Kingverfilmungen
The Green Mile
The Green Mile
The Green Mile
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Darsteller: Tom Hanks, David Morse
Regie: Frank Darabont
Buch: Stephen King
Musik: Thomas Newman
"Das Buch war aber besser!"
So lautet die Beschwerde mancher
Leser seit der Erfindung des Films. Frank Darabonts zweite Adaption
eines Gefängnisdramas von Stephen King (Die Verurteilten war die erste)
ist eine sehr eng am Buch gehaltene Verfilmung von Kings gleichnamigen
Roman. (Der Roman besteht aus sechs Kurzgeschichten, die zuvor mit
großem Erfolg in der New York Times abgedruckt wurden. King entwickelte
die Geschichte immer weiter, ohne von Anfang an zu wissen, wie der
Schluss aussehen würde.)
Während der Weltwirtschaftskrise leitet Paul Edgecomb (Tom Hanks) im Cold-Mountain-Gefängnis den Zellenblock, in dem die zum Tode Verurteilten auf ihre Hinrichtung warten. In diese düstere und trostlose Welt kommt der Hüne John Coffey (Michael Clarke Duncan), der ganz langsam seine spezielle Begabung enthüllt. Diese Begabung wird die Männer, die in den Todeszellen arbeiten und sterben (sie werden durch den elektrischen Stuhl hingerichtet, eine meisterliche und ergreifende Darstellung), für immer verändern.
Genau wie in Kings Roman lässt Darabont sich viel Zeit, dem Zuschauer die Welt Edgecombs zu zeigen, bevor er sich John Coffeys Geheimnis annimmt. Mit Darabonts hervorragender Fähigkeit, eine Geschichte zu erzählen, seinem Händchen für eine perfekte Besetzung und einer bedächtigen Filmlänge von 188 Minuten erweckt Green Mile fast jeden Charakter und fast jede Szene der Romanvorlage zum Leben. Darabont verbessert sogar die zwei Enden des Romans, indem er einen emotional befriedigenderen Schluss geschaffen hat. Die Länge des Films mag die Geduld mancher Zuschauer auf die Probe stellen, aber wer es im Gegensatz zu den Schnellschüssen der Unterhaltung vorzieht, eine Geschichte erzählt zu bekommen, der wird mit diesem wunderbaren Film belohnt. --Doug Thomas
Amazon.de DVD-Bewertung
Die Digital Versatile Disc gibt das
dreistündige Mammutwerk aus den USA in hochauflösenden Bildern (Format
16:9) und famosem Sound (Dolby Digital 5.1) wieder. Ihre Tonspur
beinhaltet die ursprüngliche englischsprachige Fassung sowie eine
deutsche Synchronisation. Auf Wunsch können Untertitel in nicht weniger
als zwölf Sprachen (darunter Arabisch, Bulgarisch und Isländisch!) am
unteren Bildrand hinzugefügt werden. Für hörgeschädigte Personen stehen
zudem gesonderte Texteinblendungen zur Verfügung. Ein Kino-Trailer und
die Making-Of-Doku "Walking The Mile" runden die tadellose
Veröffentlichung ab.
--Harald Kepler
Video Jakob Kurzinhalt
Man schreibt das Jahr 1935. Paul Edgecomb
ist Leiter des Traktes E der Strafanstalt Cold Mountain, in der zum
Tode verurteilte Häftlinge darauf warten, ihren letzten Gang
anzutreten: den Gang über die grüne Meile, einen blassgrünen
Linoleum-Flur, der zum elektrischen Stuhl führt. Ein Weg, den der
Gefängnisaufseher schon unzählige Male mit den Todeskandidaten
beschritten hat. Doch Edgecoms Leben erfährt eine unerwartete Wendung,
als eines Tages der farbige Häftling John Coffey eingeliefert wird, ein
riesenhafter, merkwürdig ruhiger Mann. Doch Coffey scheint mit einer
übernatürlichen Gabe gesegnet zu sein, die die Menschen im Todestrakt
für immer verändern soll...
DVD & Video Report
Gefängnis-Drama mit Tom Hanks über einen
bulligen Farbigen, der wegen angeblicher Vergewaltigung und Ermordung
zweier kleiner Mädchen zum Tode verurteilt wird, sich in der Todeszelle
aber als sanftmütig und mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet
erweist (nach Stephen King).
