige wirklich heftige Momente die die Storyline
hergibt einfach verschenkt (was natürlich auch an den handwerklich
geschickten, aber dramaturgisch doch äußerst auffälligen Bild- und
Tonschnitten des deutschen Verleihs Columbia / Tri-Star liegen mag, der
dieses mal wieder initiiert hat, um somit dem Film eine niedrigere
Altersfreigabe zu bescheren) !
Was dem Film wiederum gut zu Gesicht steht ist sein makaberes Ende (welches etwas von King's Novelle abweicht, ihm als Autor jedoch gerecht wird ) und einige wohldosierte Schock- und Splatter-Effekte (die sich aufgrund besagter Schnitte allerdings in Grenzen halten).
Im Großen und Ganzen ist "Das geheime Fenster" also wieder mal ein Film, der mehr von der darstellerischen Leistung seines Hauptdarstellers lebt, und weniger vom inszenatorischen Können seiner Macher. Für einige wohlige Schauer und eine gepflegte feierabendliche Gruselunterhaltung reicht es aber allemal.
Kleine Notiz am Rande : Diesmal werden weniger Querverweise auf Stephen King oder eine seiner Geschichten gegeben, als vielmehr einige Insider-Verweise auf das bisherige Werk Johnny Depps. So sagt zum Beispiel der von ihm zu seinem Schutz angagierte Privatdetektiv zu ihm, als er etwas ängstlich nur mit einem Säbel bewaffnet durch seine Holzhütte schleicht, ob er sich denn für einen Pirat halten würde, und auf dem Tisch liegt ein Buch von Hunter S. Thompson, der seinerzeit die literarische Vorlage zu Depps Kultfilm "Fear & Loathing In Las Vegas" schuf (dessen Fortsetzung, welches besagtes Buch auch beinhaltet, demnächst wieder mit ihm in der Hauptrolle verfilmt wird)."Das geheime Fenster" ist somit also eher eine Fundgrube für eingefleischte Depp- als für ebensolche Stephen-King-Fans.