VideoWoche
1935. Die USA leidet unter den Auswirkungen der
Depression. Im Cold-Mountain-Gefängnis leitet der gutherzige Paul
Edgecombe, unterstützt von einem Team eingespielter Kollegen, den
Todeszellenblock. Eines Tages wird ein Schwarzer namens John Coffey,
ein Berg von einem Mann, wegen angeblicher Vergewaltigung und Ermordung
zweier kleiner Mädchen eingeliefert. John, der sich im Dunklen
fürchtet, ist in Wirklichkeit aber ein sanftmütiger Riese, der, wie
sich bald herausstellt, übernatürliche Fähigkeiten besitzt... Wie schon
'Die Verurteilten' spielt auch Frank Darabonts neuer Spielfilm hinter
Gittern und basiert auf einer Vorlage von Stephen King. Wer wegen
dieses Namens einen Schocker erwartet, sieht sich getäuscht. 'The Green
Mile' - der Titel bezieht sich auf den grünen Bodenbelag des
Todestrakts - ist vielmehr eine überzeugende Studie über menschliche
Würde und moralische Werte. Getragen von einem vorzüglichen
Darsteller-Ensemble um Tom Hanks, technisch makellos umgesetzt und mit
einigen wenigen, gelungenen Spezialeffekten versehen, peilt dieses
Gefängnis-Drama die Chartspitze an. REASON: review already exists
Blickpunkt: Film
Frank Darabont wird als Spezialist für die
Adaption von Stephen Kings Gefängnisdramen in die Filmgeschichte
eingehen. Fünf Jahre nach 'Die Verurteilten' meldet er sich in seiner
zweiten Regiearbeit mit der ambitionierten Verfilmung von Kings in
sechs Teilen veröffentlichten Bestseller 'The Green Mile' zurück. In
der Hauptrolle glänzt Oscarpreisträger Tom Hanks als aufrechter
Gefängnisaufseher im Todestrakt, in dem er anno 1935 die Bekanntschaft
eines riesigen Schwarzen mit magischen Kräften macht. Beim Oscar-Rennen
wird dieser dreistündige Kraftakt aus der Reihe großes Gefühlskino
sicherlich ein Wörtchen mitreden können. Bei der 'grünen Meile' handelt
es sich um den limonenfarbenen Fußboden, der für die zum Tode
verurteilten Häftlinge des Cold Mountain Gefängnisses in Louisana zum
'Old Sparky' genannten elektrischen Stuhl führt. Die zum Tode
verdammten Schwerverbrecher werden von Paul Edgecomb (Hanks) und seinen
Kollegen in Gestalt von David Morse, Barry Pepper (aus 'Der Soldat
James Ryan') und Jeffrey DeMunn beaufsichtigt. Edgecomb ist fair und
gerecht, während der feige Aufseher Percy Wetmore (Doug Hutchison
hervorragend als bemitleidenswertes sadistisches Schwein) seinen
grausamen Gegenpol darstellt. Auch bei den Sträflingen werden anhand
von zwei Figuren die Polaritäten von Gut und Böse etabliert. Der
hünenhafte, mental kindliche Schwarze John Coffey (Michael Clarke
Duncan wird mit seiner ergreifenden Darstellung lange in Erinnerung
bleiben), der angeblich zwei kleine weiße Mädchen vergewaltigt und
ermordet haben soll, erweist sich als engelhaftes Geschöpf mit
Heilkräften, während der aufsässige Killer Wild Bill (Sam Rockwell) ein
grundverdorbener Teufel ohne einen Funken Reue ist. Weitere Insassen
umfassen Graham Greene, der als erster den Elektrotod findet, und
Michael Jeter als schmächtiger Südstaatler, der in einer ausgedehnten,
grauenerregenden Szene, die 'Gesichter des Todes' entnommen sein
könnte, bestialisch zu Tode kommt. Aber so explizit 'The Green Mile'
auch sein mag: Darabonts Film ist nicht 'Dead Man Walking 2', sondern
ein Epos über Wunder, die auch an den unmöglichsten Plätzen stattfinden
können. Eine entscheidende Rolle nimmt deshalb auch eine tapfere zahme
Maus namens Mr. Jingles ein, die von Percy totgetrampelt und dann von
Coffey dank seiner wundersamen Kräfte reanimiert vom Friedhof der
Kuscheltiere zurückgebracht wird. Dieses Wunder überzeugt Edgecomb
endgültig von Coffeys Fähigkeiten, der ihn in einer Nacht- und
Nebelaktion zu der krebskranken Frau des Gefängnisdirektors (James
Cromwell) bringt, um sie heilen zu können. Gleichzeitig rückt auch der
Termin von Coffeys Exekution immer näher. Darabont scheut sich in
seinem beseelten Drama nicht, in Emotionen zu schwelgen und seine
symbolträchtige Erzählung mit weitausholenden Gesten zu konstruieren.
Durch seine Detailverliebtheit (vor der ersten Exekution wird eine
minutiös durchexerzierte Probe gezeigt) und ganz auf Atmosphäre
angelegte Bedächtigkeit entsteht bei einer Spielzeit von 187 Minuten
zwar eine beträchtliche Überlänge, so daß der Film streckenweise
langatmig erscheint, aufgrund seiner Komplexität und liebevollen
Sorgfalt jedoch nie langweilig ist. Zu sehr wird der Zuschauer in das
religiös orientierte Geschehen um Schuld und Sühne, Rache und Erlösung
eingebunden. Und Spezialeffekte, bei denen die Funken sprühen, sorgen
ebenfalls dafür, das Interesse glühend warm zu halten. Ein extra Schuß
Sentimentalität wird mit dem Prolog und Epilog, die Edgecomb als alten
Mann (von Dabbs Greer gespielt) im Rentnerheim zeigen, erzeugt. Und mit
der Schlußpointe, die sich eigentlich nicht so recht in den Rest des
Erzähltons einfügt, wird auch noch mal die Hand von Horrormeister King
spürbar, der sich völlig zu Recht mit großem Stolz über diesen
monumentalen Film geäußert hat: 'Die Verurteilten' war die Vorspeise,
dies ist der gewaltige Hauptgang. ara.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Die grüne Meile (limonenfarbener
Boden) führt die Insassen der Todeszellen im Cold Mountain Gefängnis,
Louisiana, zum elektrischen Stuhl. Unter den Wachbefohlenen von
Edgecomb und seinen Kollegen findet sich auch der hünenhafte, kindliche
Coffy, der zwei weiße Mädchen vergewaltigt und ermordet haben soll, und
über wundersame Heilkräfte verfügt. Mit einer erneuten
Stephen-King-Adaption (nach 'Die Verurteilten') meldet sich Frank
Darabont nach fünfjähriger Regiepause zurück. Obwohl nach King entpuppt
sich 'The Green Mile' als großes, manchmal märchenhaftes Gefühlskino in
Überlänge und ist ganz auf Atmosphäre und seinen exquisiten
Hauptdarsteller Tom Hanks angelegt.
Kurzbeschreibung
Paul Edgecomb (Tom Hanks) ist Leiter der
Wachabteilung in Cold Mountain ein Südstaatengefängnis um 1935. Ihm
untersteht der aus vier Zellen bestehende Todestrakt. Fair und gerecht
versuchen er und seine Kollegen in diesem Trakt ein Minimum an Würde
und Menschlichkeit zu wahren. Denn früher oder später werden alle
Inhaftierten den mit blassgrünen Linoleum ausgelegten Flur zum
Hinrichtungsraum hinuntergehen - die "grüne Meile". Viele Jahre ist
Edgecomb über diese "grüne Meile" gegangen und hat die verschiedensten
Gefangenen auf ihrem letzten Weg begleitet. Doch mit dem Tag, an dem
John Coffey (Michael Clarke Duncan), ein riesenhafter Schwarzer
eingeliefert wird, verurteilt wegen Vergewaltigung und Mord an zwei
minderjährigen Mädchen, gerät Paul Edgecomb mit dem Selbstverständnis
seiner Tätigkeit in Konflikt. Trotz seiner Größe und Stärke scheint
John Coffey von sanfter Natur zu sein und zusätzlich eine seltsame
übernatürliche Gabe zu besitzen. Während die Wärter mehr und mehr an
der Schuld des schwarzen Hünen zweifeln, überschlagen sich die
Ereignisse. Die Einlieferung des kaltblütigen Mörders "Wild Billy" (Sam
Rockwell) und eine sadistische Hinrichtung durch den neuen Wärter Percy
Wetmore (Doug Hutchison) bringen Paul Edgecomb und seine Kollegen immer
mehr in Bedrängnis. Denn auch John Coffey ist ein Verurteilter und
wartet auf seine Hinrichtung...


